Familienwochenende

2008-04-12
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Es ist schon traurig, wie mißtrauisch man doch wird.

Letzte Woche hat eine junge Dame angerufen, sie plane ein „Wochenende“ und hätte meine Nummer bekommen.

Die Schwester möchte mit dem Zug anreisen. Wie weit denn der nächste Bahnhof weg wäre, wie er denn heisst, gibt es eine Busverbindung und welche Bushaltestelle denn in der Nähe des Hotels wäre.

Der Rest der Familie kommt mit dem Auto – gibt es Parkplätze? Liegen sie zentral? Ja, Neuenburg ist eine kleine Stadt – da ist es einfach zentral zu liegen. Also, dann eher ländlich und Erholung und so?

Wir bringen den Hund mit, darf man das? Was kostet der? Pro Nacht?

Gibt es ein Restaurant im Haus?

Der Bruder fragt nach WLAN und was es kostet, und als dann noch die Oma fragen lässt, ob es Zimmer im Erdgeschoss gibt, kann ich mir die Rückfrage nicht verkneifen, ob dies eine Umfrage für einen Reiseführer ist…

Bei dem ganzen Mist, den man zur Zeit versucht mir am Telefon zu verkaufen, kann es echt leicht passieren, dass man dann bei den falschen Verdacht schöpft. Vielleicht hat die Dame ja wirklich einen Fragenkatalog Ihrer Familie vorbereitet, und vielleicht ist diese einfach so representativ, dass dieser sich so anhört wir bei einem Verlag der auf Kundenfang ist. Dann tut es mir echt leid – dann habe ich wohl gerade eine ganz gute Reservierung versaubeutelt.

Wobei ich mir fast sicher bin, dass es sich um eine professionelle Abfragerin gehandelt hat…