“via” vs. “Marketing”
Da wurden also Tweets und Ihre Click-Through-Rates analysiert, und am Ende kommt dabei heraus, dass Kurznachrichten mit dem Wort “Marketing” beim Klickverhalten der Leser sehr schlecht abschneiden. Jene mit dem Wörtchen “via” jedoch sind wahre CTR-Superhelden.
Warum wundert mich das nicht? Wenn sich 6,4% einer Nachricht mit Werbung beschäftigen, dann bedeutet das für die restlichen 131 Zeichen, dass es sich eben entweder direkt um Werbung handelt, oder sie beschäftigen sich mit Werbung. Da kann man von “Relevanz” für den Endverbraucher” reden so lange man will: Nur die wenigsten holen sich Werbung freiwillig auf den Bildschirm.
Somit meine kühne, unbelegte These: Die wenigen, die tatsächlich in Marketing-Tweets auf den Link klicken gehören zu einem großen Prozentsatz zu den Leuten, die sich beruflich mit Marketing beschäftigen.
Aber warum sind die drei Buchstaben “VIA” so mächtig? Weil sie in ihrer ursprünglichen Form genau das Gegenteil von Eigenwerbung versprechen. Mit “via” sagen wir unseren Lesern: Diese Info hinter diesem Link ist nicht von mir. Aber sie ist so gut, dass ich sie weiterempfehle. Dieser Link hat wurde nicht nur getwittert, und nicht nur schnöde ge-retwittert. Nein, über diesen Link habe ich mir Gedanken gemacht, einen eigenen Tweet verfasst. Und dieser Link ist so gut, dass ich meiner Quelle gerne einen beachtlichen Anteil der mir zur Verfügung stehen 140 Zeichen überlasse.
Noch eine kühne, intuitionsgestützte These: Wer auf einen solchen Link nicht klickt, der liest seine Tweets auf Papier
…aber jetzt haben das ja die Werber auch rausgefunden. Wer weiß wie lange man noch darauf vertrauen kann…
Chormusik vs. Volksbankwerbung
Es ist ja nicht so, dass ich in der Lage wäre Chormusik zu beurteilen, auch wenn ich zu Jugendzeiten in einem Chor mitgesungen habe – meist irgendwo zwischen Bass und Tenor, je nach dem neben wem ich gerade stand…
Aber ich kann mir gut vorstellen, dass die unverständlichkeit des Texts einiges dazu beigetragen hat, dass “Wie weit willst Du geh’n?” in die Volksbankwerbung kam. Denn im Orginal “Hungriges Herz” ist es sehr gut verständlich – aber eigentlich nichts für einen Banken-Werbespot.
Ist aber auch egal. Ich freu mich immer, wenn ich bei der VoBa in der Warteschleife bin
Und apropos freuen: Halleluja!
You’re not gonna put this on Youtube, are you?
Oh, yes Mary, they surely did!
(via Christoph Lindner)
Social-Seating meets Dating-Websites
via Jens Oellrich auf Facebook:
Denken wir das einmal ganz konsequent zu Ende, in einer Zeit, in der man bei manchen Fluggesellschaften nicht überrascht wäre, wenn eine seperate Toilettengebühr erhoben würde:
Beim Check-In wird man nicht nur freundlich auf die Möglichkeiten des Priority Boarding hingewiesen, sondern auch auf das Priority Social Seating: ”In unserem Standardpreis ist das Social-Seating mithilfe von Facebook oder Google+ inbegriffen. Gegen Aufpreis beziehen wir partnerbörse.ru sowie andere Dating-Sites in den Algorithmus mit ein. In der Business-Class ist die XING-Option inklusive.”
Gar nicht auszudenken, wenn man das jetzt noch mit Ebay verknüpft und die ledigen Flieger um den Platz neben der Blondine (und selbstverständlich auch umgekehrt) bieten lässt. Und das Objekt der Begierde darf mitbieten, um sich freizukaufen.
Ich bin gleich wieder da, muss nur kurz rüber zum Patentamt…
Pusemuckeldorf im hintersten Heideland
“Pusemuckeldorf im hintersten Heideland” hat das Zeug, die nächste Hommingberger Gepardenforelle zu werden.
Herbtshopping…
Seitdem ich bei Amazon einige Produkte mit eindeutigem Apple-Bezug gekauft habe, bin ich offensichtlich in eine andere Kundengruppe eingeteilt worden. Man bietet mir per E-Mail äußerst stylische Küchengeräte von Russel Hobbs an. Bei manchen kann ich am Foto alleine nicht wirklich erkennen, welche Aufgabe die einzelnen Gadgets erledigen sollen. Aber sie sehen klasse dabei aus
Ich fürchte, dass meine alte, braune Lederjacke da wohl nicht mehr ganz zum iMage passt…
Hemd und Hose passen ja zusammen, die Krawatte konnte ich schon vor der App binden (aber jetzt weiß ich, wie der Knoten genannt wird!).
Aber was ist in diesem Herbst der Trend bei Herrenjacken? Da gibt es ja viele unterschiedliche Modelle, von glänzend und schwarz bis hin zu Strick oder Leder. Da hat Mann die Möglichkeit, genau die Jacke zu wählen, die ihnen auch am Besten gefällt. Ich will mich ja in der eigenen Jacke wohl fühlen – und das nicht nur diesen Herbst. Es ist also nicht empfehlenswert, eine Jacke nur zu kaufen, weil sie gerade besonders modisch oder trendy ist, denn nicht jeder Trend passt zu mir. Auch wenn mich schon einige der Jacken, die man im Angebot von Esprit findet schon interessieren würden.
Jacken und Mäntel sind ja ohne weiteres in der “iPreisklasse” angesiedelt. Aber man kauft ja auch nicht nur für eine Saison. Meine Jacken und ich sind in der Regel über viele Jahre ein festes Team. Da darf man ruhig mal ein wenig mehr für eine schöne Jacke ausgeben, denn der schöne Spruch, „Wer billig kauft, kauft zwei Mal“, trifft bei Bekleidung exakt zu. Jetzt hoffe ich nur noch, dass XXL auch passt
Wenn das mit dem “iLifestyle” so weitergeht, muss ich mich wohl bald nach einem neuen Auto umschauen…