Kostenlose MP3s, DRM, Plattenlabels und Piraten…

2007-03-19
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Achtung: An den Link zu mp3net.de bin ich via Blogpay.eu gekommen. Den Betrag, den ich für die Vorstellung dieses Dienstes gutgeschrieben bekommen würde werde ich nicht annehmen. Denn es fühlt sich beschissen an, für Geld zu bloggen. So, jetzt geht’s mir wieder besser 🙂

Now playing: „Plea_From_A_Cat_Named_Virtue.mp3

Das kann man ja sogar anhören. Im Gegensatz zu dem, was ich auf einigen Second Life Tanzflächen hören musste! Aber dies ist ja auch das gute alte Web 1.0 🙂 An den Song (wie heißt die Band überhaupt?) bin ich über mp3net.de gekommen. War auf der Titelseite gefeatured. Für einen wahllosen Klick auf irgendeinen Listeneintrag kann ich nicht meckern.

Now playing: „Psalm_For_The_Elks_Lodge_Last_Call.mp3

Na ja, eigentlich ja nicht nur ein Klick. Eher drei: Von der Startseite auf die Detailseite (die auch nicht viel mehr aussagt, dafür aber Links zum Konzertkartenkauf, Klingeltonkauf und anderem anbietet), dann auf die Seite der Band, die sich übrigens „The Weakerthans“ nennt, und dann noch nach einigem Suchen auf den eigentlichen Downloadlink. Und da sind wir auch schon bei der Sache, die an mp3net.de nervt: Die Downloads sind „dezentral“ auf den Seiten der Bands gespeichert. Also, kein einheitliches Look and Feel. Was auch nicht verwunderlich ist, denn bei den meisten Titeln handelt es sich um Promo-Tracks aus den Alben der Bands. Und die wollen natürlich, dass man ihre Website besucht. Verständlich.

Unverständlich ist es dann aber, wenn diese Bands (wie z.B. „Seeeds“) eine Registrierung verlangen, bevor man an die Songs kommt. Sorry, wieder ein Werbekontakt verschenkt 🙂 „Jamaram“ wären auch beinahe durchgefallen, weil sie zuoberst nur „Liedschnipsel“ zum Download anbieten. Weiter unten sind dann aber doch ganze Songs…

Now playing: „breakfast-love.mp3“ Ach ne, doch auch nur ein Schnippsel 🙁

Es ist doch ziemlich aufwendig, sich immer wieder durch andere Webseiten zu klicken und immer wieder andere „Hürden“ zu bewältigen. Wem dies nichts ausmacht, der kann via mp3net.de auf gute, unbekannte Bands stoßen, die Ihre Musik kostenlos und DRM-frei zum Download anbieten. Hut ab.

Now playing: „bus-song.mp3

Neuigkeiten gibt es in Punkto Digitalem Kopierschutz
(DRM, Digital Restriction Management) zu vermelden: Musikload plant, seine Downloads künftig als MP3s ohne Kopierschutz anzubieten. Das ist ein echter Anreitz, den bislang war es für Linuxbenutzer unmöglich legal erworbene, mit DRM versehene Musik abzuspielen.

Der Grund liegt hierbei nicht in den neu zu erschließenden Märkten. Auch sind die Erfolge des Independant-Labels der Fantastischen Vier (Die stellen Ihre Videos bei YouTube zum anschauen rein! GEIL!) nicht ausschlaggebend. Als Grund wird angegeben, dass sich 75% der Probleme mit Musikdownloads auf das DRM zurückführen lassen. Eine beeindruckende Quote, wenn man bedenkt dass DRM hauptsächlich die Einnahmen der Plattenfirmen sichert, die Supportkosten jedoch bei den Vertriebspartnern anfallen. (Supportkosten sind momentan noch Dell’s Ausrede wenn es um die Installation von Linux geht. Lächerlich!)

Now playing: „love-song.mp3

Womit wir beim Thema Plattenlabels angekommen wären:
(Habe ich schon gesagt, dass Ihr unbedingt bei Four Music reinschauen solltet? Die stellen Ihre Videos bei YouTube rein!)

David Byrne (ehem. „Talking Heads„) spricht davon, dass im nächsten Jahr der Online-Vertrieb von Musik noch wichtiger werden wird wir CD-Verkäufe. Er bemängelt, dass die Künstler trotz deutlich geringeren Kosten beim Online-Vertrieb nur gleich viel Tantiemen wie beim CD-Verkauf bekommen. Auch arbeitet er in seinem Vortrag in Austin, TX heraus, welche möglichkeiten es für Band gibt, auch ohne Plattenlabels erfolgreich verbreitet zu werden.

Ganz nebenbei gesteht Byrne, dass er Musik illegal herunterlädt. Ziemlich mutig, denn die RIAA (in etwa die Amerikanische GEMA) verklagt Studenten wegen kopierter Musik. Selbstverständlich nur aus moralischen Gründen. Der Kommentar auf BoingBoing: Lächerlich, die Leute, die „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“ erfunden haben, und die […] Waffen verherrlicht haben, sich jetzt um die Moral und den Charakter Amerikanischer Teenager sorgen!

Und für was sind Downloads über Peer-to-peer Netzwerke gut? Klar: Damit legt man Raubkopierern das Handwerk! Und zwar denen, die schon immer Platten, Kassetten und CDs im großen Stil vervielfältigt und verkauft haben. Diese „echten Piraten“ haben nämlich Ihren Markt verloren, weil man heutzutage entweder das Orginal kauft, oder die Kopie runterlädt. Eine Kopie auf dem Flohmarkt kaufen ist out…

Now playing: „Hows_It_Gonna_End.mp3