philosophisches

Schade. Seit dem 5. Geburtstag von Second Life ist mit der lockeren Haltung, die LL z.B gegenüber Projekten wie Get A First Life, aber auch gegenüber Community-Sites gezeigt hat vorbei. Das waren noch Zeiten, in denen Linden Labs cool schrieb: “Linden Lab ist bekannt für Ihre hohen Einstellungsvorraussetzungen, die auch einen Sinn für Humor einschließen, und von denen auch unsere Anwälte nicht ausgenommen sind. […]Hieraus ist zu folgern, dass wir die Einladung Ihnen eine Abmahnung zukommen zu lassen hiermit ablehnen.
Das heutige Verbot von „Bankplay“ in Second Life (siehe auch im Second Life Herald: „Bankplay Banned – High Interest L$ ATMs Must Go !“ zeigt es wieder deutlich: Second Life ist kein Spiel – auch wenn dies manche als solches ansehen. Machen wir uns nichts vor: SL ist keine zweite, vom richtigen Leben losgelöste Welt. SL ist eine technische Möglichkeit die uns das echte Leben bietet. Unsere Handlungen in SL sind immer auch in gewisser Weise real.
Bin über die Telepolis auf folgenden Artikel gestolpert: „Why Governments aren’t Gods and Gods aren’t Governments“ („Warum Regierungen keine Götter sind, und Götter keine Regierungen“) von Richard A. Bartle, dem Erfinder des „MUD“ (Wikipedia), also quasi den Urahn jedes Online-Rollenspieles und jeder Virtuellen Welt. In seinem Beitrag erläutert er auf prägnante Weise das Zusammenspiel zwischen realen Regierungen, den Erstellern der virtuellen Welten und den Nutzern. Wobei man ohne weiteres generell von Schöpfern, Verwaltern und Bürgern reden könnte, die auf verschiedenen Ebenen existieren (man denke an 13th Floor – gibt es schon ein MUD in Second Life?
Man ist, was man ißt – aber was ist/ißt Dein Avatar? Ähnlich dem Babelfisch leben Avatare wohl hauptsächlich von den Gehirnwellen (sowie von ein Paar Bit & Bytes der Formen und Texturen – den Beilagen sozusagen). Jedoch eher von denen ihrer Wirte bzw. Tipper. Diese Gehirnwellen tragen sie (die Avatare) über das Metaverse zu anderen Avataren/Lebewesen/Lebensformen. Die Beziehung zwischen Mensch und Avatar kann sehr vielfälltig sein, was diese Diashow von Robbie Cooper zeigt. Es werden Bilder von Avataren und Ihren Menschen gegenübergestellt.
2007-05-31
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Sehr lesenswerte _notiz aus der Provinz: „Auch die Profis merken, dass „virtuelle“ Währungen reales Geld sind„. Aufgrund von diesem Artikel habe ich nochmal das Zitat rausgesucht, das meiner Meinung nach das beste Argument ist, wenn es um den Themenbereich „virtuelle/echte Güter“, „virtuelles/echtes Geld“ geht: Eines des größten Missverständnisse in diesem Zusammenhang ist vielleicht die Gegenüberstelleng „Virtuelle Güter“ vs. „Reales Geld“. Es gibt kaum etwas Virtuelleres als Geld. Das meiste Geld besteht heutzutage nur noch aus abstrakten Zahlen in Datenbanken – wie ein virtuelles Haus.
Nachdem es nun doch schon einige Wochen ungeöffnet auf meinem Nachttisch liegt, habe ich nun endlich angefangen „Snow Crash“ zu lesen. Ich bin zwar noch nicht sehr weit (Seite 60 – liegt wohl daran, dass ich ein „Einschlafleser bin“), aber es ist sehr interessant zu sehen, wie visionär vor über zehn Jahren der Cyberspace beschrieben wurde. Hut ab vor Gibson (der in „Neuromancer“ den Cyberspace beschrieb, den er damals „Matrix“ nannte) und Stephenson (der mit „Snow Crash“ die direkte Inspiration für die Lindens lieferte).
2007-05-04
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Weitere Artikel über Behavioral Targeting habe ich in meinem „anderes Blog“ veröffentlicht. Ich denke, dort passen sie von der Thematik besser hin. Alle bisherigen Artikel der Serie über Behavioral Analysis: Behavioral-Targeting (schon älter) Sicherheit, Überwachung, Flash-Cookies und Behavioral Analysis (schon älter) Die Schöne Neue Welt der Werbung – RFID here we come! (hier im Second Life Blog) Manipuliertes Vertrauen Opt-out ist auch ein Profil Nachteile von Behavioral Targeting für Werber
Update (27.04.2007): Habe die von Sebastian erwähnten Korrekturen eingebracht. Sebastian hat wieder einmal Neuigkeiten über sein Inworld Advertising Network IAN. Die Sache nimmt Form an. Wie von Sebastian zu erwarten, hat er auch schon einige richtig große Kunden aus der echten Welt. Doch welche Technik steckt dahinter und was bedeutet das für „den Rest von uns“? Dass die Überwachung der Konsumenten, die im echten Leben erst mit flächendeckender Einführung von RFID-Scanners Einzug halten wird, in Second Life schon Realität ist.
Eine wichtige Regel der „Nettiquette“ ist, dass man immer daran denken sollte, dass am anderen Ende auch ein echter Mensch ist. Seine E-Mails und Forenbeiträge sollte man entsprechend abfassen. Auch in Second Life sind am „anderen Ende der Leitung“ echte Menschen. Ich weiß nicht, ob es durch die visuelle Darstellung von Avataren einfacher ist, sich dessen bewusst zu bleiben oder nicht. Die Videos des franzäsichen Blogs „Avatar“ erinnern einen auf sehr eindrückliche Weise daran: Hier sieht man echte Menschen, die über Ihre Erlebnisse in SL berichten.
2007-04-16
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Wenige Tage nachdem ich meine Ausbildung begonnen hatte, stellte ich einem „Oberazubi im Dritten“ eine Frage. Ich weiß nicht mehr, was ich wissen wollte. An die Antwort kann ich mich jedoch sehr gut erinnern. Der Kollege baute sich vor mir auf, schaute mich von ober herab an (was bei meinen 1,97m nicht leicht ist) und schüttelte voll Verachtung den Kopf: „Ich kann den Chef nicht verstehen. Warum stellt er immer wieder Leute ein, die so reden wie Du?
2007-02-28
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Manche Menschen äußern Bedenken: Second Life führt dazu, dass Menschen den Bezug zur Realität verlieren. Das war auch schon ein Problem mit dem Web 1.0 – damals vor 10 Jahren. Interesanterweise habe ich die letzten Tage einige Links in Richtung Realitätsverlust untergekommen. Hier eine Auswahl: Schlankheitsspiegel: Um Käufern „ein gutes Gefühl“ zu geben, setzen Kaufhäuser Spiegel ein, die ihn/sie Schlank machen. Schlankmacher in Digitalkameras: HP bietet eine Funktion an, die einem auf Fotos schlanker erscheinen läßt!
2007-02-17
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In seinem Blog „The Click Heard Around the World“ beschreibt Rik seinen Besuch beim ersten Treffen der Quaker in Second Life. Auch wenn ich mit einigen Aussagen auf http://www.quakerinfo.org/ nicht übereinstimme, so finde ich Rik’s Bericht sehr interesant. Hier berichtet ein „Insider“ von einem religiösen Treffen in einer virtuellen Welt. Und das Treffen ist „echt“. Genauso echt wie ein LUG-Meeting oder Webmontag in Second Life oder ein Telefonat unter Freunden. Rik: „Zu sehen wie ein anderer Avatar eine Nachricht schreibt und darauf zu warten, wie die Worte des Anderen auf meinem Bildschirm erscheinen war dem Gefühl sehr ählich, einem Quaker zuzuhören, der auf einem Treffen in der echten Welt eine Botschaft spricht.
2007-02-12
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Auf der Seite „Get A First Life“ wird mit viel Trara die analoge 3D-Plattform „First Life“ beworben. Trotz der 6,5 Milliarden Einwohner prahlt der Betreiber damit, dass kein spürbarer Lag vorhanden ist. Grund genug für den SL-Insider, das ganze einmal anzutesten. Der Englischsprachige Testbericht findet Ihr unter „SecondLifeInsider.com: Get A First Life„. Mein Lieblingszitat: „Aber First Life ist auch nicht perfekt: Das Fliegen und Teleportieren ist komplett defekt, und die Bewohner sind in den Möglichkeiten ihren Avatar zu gestalten sehr eingeschränkt.
2007-01-22
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Sie haben mein Blogposting gelesen! Sie haben sich an meine Ratschläge gehalten! Nein, haben sie nicht – wahrscheinlich sind die Lindens selbst schlau genug, um es selbst herauszufinden – ohne meine Einbildung 🙂 „Wir sind nicht verzweifelt, und wir begrüßen das Unausweichliche mit offenen Armen.“ Phoenix Linden Wow, wow, wow und nochmal wow! Alles scheint da zu sein: Mailingliste, Anleitung zum kompilieren, alles. Hier noch ein paar Zitate aus Phoenix‘ Blogpost: „Ein großer Teil der momentanen Second Life Entwicklungsarbeit ist darauf ausgerichtet, das Second Life Grid zu bauen – eine Vision eines weltweit verflochtenen Grids mit Clients und Servern die von verschiedenen Gruppen veröffentlicht und geleitet werden“ „Die aktuelle Veröffentlichung des Quellcodes ist unsere nächste Einladung an die Welt beim Bau dieses Globalen Raums der Kommunikation, des Marktes und der Unterhaltung mitzuhelfen.
Die Faktoren, die darüber entscheiden, wer der künftige Marktführer in der virtuellen Realität werden wird sind nicht Geschwindigkeit und Qualität der 3D-Grafik, sondern Offenheit und Integration. Widerstand ist zwecklos… Mehr dazu auf meinen „ernsten Blog„…