Webseiten dürfen so lang sein, wie es interessanter Inhalt hergibt.
Beweis? Hier auf Deutsch: “Niemand scrollt auf Webseiten“, und hier auf Englisch: “Life, below 600px“. Und hier nochmal etwas drastischer
Webseiten dürfen so lang sein, wie es interessanter Inhalt hergibt.
Beweis? Hier auf Deutsch: “Niemand scrollt auf Webseiten“, und hier auf Englisch: “Life, below 600px“. Und hier nochmal etwas drastischer
„Zwei ungarische Journalisten, Zsolt Bogár und Attila Mong, legten im öffentlich-rechtlichen Radio eine Schweigeminute ein – und wurden suspendiert.“
Bogár erklärt nun in einem Interview, wie Zensur funktioniert, und dass es sogar ohne konkrete Gesetze geht.
…dann ware es ein Überwachungsstaat mit Zensur & willkürlichem Entzug der Bürgerrechte.
Eigentlich dürfte es die “Brot statt Böller App” gar nicht geben. Schade. Hoffentlich drückt Apple ein Auge zu.
Bei Wikileaks war Apple deutlich strenger und hat die Spendenapp ganz schnell aus dem Angebot genommen. Kann natürlich auch sein, dass der wahre Grund die Ankündigung des US-Verteidigungsministeriums war, nach der für die Truppen Smartphones gekauft werden sollten. Oder man hat den Inhalt von Wikileaks tatsächlich so beurteilt, dass dieser “einzelne oder Gruppen in Gefahr bringt“.
Trotzdem kann Apple laut den Nutzungsbedingungen jederzeit den Böller zünden und den Geldhahn zudrehen. Hoffentlich erst nach Silvester…
Dylon Horrocks – Ein offener Brief an Journalisten bezüglich Wikileaks
Da der Kampf gegen Wikileaks inzwischen den Siedepunkt erreicht hat, wurde aus der Angelegenheit etwas viel größeres als die einzelnen Details des Cablegate-Leaks bzw. ob man der Meinung ist, die Veröffentlichung sei ein Fehler, oder der Inhalt sei unwichtig.
Denken wir zurück an die “Pentagon-Papiere” und stellen wir uns die Frage: Hätten wir lieber Nixon bei seinen Versuchen Daniel Ellsberg, Neil Sheehan und die Washington Post zu unterdrücken, verfolgen und zu belästigen unsterstützt? Oder wären wir aus Prinzip standhaft geblieben?
Die beiden Veröffentlichungen sind selbstverständlich sehr verschieden, und dennoch: Dies ist eine Art von moralischer Herausforderung, wie sie wohl jede Generation nur einmal gestellt wird. Dadurch dass die Versuche Wikileaks zu zerstören inzwischen die Grenzen des gesunden Menschenverstands überschritten und sich ins ungesetzliche und orwell’sche gesteigert haben, wird diese Situation zu einer grundlegenden moralischen Krise für Meinungsfreiheit, Journalismus und für die Demokratie.
Offen gesagt ist es mir egal ob man Julian Assange arrogant findet und man sich an ihm stört, oder wie man zu Gaddafis Krankenschwester steht. Das, um was es nun geht ist sehr viel bedeutender und das Ende dieser Krise wird die Grundregeln des Journalismus, von Enthüllungen, des Internets, der freien Rede und der Demokratie für eine lange Zeit festlegen.
Und darin liegt letztendlich die offensichtliche Parallele mit den Ereignissen um die Pentagon-Papiere und was darauf folgte.
Also bitte: Überlegen wir uns welchen Eindruck unsere heutigen Taten in zwanzig Jahren hinterlassen, und bitte – den Idealen und Prinzipien die Euch ursprünglich dazu bewogen haben, Journalist zu werden – nehmt diese Krise ERNST!
Dylon Horrocks: An open letter to journalists regarding Wikileaks. via Nerdcore.
Oder auch, direkt auf deutsch und wesentlich wortreicher bei FAZ.net: “Sieben Jahrhunderte Wikileaks“.
Netzpolitik bringt es auf den Punkt:
Viel besser wäre es, wenn man sich auf die folgenden Meldungen konzentrieren könnte:
Man mag ja von den neusten (letzten?) Wikileak-Enthüllungen halten, was man will. Es mag auch sein, dass die wirklich wichtigen Enthüllungen in der Die-haben-gesagt-der-Guido-sei-doof-Hysterie untergegangen sind. Und es mag auch sein, dass die Sache mit den Netzsperren auch über den JMStV und seiner Filtersoftware auf Providerebene ganz offiziell kommt.
Aber was wir jetzt schon sehen können ist, was passiert, wenn Webseiten gefiltert werden: Wikileaks wird zunächst aus dem Amazon-Wölkchen geworfen (nicht Zensur, sondern um die Amazon-Infrastruktur vor DDoS-Angriffen zu schützen. Schon klar, ne?), und verliert auch noch seinen DNS-Dienstleister (ebenfalls keine Zensur, sondern wegen der DDoS…).
Aber Server sind Massenware, und DNS ist ja auch nur ein schnelleres Telefonbuch. Und woher bekommt man die aktuelle IP-Adresse vom Wikileak-Server? Klar über Twitter.
Und somit zeigt sich wiedereinmal, dass das Internet “Zensur” als Netzstörung behandelt und darum herum arbeitet. Aber inzwischen mache ich mir nicht mehr so sehr um die Freiheit im Internet Sorgen. Ich denke, wir müssen uns eher um unsere Gesellschaft sorgen machen…
Nein. Denn erstens schreibe ich dieses Blog so, dass ich es ohne Bedenken meinen Kindern zeigen kann – auch dem Jüngsten.
Andererseits zeichnen sich neben der kompletten Abschaltung auch auch noch andere, gangbare(re) Alternativen ab: “Klagen statt sperren“.
Auch eine neue Vokabel durfte ich hierbei kennenlernen: “Shitstorm” – zum Glück ist gerade Nacht, da kann ich ja auf die Wikipedia zugreifen…
Es sind schon ein paar Ecken, die mich zur Blogparade: Crowdsourcing, Contests, Open Innovation – gut oder böse? gebracht haben. Trotzdem ist es doch immer wieder ein spannendes Thema, dem ich mich gerne aus der Richtung von OpenSource – also eigentlich der ersten ernstzunehmenden Crowdsourcing-Bewegung nähern möchte.
Für mich sind zwei Punkte für den Erfolg oder Mißerfolg von Crowdsourcing entscheidend: “Erwartungen” und “Belohnungen”.
Warum sollen die Massen an meinem Projekt – oder gar an meinem Produkt – mitarbeiten? Auch wenn hier oft der Preis genannt wird, den es bei Wettbewerben oft zu gewinnen gibt, kann der doch nicht alles sein. Denn schließlich gibt es nur einen (oder wenige) Gewinner. Und wenn man aus der Sicht eines in der entsprechenden Branche aktiven Profis an die Sache herangeht, dann ist es nicht interessant, Teil der Crowd zu werden. Aber Crowdsourcing ist kein Ersatz für eine Ausschreibung – im Gegenteil: Es geht darum, dass Amateure (das hat im Wortstamm mit “Liebhaberei” zu tun) einzelne Teile beisteuern aus dem sich dann ein großes Ganzes zusammentut – oder der Initiator dieses eben zusammenfügen muss.
Dieses Bewerten und Zusammenfügen ist es auch, was trotz der “kostenlosen Arbeitskraft” dann doch Geld kostet. Nicht umsonst bittet Jimmy Wales regelmäßig um Spenden für Wikipedia. Außerdem erwartet die Crowd auch entsprechende “Entlohnung”. Und in den wenigsten Fällen ist diese monetär. Aber es geht um Anerkennung und auch darum, dass man das Resultat des öffentlichen Schöpfungsprozesses nicht einfach nimmt und in den Firmentresor einschließt. Offene Lizenzen wie die GPL oder viele der CC-Varianten fordern, dass die Werke, die auf den öffentlichen Fundamenten aufbauen auch wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Wer die eigene Arbeit nicht teilen mag – weil sie ihm zu wertvoll erscheint – der sollte auch nicht auf Crowdsourcing zurückgreifen.
Wenn Ideen in der großen Gruppe erarbeitet werden, dann kann auch der Konkurrent diese anzapfen und sein eigenes Produkt verbessern. Der Wettbewerb ist somit intensiver – aber wird dadurch auch bessere Lösungen (für den Verbraucher) hervorbringen. Aber, wie sagt Guy Kawasaki so schön: “Die wenigsten Ideen sind so einmalig, dass sie nicht ein anderer auch haben könnte” – oder eben auch schon gehabt hat.
Oliver Schuh verpflanzt das Konzept des Crowdsourcing in ein Restaurant – und dieses kommt bei ihm gar nicht gut weg. Vielleicht liegt das aber auch daran, wie das Konzept in diesem fiktiven Restaurant eingesetzt wird. Das fertige Gericht, das der Gast bestellen möchte gibt es tatsächlich nicht. Aber in der Küche, die dem Gast ja auch zur Verfügung steht, sind viele der Vorarbeiten schon erledigt. Er kann das Mise en Place der anderen benutzen, um sein Traumgericht (ohne Soßenbinder) zusammenzustellen. Der Einwand, dass man dies aber nicht tun kann oder will zählt hier nicht. In diesem Fall muss man dann tatsächlich in ein “normales Restaurant” gehen bzw. das Projekt auf konventionelle Weise realisieren. Beispiele wie “Restaurant” oder “Möbelhaus” taugen eh’ nur sehr eingeschränkt für Konzepte von Social Media, werden aber immer wieder gerne herangezogen. Aber das ist ein anderes Thema.
Wer sein Projekt der Masse öffnet, der gibt der Masse auch die Möglichkeit vom Projekt zu lernen. Wer bei OpenStreetmap mitzeichnet lernt, wie die Grundlagendaten für Landkarten beschaffen sind. Wer an einem OpenSource Projekt mitprogrammiert, lernt viel über Programmierung. Wer bei einer Blogparade mitschreibt, beschäftigt sich viel intensiver mit dem Thema. Auch dies sind “Belohnungen” für diejenigen, die ihre Arbeitskraft und Kreativität einfließen lassen.
Alle Punkte die ich aufgeführt habe, sind negativ formuliert. Aber meiner Meinung nach ist Crowdsourcing ein sehr gute Herangehensweise an viele Projekte und Probleme. Eine positive Einstellung zur offenen Kultur des Teilens vorausgesetzt. Wer die nicht hat, der sollte bei den klassischen Methoden bleiben.
PS: Habe ich bereits erwähnt, dass Blogparaden ein sehr schönes Beispiel für Crowdsourcing sind…?
Also, im Klartext:
Wir (Facebook) können Deine Daten verkaufen, wenn wir das wollen. Und wir können Dir den Zugriff auch Deine Daten verweigern.
Und da fragt man mich ernsthaft, warum ich ein zwiespältiges Verhältniss zu SaaS habe…
Es wird höchste Zeit, dass es eine Alternative gibt…