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Erste Schritte eines AKADianer bei der FernUniversität in Hagen

Wo komme ich her, wo gehe ich hin?

Ich habe mir schon immer gerne selbst Wissen angeeignet, egal ob mit Fachzeitschriften, Büchern oder Kursen im Internet. Im Rahmen von BasicLinux.net bzw. später LinuxBasics.org habe ich auch schon Onlinekurse selbst geleitet. Vor ein paar Jahren entschloss ich mich, das Lernen in geordnetere Bahnen zu lenken damit die investierte Zeit und das Engagement auch in einem offiziellen Abschluss münden. Aufgrund einer persönlichen Empfehlung entschied ich mich für ein Fernstudium bei der AKAD University. Wirtschaftsinformatik war interessant und hatte für mich genau die richtige Mischung zwischen praktischer Anwendbarkeit im elterlichen Betrieb (BWL) und Freizeitinteressen (Informatik).

Nachdem ich im Juli meinen Bachelor of Science in Wirtschaftsinformatik bei der AKAD University abgeschlossen hatte, stand die Frage nach dem Master im Raum. Denn inzwischen habe ich mich doch an das Fernstudentenleben gewöhnt. Es war keine Frage ob, sondern lediglich wann und wo ich das entsprechende Studium beginnen würde.

Aufgrund der Tatsache, dass der Mastertitel mir keine wirklichen Vorteile in meinem momentanen Beruf (sprich Gehalt) bringen wird, ist das Gebürenmodell der FernUniversität in Hagen unschlagbar: Die gesamte zu zahlende Betrag beträgt nur gut 1/10 von den bei Privaten Hochschulen anfallenden Gebüren. Die restlichen Kosten übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen — ein herzliches Dankeschön dafür.

Sowohl die AKAD als auch die Willhelm Büchner Hochschule hätten interessante Masterstudiengänge angeboten. An der Fernuniversität habe ich aber die Möglichkeit, das Themenfeld meiner Bachelorthesis Computer Supported Cooperative Learning (CSCL) bei Professor Haake zu vertiefen. Auch die anderen zur Verfügung stehenden Module bieten die Möglichkeit, sich ein sehr interessantes Studienprogramm zusammen zu stellen. Wahrscheinlich hätte ich mich auch dann für die FernUniversität entschieden, wenn sie teurer wäre.

Einschreibung

Meine Karriere an der Fernuniversität in Hagen startete im Regionalzentrum Stuttgart, nur ein paar hundert Meter von der AKAD entfernt. Nach einem meiner letzten Seminare ging ich also „rüber“ und stellte mich mit den Worten vor: „Guten Tag, ich werde Ende Juli meine Bachelorprüfung bei der AKAD haben und möchte mich bzgl. der Modulwahl für den Master erkundigen.“

Die Antwort ließ mich aus allen Wolken fallen: „Die AKAD ist ja nur etwas Privates, damit können Sie doch nicht bei uns den Master machen…“ Es folgte eine kurze Diskussion („Die AKAD ist eine staatlich anerkannte Fachhochschule.“ — „Aber wir sind eine Universität.“ — „Aber ich erfülle die auf der Webseite beschriebenen Einschreibungsvoraussetzungen.“), die recht schnell darauf hinaus lief, dass ich meine Unterlagen von der Universitätsverwaltung prüfen lassen sollte. Diese wurde (verständlicherweise) nicht tätig, bevor das ausführliche Zeugnis vorlag. Aber immerhin bekam ich nach pünktlicher Vorlage der Bachelorurkunde entsprechende Fristverlängerung.

Am Ende stelle sich heraus, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Der AKAD B.Sc. Wirtschaftsinformatik bringt genügend ECTS–Punkte in Mathematik und theoretischer Informatik mit, dass ich ohne Propädeutikum zum Wintersemester eingeschrieben wurde. Na also, geht doch 🙂

Hierdurch zeigt sich auch die Qualität des AKAD–Curriculums und sollte auch den Diskussionen bzgl. „Warum brauchen wir Module wie WIM03/WIM04/FMI11 oder CPP01 in ausgerechnet in meinem Studiengang?“ ein stichhaltiges Argument hinzufügen.

Einführungsveranstaltung — Andere Begriffe für ähnliche Dinge

Die EInführungsveranstaltung im Regionalzentrum Karlsruhe war interessant. Alleine die Größe (ca. 150 Studierende) war beeindruckend. Die „Pause“ war sehr gut organisiert, mit Tischen, die nach Studiengang reserviert waren. So konnte man direkt Kontakt zu Leuten knüpfen, die mit einem zusammen auf dem Weg zum Abschluss sind.

Das Studium an der FernUniversiät besteht aus Elementen, die denen an der AKAD recht ähnlich sind. Was bei der AKAD „Seminar“ heisst, nennt man in Hagen „Mentoriate“ und sind ebenfalls optional. Das Hagener „Seminar“ wiederum ist die einzige Pflichtveranstaltung und ähnelt einem „Assignmentseminar“ nach dem alten AKAD–Schema, nur dass die Präsentation und Mitarbeit zusätzlich zur Hausarbeit auch benotet wird. Gelernt wird hauptsächlich aus Studienheften, besprochen wird das Gelernte online in den entsprechenden Foren.

Und dann sind da die Dinge, die eben doch ganz anders sind. Die FernUniversität hat zwölf mal so viele Studierende wie die AKAD. Das merkt man überall: An der Strukturierung in Fakultäten und Lehrstühle, am Studierendenparlament (statt nur zwei Vertretern), am von der Studierendenschaft betriebenen Hotel in Hagen und an der Tatsache, dass man sich als Student um vieles selbst kümmern muss. So wird zum Beispiel die Modulwahl erst dann auf die Erfüllung der erforderlichen Kombinationen geprüft, wenn das Abschlusszeugnis beantragt wird. Insgesamt gibt es viel zu Lesen bis man rausgefunden hat, was von einem erwartet wird. Als gute Navigationshilfe für die doch recht unübersichtliche Website der FernUniversität hat sich Google in Verbindung mit der jeweiligen Modulnummer herausgestellt.

Semester.

Die FernUniversität richtet sich wie Präsenzunis nach Semestern. So ist jedes Halbjahr in das gleiche Korsett gezwängt. Rückmeldung, Modulwahl, Einsendeaufgaben (Die Hälfte davon muss als Prüfungsvorleistung bestanden werden), Prüfungsanmeldung, Prüfung. Ich weiß schon heute, dass ich am 1. März 2016 die Klausur in Dienstleistungskonzeption und am 15. März 2016 die in Business Intelligence schreiben werde. Falls etwas dazwischenkommt – etwa Krankheit oder Arbeitsbelastung – kann ich zwar noch bis zum Vortag absagen. Der nächste Termin ist aber erst wieder im September.

Das ist schon ganz anders als bei der AKAD, wo man pro Modul alle drei Monate eine Prüfungsgelegenheit hatte und bei gutem Timing alle vier bis sechs Wochen ein Modul abschließen und dafür auch mal zwei Monate nichts für’s Studium tun konnte.

Fazit

Im Moment imponniert die FU Hagen durch schiere Größe. Bei der AKAD war es ein ganzes Stück „familiärer“. Andererseits gehe ich davon aus, dass auch die Fernuniversität sich bald wie zu Hause anfühlen wird, wenn ich die ersten Einsendeaufgaben auf den Weg gebracht habe.

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