Letztes Wochenende fand in Hamburg in den Räumen der ISM das Destinationcamp 2011 (Hashtag: #DC11) statt. Der Name lehnt sich an die aus dem technischen Umfeld kommenden Barcamps an. Das #DC11 steht damit in einer Reihe mit den bereits seit einigen Jahren etablierten Tourismuscamps, Castlecamps, Hotel-, MICE-, Kartoffel- und warscheinlich noch einigen anderen Camps, die die Prinzipien der “Unkonferenz” mit dem Tourismus zusammengebracht haben.

Aber in einigen Punkten wurde das Konzept des Barcamps dann doch verändert. So wurden bereits vor der Veranstaltung die Brennpunktthemen der Teilnehmer abgefragt, und entsprechende Sessions vorbereitet. Dieser Ansatz wurde auch schon von Reiner Edlinger für das Castlecamp 2010  in Erwägung gezogen – aber doch wieder verworfen. Die sechs “Hauptthemen der Branche” wurden dann bereits am Freitag Abend vorgestellt. Somit war die Sessionplanung, die bei Barcamps einen guten Teil des Samstag-Vormittags einnimmt bereits abgeschlossen. Für jedes Thema stand ein Moderator und ein Mindmapper bereit. Es war nicht möglich weitere Themen einzubringen.

Die Teilnehmer hatten dann am Samstag vier mal 90 Minuten Zeit, diese Themenworkshops zu besuchen. Die im Vergleich zu Barcamps längeren “Slots” empfand ich als angenehm, da hierdurch eine ausführlichere Bearbeitung der Themen möglich war. Am Vormittag war der Austausch auch entsprechend intensiv – die neue Camp-Spielart schien nur Vorteile zu bringen. Entsprechend begeistert waren auch meine ersten Rückmeldungen.
Der Nachmittag brachte dann aber auch erste Probleme zum Vorschein: Die Moderatoren hatten die Session schon zwei mal durchdiskutiert. Somit wurden viele Anregungen der Teilnehmer mit einem “Ja, das haben wir heute morgen schon durchgesprochen – hier steht das schon in der Mindmap.” abgehandelt. Oder – IMO die bessere Möglichkeit – das Thema wurde von vorneherein auf die noch nicht behandelten Unterpunkte gelenkt und beschränkt.

Der Sonntag Vormittag wurden die Ergebnisse vom Vortag präsentiert – was durchaus sinnvoll war, denn man konnte ja nicht an allen sechs Workshops teilnehmen. Danach bearbeiteten wir zwei Aussagen in Kleingruppen. Hier war sowohl Thema als auch Methode vorgegeben, was schon für etwas Irritation bei den Teilnehmern sorgte. Aber die anschließenden Präsentationen der Kleingruppenarbeit (also: acht mal über die gleichen Themen) hätten wir uns sparen können.

Die anschließende E-Bike Tour bei schönem Wetter durch Hamburg munterte dann aber wieder all diejenigen auf, die die Heimfahrt nicht so knapp gebucht hatten. (Ebenfalls ein Highlight des Rahmenprogramms: Die geführte Kietz-Tour von & mit Oliver “Ich wohne hier & habe einen Ruf zu verlieren” Puhe)

Fazit

Im Ganzen betrachtet war das #DC11 ohne Zweifel eine gute, gelungene Veranstaltung. Ich bereue weder die Zeit noch das Geld für dieses Wochenende. Aber von den klassischen Barcamps habe ich bisher mehr “mitgenommen” – auch wenn es nicht in einem schicken Whitepaper aufbereitet wurde. Aber vielleicht passt dieser Top-Down Ansatz auch ganz gut zum Thema Destinationen, denn auch in den Workshops zeigte sich (naturgemäß) bei vielen eine Top-Down Einstellung.

Hier nochmal die für mich wichtigsten Punkte:

Positiv Negativ
  • Vorbereitete Themen
  • Einbeziehung vieler Teilnehmer
  • Aufbereitung der Ergebnisse
  • Organisation, Location, Catering, Helfer, Musik, Rahmenprogramm, …

Ergebnisse

Meine Hauptergebnisse vom Wochenende sind: “Keine Angst vor Kontrollverlust” und das Statement von Konstantin Feustel: “Auch wenn alle DMOs untergehen, wird die Destination weiterbestehen.” (verkürzt & nur aus dem Gedächtnis)

Die erarbeiteten Folien mit den Ergebnissen sind schon online, weitere Nachlesen finden sich bei Netzvitamine – Ute Dallmeier und bei Ideas4Hotels – Michael Rotteler.

Hier die offiziellen Zusammenfassungen:

Weitere Whitepapers werden noch folgen.