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Der erste Copyright-Tote (#PDFtribute)

AaronSchwartzAaron Schwartz wollte die Forschung befreien. Oder zumindest wollte er 4,8 Millionen wissenschaftliche Papiere frei verteilen. Diese sind normalerweise hinter der Paywall JSTOR versteckt. Und deshalb war er mit einer Klage konfrontiert, die ihm 1.000.000 US-Dollar und 35 Jahre im Gefängnis hätte einbringen können.

Aaron Schwarz beging Selbstmord.

Und wärend Anonymous beschuldigend mit dem Finger auf das MIT zeigt, entsteht als Reaktion der geschockten Öffentlichkeit  ein Internet-Meme, welches nun genau das erreichen könnte, was Schwartz wollte: wissenschaftliche Dokumente, die tatsächlich allen interessierten zur Verfügung stehen. Unter dem Hashtag #PDFtribute erbieten Wissenschaftler aus Ihre Arbeiten kostenlos zum Download an. Nachdem die Dynamik ursprünglich aus den USA kam, werden im Moment hauptsächlich Tweets mit Japanischen Schriftzeichen veröffentlicht. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Aus lizenzrechtlicher Sicht kann zwar das „befreien“ der eigenen Schriften auch problematisch sein – schließlich hat man ja mit dem Anbieter einen Verwertungsvertrag geschlossen. Aber ein einzelnes, noch dazu eigenes Dokument ist wohl nicht so belastend wie 4,8 Millionen fremder Dokumente.

Die eigentliche Arbeit wird aber erst beginnen, wenn der Hype wieder abflaut. Denn es ist nicht schwer, ein paar PDFs auf einen großen Haufen zu werfen. Es ist etwas ganz anderes, diese Dokumente auch tatsächlich zugänglich zu machen.

 

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One Comment

  1. Posted 19. Februar 2013 at 9:42 | Permalink

    Selbstmord… Naja das so eine Strafe nicht schön ist kann man ja verstehen, aber Selbstmord wäre für mich nicht drin.