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Die Zukunft von Closed Source

Der Artikel “OSS im Kernel ohne Chance” bei ProLinux zeigt, wie es einem vielversprechenden Projekt ergehen kann, wenn die rechtzeitige Öffnung verpasst wird.

Die Details können bei ProLinux nachgelesen werden, die brauche ich nicht mehr zu wiederholen. Trotzdem möchte ich die Tatsache nochmal beleuchten, dass das OpenSoundSystem mit einem gewaltigen Vorspung in die Linuxwelt gestartet war. Jedoch gab es ein Lizenzproblem (erinnert uns das an Joomla! – bzw. umgekehrt?), und die Linux-Entwickler lösten dies, indem sie einen freien Ersatz für OSS schufen: Die Advanced Linux Sound Architecture “ALSA”.

Und nun, wo es zu spät ist, wird OSS doch unter der GPL veröffentlicht – aber jetzt will es niemand mehr. Klar wäre es nun möglich OSS ohne Lizenzprobleme in den Linux-Kernel zu integrieren, aber warum soll man sich die Arbeit machen? ALSA funktioniert gut. Durch das Festhalten am alten Modell des Softwarevertriebs wurde ein gutes Projekt bedeutungslos.

Opera: Weder umsonst wie der IE, noch frei wie Firefox

Auch Opera ist ein Projekt, das aufgrund der Tatsache dass es weder “Free as in Beer” noch “Free as in Speech” (also weder umsonst noch frei) war viel von seinem Potential nicht nutzen konnte. Und die “OPERA Web Applications License“, die Opera dann doch öffnete, kam viel zu spät, um daran noch etwas zu ändern.

Second Life: Kam die Lizenzänderung rechtzeitig?

Ein sehr pominentes Projekt, das dabei ist die Lizenz zu ändern, ist Second Life. Nach langem hin und her wurde der Client (also sozusagen der “Browser”) unter die GPL gestellt. Die Server sind jedoch immer noch unfrei. Hier zeigen sich zwei Tendenzen: Proprietäre Module (z.B. für Sound oder die Simulation der Physik) hindern die Community Viewer die mit dem Orginal von Linden Labs vergleichbar sind zu erstellen. Hier dürfte es wahrscheinlich nicht mehr lange Dauern, bis entsprechend Ersatz geschaffen werden wird, sollten die Hersteller dieser Softwarebiliotheken nicht selbst ihre Lizenzen ändern. Dass bei Linden Lab die Wandlung zur Open-Source-Firma noch nicht komplett vollzogen ist, sieht man vor allem daran, dass weitere unfreie Erweiterungen integriert werden, wie jüngst bei der Sprachunterstützung geschehen.

Auf der anderen Seite gibt es unter OpenMetaverse einen Sammelpunkt von Projekten, die sowohl den GPL-Client anbieten, aber auch Sim-Server entwickelt haben, welche unter der freien BSD-Lizenz stehen. Zusammen mit der Technik, diese freien Sims zu freien Grids zusammenzuschließen macht die ganze Sache doch schon Sinn. Die Open-Source Communite sieht restriktive Lizenzen als Stöhrung an, und programiert drumherum.

Es ist Spannend zu sehen, wie sich Second Life entwickelt. Und ich bin der Überzeugung, dass es aufgrund der Lizenz entschieden wird, ob Second Life tatsächlich bestehen bleibt, oder trotz seinen Vorsprungs von einem der Konkurrenten aus dem Markt verdrängt werden wird, wie Compuserve, BTX und AOL schließlich vom WWW in die Bedeutungslosigkeit gedrängt wurden. Aber das habe ich ja schon vor fast einem Jahr gesagt

BSD – und ewig lockt das Unix…

Hin und wieder bin ich versucht, meine Linux-Erfahrung zu nutzen und mich in Richtung BSD (Berkeley Software Distribution – Das ursprünglich an der gleichnamigen Universität gepflegte UNIX) fortzubilden.

Linux ist ein System, das mit dem Ziel UNIX ähnlich zu sein gestartet wurde. Dies gelang Linus Torvalds und seinen Helfern auch sehr gut, so dass Linux im “unixoiden” Bereich den Ton angiebt und selbst “echte” UNIXes sich bestreben, Linux-Programme ohne neue Übersetzung ausführen zu können.

Die verschiedenen Varianten von BSD stammen direkt vom At&T Unix ab, gehören also zur “Royal Familly”. Sie sind somit in einem Atemzug mit den Dinosauriern (positiv gemeint, echt!) AIX und Solaris zu nennen und bilden die Basis von MacOS X (und dem TCP/IP-Stack von Windows, aber das ist eine andere Geschichte :) .

So wie es verschiedene Linux-Distributionen gibt, so gibt es auch verschiedene Varianten von BSD:

  • FreeBSD: (Projektseite, Wikipedia) – Scheinbar die Version mit den meisten Software-Paketen
  • OpenBSD: (Projektseite, Wikipedia) – Brüstet sich mit der Tatsache, dass in über zehn Jahren nur zwei über das Netzwerk erreichbare Sicherheitslücken entdeckt worden sind. Zumindes in der Standartinstallation – welche nicht besonders viele Pakete beinhaltet. Trotzdem ist das eine beachtliche Leistung, die nur durch die komplette Ausrichtung auf Sicherheit zu erreichen ist. Ich habe OpenBSD vor ungefähr zwei Jahren ausprobiert. War recht interessant, besonders den Vergleich der nach dem Systemstart laufenden Prozesse: Die Auflistung per “top” füllte nicht einmal eine halbe Bildschirmseite. Ich habe dann aber die Hardware anders benötigt, bevor ich mich richtig einarbeiten konnte.
  • NetBSD: (Projektseite, Wikipedia) – Das BSD, das auf den meisten verschiedenen Hardwareplattformen läuft. Komischerweise ist die Projektseite momentan nicht erreichbar: “Fehler: Netzwerk-Zeitüberschreitung – Der Server unter www.netbsd.org braucht zu lange, um eine Antwort zu senden. “
  • Verschiedene Live-CDs: FreeSBIE, TrueBSD
  • Auf Desktop-User ausgerichtete Varianten: PCBSD, DesktopBSD
  • Von Flash-Medien bootbare Varianten: miniBSD (nanoBSD, picoBSD und penBSD werden zwar auch erwähnt, jedoch habe ich da keine brauchbaren Informationen finden.)

Also, ich lade mit jetzt einfach einmal FreeBSD herunter (” wget -r ftp://ftp.de.freebsd.org/pub/FreeBSD/ISO-IMAGES-i386/6.2″) und installiere es auf dem P4/1.8GHz den ich hier unter dem Schreibtisch stehen habe. Mal schauen wie ich damit zu Recht kommen werde.