Archive | Hotel

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Promi-Alarm!

Ein nettes Paar, der nicht das erste Mal bei uns im Haus wohnt, war letzt Nacht bei uns zu Gast. Sie wollte ein Zimmer im hinteren Gebäude, weil man da so schön ins Grüne schauen kann. Er will das Zimmer im vorderen Gebäude, weil ihm dort der Balkon besser gefällt. (Außerdem versteckt sich hinter „dem Grünen“ die Autobahn und das Industriegebiet, aber das erzähle ich niemandem :)

Man einigt sich in der Zimmerfrage und geht anschließend auf die Gartenterrasse zum Abendessen.

Kurz darauf in meiner Rezeption:

  • Kellnerin: „Warum sagst Du uns nicht, wer da hinten sitzt?“
  • Ich: „Warum sagst Du mir das nicht? Wer sitzt da hinten?“
  • Kellnerin: „Das ist doch Kommisar [beep] aus [beeeeeeeeeep]! Den kennt man doch!“

Ooops.

Nun gut, der Herr Kommisar hat es mir verziehen. Er fand es sogar angenehm, von vielen nicht erkannt zu werden, und diejenigen, die ihn erkannt haben, dies auf sehr herzliche Weise zum Ausdruck gebracht hätten.

Jetzt haben mir meine Damen ein verändertes Fernsehprogramm verordnet, damit ich auch die deutschen Schauspieler kennen lerne…

Reservation – Christliche Delegierte – “meine Stadt”

Was könnte vertrauenserweckender sein, als die Anfrage einer Gruppe christlicher Delegierter, die bei mir wohnen möchten? Speziell wenn die Anfrage von der Tourismus-Information an die Beherbergungsbetriebe weitergeleitet wurde. Nicht viel? Oh doch:

Von: robert bryan [mailto:r????b???2@gazeta.pl]
Gesendet: Samstag, 28. Juni 2008 16:10
An: r??_b????2@yahoo.com
Betreff: RESERVATION

MY NAME IS DR ROBERT BRYAN OF BRYAN AGENCY, LONDON . I WANT TO MAKE A RESERVATION FOR A GROUP OF CHRISTIAN DELEGATES COMING FOR A SEMINAR/CONFERENCE IN YOUR CITY FROM 1ST OF SEPTEMBER TILL THE 10TH OF SEPTEMBER 2008.

GET BACK TO ME VIA EMAIL IF THE DESIRED DATES ARE AVAILABLE.

REGARDS,

DR ROBERT BRYAN

Fassen wir die Verdachtsmomente nochmal zusammen:

  • Große Anzahl von Personen und Nächten
  • keine genauen Details “a seminar/conference”, “your city”
  • Allerweltsname, schwer zu googeln (Hey, das kann ja passieren – aber es ist ja nicht das einzige Verdachtsmoment)
  • ALLES GROSSBUCHSTABEN
  • Der Text ist schon auf diversen Webseiten zitiert worden -> leicht zu googeln

Wie es eine Diskussionsteilnehmerin auf den Punkt bringt: “Also entweder ist Mr. White [bei mir Mr. Byan] völlig unfähig und mit der Aufgabe überfordert, oder er will Dich abziehen.

Ich gehe mal von Vorschussbetrug/Scam aus.

Bye bye, Team Holland!

Die Niederlande sind also ausgeschieden. Schade auch. Seit ich die WM in Frankreich auf einem Campingplatz zwischen lauter Holländern verbracht habe, bin ich von deren Begeisterung angesteckt. Solange Oranje nicht gegen Deutschland spielt, haben sie meine uneingeschränkte Sympathie.

Nun sind Niederländer aber nicht überall in Deutschland so gerne gesehen, was sich z.B. auch gestern abend in unserem Bistro vor dem Fernseher gezeigt hat: Die 6 Personen, die dort geschaut haben waren alle aus Deutschland und genossen es richtig, die Niederlande verlieren zu sehen. Da kamen alle (Vor?)urteile auf den Tisch. Zum Glück waren meine Holländischen Gäste alle in Basel.

Nun kommt aber das dicke Lob an die Oranjes: Sie kamen traurig, aber ohne Randale oder Gegröhle ins Hotel gekommen. Die meisten haben zwar heute morgen das Frühstück verschlafen – dafür kamen welche von außerhalb (warscheinlich hatten die gar kein Bett gebraucht/gemietet). Die Spätaufsteher aus unserem Hotel bekamen selbstverständlich auch noch etwas – schließlich wollen wir ja niemanden hungrig “heimschicken”. ;)

Auch die Minibar-Entnahme wurde ohne Nachfrage gemeldet (“Wir hatten noch 9 Pils.”). Insgesamt hat sich auch nach der Niederlage gegen Russland unser Bild von den Niederländern nicht verändert. Wir (und auch unsere Wirtskollegen in Neuenburg am Rhein) kennen diese als freundliche, gutgelaunte, höfliche Gäste, die nicht auf jeden Euro schauen, sondern die Qualität erkennen und schätzen.

Schade, dass es nichts aus dem Traumfinale D vs. NL wird

Russland vs Niederlande – 1:74

Das Hotel ist fest in holländischer Hand. Wir haben ja immer viele Gäste aus den Niederlanden, aber dieser Ansturm seit fest stand, dass NL in Basel spielt hat mich überrascht.

Seit zwei Tagen haben wir also jedes Zimmer vermietet – an solchen Tagen ist man immer wieder froh, wenn mit den Reservierungen keine Fehler unterlaufen sind!

Ein Paar Deutsche haben wir auch noch unter den Gästen, weshalb die Niederlande “nur” auf 74 Zähler kommen. Und wer ist die “1″ für Russland? Das ist unsere Auszubildende aus Kasachstan. Das ist zwar nicht Russland, aber sie hat wärend der EM Partei für den “großen Bruder” ergriffen :)

Da jedoch viele Gäste Tickets für das Stadion haben, kann die Sache bei uns vor dem Fernseher dann doch noch knapper werden.

Ernsthaftere Ergebnissdiskussionen bei Robert…

Own-Hotel.com – Top, Flopp oder was?

Es geistert schon eine Weile durch die Blogs, aber so langsam scheint es ernst zu werden: Own-Hotel.com bietet wahrscheinlich schon bald die Möglichkeit “Hoteldirektor” zu werden. Also einer von 20.000 Hoteldirektoren. Geführt werden soll das Hotel dann Basisdemokratisch: Jeder hat eine Stimme – “Wisdom of the Crowds” bzw. “Die Weisheit der Vielen” ist das Zauberwort.

Die Informationen sind noch spärlich, aber folgende Punkte sollte man beachten nud abklären sollte, bevor das Projekt richtig startet:

  • Direktoren oder Investoren? – In erster Linie scheint das Projekt Investoren bzw. Gesellschafter zu suchen. Warum sonst muss man sich vor 99€ eine “Eintrittskarte” für das Projekt kaufen? Klar hilft es, wenn diejenigen, die abstimmen, dies nicht ganz ohne eigenes Interesse machen. Ist nicht schlecht, sollte aber auch so gesagt werden. Momentan liest sich das ganze mehr als “Money of the Crowd” als “Wisdom of the Crowd”.
  • Was bekommen die Investoren zurück? – Also, jeder der 20.000 tätigt eine Einlage in Höhe von 99€ und gibt auch ein gutes Stück Zeit, Arbeit und Know-How. Und was bekommt man dafür? “Die Möglichkeit, günstig im eigenen Hotel Urlaub zu machen” ist da noch nicht ganz der große Anreiz. Es sollte etwas von “Gewinnausschüttung” erwähnt werden, aber auch die wohl recht niedrige Wahrscheinlichkeit, dass diese tatsächlich zum Tragen kommen wird. Wenn ich meine 99€ zur Bank trage, bekomme ich von denen ein Paar Cent Zinsen.
  • Aber 20.000 x 99 € sind doch eine Menge Geld! – Nein. Es sind einfach nur knappe 2 Millionen. Ich kaufe nicht täglich Hotels, aber für ein 2-Sterne-Haus hier in Neuenburg muss man mit ca. 1 Million rechnen. Das sind dann 16 Zimmer. Keine “Top-Tourismus-Destination”. Kein “Urlaubshotel”.
  • Wer verdient dann an der Sache? – Gute Frage. In erster Linie der Verkäufer des Hotels. Als nächstes diejenigen, die im Hotel arbeiten werden: Die Geschäftsleitung und die Angestellten. Es sei ihnen gegönnt, aber dies ist kein “neuartiges Konzept“. Ebenfalls bringt das Hotel all denen Einnahmen, die irgendwelche Leistungen mit dem Hotel abrechnen können. Also der Anwalt, der die Verträge überprüft, der Steuerberater, der die Buchhaltung macht, der Anbieter der Hotelsoftware und der Restaurantkassen, der Dienstleister, der die Webseiten macht, der Designer, der die CI entwirft, … Im Gegensatz zu den Geld-, Ideen- und Know-How Gebern (der “Crowd”) werden diese nicht auf ihre “Entlohnung” warten müssen.
  • Aber gerade Beratungskosten werden durch “Wisdon of the Crowd” ja eingespart! – Jein. Einen Betriebsberater braucht es für das Projekt nicht – man will ja der Masse und nicht den Beratern vertrauen. In dem Moment jedoch, wo jemand tatsächlich “den Kopf hinhalten muss” oder mehr als nebenbei Arbeit verrichtet, will dieser auch dafür entlohnt werden. Das ist vollkommen berrechtigt, muss aber jedem bewusst sein, der Geld beisteuert.
  • Aber man kann ja auch anders von Web 2.0 profitieren! – Stimmt. Und genau deshalb werden wohl doch viele bei der Sache mitmachen. Wenn man den Hunderter verschmerzen kann, dann könnte sich das Projekt zu einem hervorragenden Austauschplattform für engagierte Gastronomen und Urlauber werden. Da haben wir wohl alle schon Geld für unsinnigeres Ausgegeben, oder?
  • Wir das Own-Hotel ein Erfolg? – Kann gut sein. Wenn tatsächlich alle Anteile verkauft werden, dann hat das Hotel 20.000 überzeugte PR-Agenten, Buchungs-Assistenten, Trend-Scouts und “Evangelists”. Wenn jeder auch nur einen Freund oder Verwandten ins Hotel schickt, dann ist da jaganz schön was los.
  • Die Lizenzfrage! – Bisher ist im Impressum von Own-Hotel.com folgendes zu lesen: “Das Copyright für den gesamten Inhalt liegt bei Stephan Waltl (microgast). Alle Rechte vorbehalten.” Sorry, so geht’s nicht. Wenn ich von vielen Input will, dann muss das Ergebniss unter eine freie Lizenz. Die Lösungen, die ich für Own-Hotel mitentwickle, will ich auch selbst nutzen können. CC-BY-SA ist wohl das mindeste. (Ich weiß: Die jetztige Webseite beinhaltet ja noch nicht die eigentliche Diskussion und Planung. Das kann Stephan gerne den Daumen draufhalten. Aber wenn’s losgeht muss sich das ändern.

So, dass waren meine ersten Gedanken zum noch ganz jungen Projekt. Wenn das Ding richtig losgeht, werde ich sicher nochmal drüber schreiben. Und um die Frage aus der Überschrift zu beantworten: Ich denke, das Projekt hat das Potential, “Top” zu werden.

Schweiz – Tschechien 0:8

…zumindest was die Übernachtungen in unserem Hotel angeht.

Das hat mich ja schon überrascht. Eigentlich dachte ich nicht, dass wir hier etwas vom Euro-Kuchen abbekommen. Wir sind zwar nur eine halbe Stunde von Basel entfernt, aber eben in Deutschland, nicht in der Schweiz. Außer einer Optionsreservierung (für die Spiele, bei denen Deutschland eventuell in Basel spielt) kam auch wirklich nichts rein.

Bis dann heute abend die Tschechischen Fans anrückten: Erst vier zusammen, dann nochmal zwei, und zum Abschluss dann die beiden im Trikot mit dem offiziellen Euro-2008-Nissan.

Nissan chears for Czechs – Hop , hop, hop – Nissan fandi ÄŒechům – Hop, hop, hop!

Zeitungen als Gratisbeigabe

Gute Hotels und Restaurants bieten Ihren Gästen gute Zeitungen an. Die Gäste selbst sehen dies bereits seit langem als kostenlosen Service, als Dreingabe an. Wir haben für unsere Gäste die “Badische Zeitung” und auch “Die Oberbadische” aboniert.

Immer öfter bekommen wir nachfragen, ob wir mit der einen oder anderen Zeitung/Zeitschrift gratis beliefert werden dürfen. Diese lehne ich meistens ab. Denn unsere Gäste wollen morgens meistens recht früh wieder weg. Entweder zur Arbeit, oder zur Weiterfahrt in den Urlaub. Da wurde die gratis gelieferte FAZ meistens unberührt ins Altpapier georfen. Schade drum – aber so war das nun einmal. Also habe ich das dreiwöchige Probeabo nach ungefähr einem viertel Jahr telefonisch gekündigt.

Was aber weiterhin (unbestellt und unbezahlt) geliefert wird, ist das Handelsblatt. Aber das ist wenigstens nicht so dick wie die Frankfurter Allgemeine. Das dessen Riesenformat einfach unpraktisch zum Lesen ist will ich ja gar nicht bemängeln. Oder – doch :)

Jetzt kam ein Schreiben, dass mich die “Stuttgarter Zeitung” bis Ende Oktober kostenlos beliefern will. Immerhin gibt man mir darin die Möglichkeit, mich gegen die Belieferung mit Altpapier zu wehren, indem ich mich bei einer Telefonnummer melde. Mal sehen, wenn’s zu viel wird ist da schnell angerufen, dann bestelle ich die Schwaben wieder ab.

Jedenfalls scheint es doch so, dass man als Hotel inzwischen nicht mehr allzuviel ausgeben muss, um seinen Gästen die erwartete Auswahl bieten zu können. Den Zeitungen ist es etwas wert, Ihre Leserzahl entsprechend mit Gratislieferungen zu erhöhen. Und Hotels gelten da wohl als Multiplikatoren. Somit ist man zwar noch nicht ganz auf dem Niveau der Gratis-Blätter und Stadtzeitungen angekommen, aber es sind doch schon erste Schritte in diese Richtung gemacht.

Ich gehe davon aus, dass hierdurch dem Leserrückgang aufgrund des Internets engegengesteuert werden soll. Mal schauen, ob diese Taktik aufgeht. Im Moment wird jedenfalls noch mehr nach der Tageszeitung als nach dem Internetterminal gefragt. Aber wie lange das noch so sein wird ist fraglich. Vielleicht haben wir in einigen Jahren nur noch eine Zeitung, aber dafür drei Internetterminals in der Rezeption. Wäre aber schade. Ich mag bedrucktes Papier.

Familienwochenende

Es ist schon traurig, wie mißtrauisch man doch wird.

Letzte Woche hat eine junge Dame angerufen, sie plane ein “Wochenende” und hätte meine Nummer bekommen.

Die Schwester möchte mit dem Zug anreisen. Wie weit denn der nächste Bahnhof weg wäre, wie er denn heisst, gibt es eine Busverbindung und welche Bushaltestelle denn in der Nähe des Hotels wäre.

Der Rest der Familie kommt mit dem Auto – gibt es Parkplätze? Liegen sie zentral? Ja, Neuenburg ist eine kleine Stadt – da ist es einfach zentral zu liegen. Also, dann eher ländlich und Erholung und so?

Wir bringen den Hund mit, darf man das? Was kostet der? Pro Nacht?

Gibt es ein Restaurant im Haus?

Der Bruder fragt nach WLAN und was es kostet, und als dann noch die Oma fragen lässt, ob es Zimmer im Erdgeschoss gibt, kann ich mir die Rückfrage nicht verkneifen, ob dies eine Umfrage für einen Reiseführer ist…

Bei dem ganzen Mist, den man zur Zeit versucht mir am Telefon zu verkaufen, kann es echt leicht passieren, dass man dann bei den falschen Verdacht schöpft. Vielleicht hat die Dame ja wirklich einen Fragenkatalog Ihrer Familie vorbereitet, und vielleicht ist diese einfach so representativ, dass dieser sich so anhört wir bei einem Verlag der auf Kundenfang ist. Dann tut es mir echt leid – dann habe ich wohl gerade eine ganz gute Reservierung versaubeutelt.

Wobei ich mir fast sicher bin, dass es sich um eine professionelle Abfragerin gehandelt hat…