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Adblocker, kleine Kinder und große Brüder

Oliver hat Ute ein schlechtes Gewissen eingeredet, weil diese einen Adblocker verwendet. Das mag ich – auch wenn ich Ute nicht kenne – nicht so einfach stehen lassen. Also eile ich (ebenfalls in einem fiktiven Dialog) zu Hilfe:

  • Ich: Hey, Oliver, das war aber nicht nett, der Ute ein schlechtes Gewissen zu machen. Lass sie doch ihren Adblocker nutzen, wenn sie will.
  • Oliver: Unter keinen Umständen. Adblocker sind böse, lassen Bloggerkinder verhungern und gefährden durch Schmarotzertum das freie Internet an sich.
  • Ich: Das ist nur ein Nebeneffekt. Auf solche Einzelschicksale kann keine Rücksicht genommen werden. Speziell die Werbung von Google ist mit reichlich Nebenwirkungen verbunden.
  • Oliver: Wie meinst Du das?
  • Ich: Google hat mit der Kombination aus Suche, Werbung und Analytics die Möglichkeit, unser Surfverhalten über die Grenzen von Webseiten hinweg sehr genau zu analysieren. Die dadurch entstehenden Profile können in den falschen Händen sehr unangenehm sein. Auch Amazon hat mit seinem Speicherdienst S3 und Werbebannern da schon eine recht hohe Verbreitung.
  • Oliver: Aber diese Konzerne interessieren sich doch gar nicht dafür, welche Seiten Du und ich besuchen. Außerdem ist die Erstellung von persönlichen Profilen verboten.
  • Ich: Wenn die Werbeeinnahmen steigen, dann interessiert das sicherlich. Außerdem hat man nach dem 11.9.2001 gesehen, wie zerbrechlich Werte wie Freiheit und Privatsphäre sein können, wenn es um die „Nationale Sicherheit“ geht.
  • Oliver: Aber es ist doch technisch gar nicht machbar, detaillierte Bewegungsprofile von Millionen von Internet-Nutzer zu erstellen.
  • Ich: Im Moment vielleicht schon. Aber es gab auch einmal eine Zeit, in der das Marktvolumen für Computer auf 5 Stück weltweit geschätzt wurde. Die Zeiten ändern sich – die technischen Möglichkeiten noch viel schneller.
  • Oliver: Stimmt. Ich sehe ein: Es gibt Gründe, Werbung im Browser auszublenden
  • Ich: Ja. Und es gibt auch Werbemöglichkeiten, bei denen die Internet-Giganten nicht mit Daten gefüttert werden. Ich blende auf meinem Blog z.B. nur dann Google-Ads ein, wenn der Besucher eh‘ schon von Google kommt.

(Ich finde solche fiktiven Dialoge richtig klasse. Man kann das gegenüber genau dann einknicken lassen, wenn man selbst keine Argumente mehr hat… 😉

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One Comment

  1. Posted 24. Juni 2013 at 10:00 | Permalink

    Hallo Stefan,

    bin erst heute auf deinen Artikel gestoßen. Vielen Dank, dass du für mich in die Bresche gesprungen bist. Oliver hat mich bis heute nicht davon überzeugen können, den Adblocker auszuschalten 😉

One Trackback

  1. […] ein Blogdialog, Stefan Waidele repliziert auf meinen gestrigen halb-fiktiven Chat-Dialog mit Ute: Adblocker, kleine Kinder und große Brüder | Stefan.Waidele.info tl;dr: Ads blockieren ist prima, obwohl dann der Anbieter kein Geld verdient, weil der Ad-Anbieter […]