Archive | Dezember, 2010

Was “Brot statt Böller” mit Wikileaks zu tun hat…

Eigentlich dürfte es die “Brot statt Böller App” gar nicht geben. Schade. Hoffentlich drückt Apple ein Auge zu.

Bei Wikileaks war Apple deutlich strenger und hat die Spendenapp ganz schnell aus dem Angebot genommen. Kann natürlich auch sein, dass der wahre Grund die Ankündigung des US-Verteidigungsministeriums war, nach der für die Truppen Smartphones gekauft werden sollten. Oder man hat den Inhalt von Wikileaks tatsächlich so beurteilt, dass dieser “einzelne oder Gruppen in Gefahr bringt“.

Trotzdem kann Apple laut den Nutzungsbedingungen jederzeit den Böller zünden und den Geldhahn zudrehen. Hoffentlich erst nach Silvester…

Spiel mir bitte nochmal Jingle Bells

Ich habe Jingle Bells in allen erdenklichen Varianten gehört: Feierlich, schön, schnell, hektisch, dahingerotzt und auch einfach nur runtergespielt. Aber es macht schon einen Unterschied, ob es Berieselung im Kaufhaus ist, oder ob der eigene Sohn damit den vorläufigen Höhepunkt seiner Pianistenkariere feiert. Und außerdem ist das ja auch kein Weihnachts- sondern ein Winterlied…

Anno 1701 unter Windows 7

Meinem Sohnemann habe ich heute einen Weihnachtswunsch erfüllt, den er schon seit dem Kauf seines neuen Notebooks hatte: Bitte mach, dass Anno 1701 unter Win7 funktioniert. In verschiedenen Foren gab es zwar Teillösungen, aber das ganze Puzzle ließ sich nicht ohne Weiteres lösen.

Also, hier die Teile, die alle zusammen notwendig waren:

  • DirektX direkt von der Microsoft-Website herunterladen und installieren. (Vielleicht nicht notwendig, aber die Version auf der CD ist schon etwas älter.
  • Die neueste Version des Grafikkartentreibers herunterladen. Welche Grafikkarte man hat, kann man mit AIDA64 herausfinden. (NVidia / ATI)
  • Den Treiber für den Kopierschutz (Hersteller-Website, dann auf “Drivers” klicken) herunterladen und installieren.

Dann müsste das funktioniern…

10 Dinge, die man zwischen Weihnachten und Neujahr ausprobieren sollte

Feiertage – Urlaub – Mistwetter. Wer zu viel Zeit hat, der kann sich gerne bei meiner Liste von “Dingen, die man zwischen den Jahren ausprobieren sollte” bedienen:

  1. Wassermelonenschleuder bauen. Alternativ auch: Schneemänner.
  2. Angry Birds auf dem Desktop im Emulator
  3. Einen Tag ohne Online (sorry, kein Link ;)
  4. Ausschlafen.
  5. Einen Roboter programmieren. Zumindest einen Virtuellen.
  6. Chatroulette (nix für Kinder!)
  7. Bei einem Online-Netzwerk ein Fake-Profil anlegen und Trollen bis der Arzt kommt.
  8. Ego-Googling.
  9. Den Aprilscherz 2011 vorbereiten – man will ja nicht am 31. März in Hektik verfallen…
  10. Euch fällt sicher auch etwas ein… seid so nett und schreibt es in die Kommentare :)

Großhirn an Milz: Wo steckst Du eigentlich?

Screenshot: Google Body BrowserGanz einfache Frage – wenn man einen superaktuellen Browser hat und weiß, wie die Milz auf Englisch oder Latein heißt.

Google hat einen “Body Browser” in reinem HTML5 entwickelt – Google-Maps für den menschlichen Körper. Man kann die einzelnen Lagen (Haut, Muskeln, Knochen,…) nacheinander einblenden, oder für jede die gewünschte Transparenz festlegen.

Sehr schönes Spielzeug für lange Winterabende.

Apropos lange Winterabende…

Dylon Horrocks – Ein offener Brief an Journalisten bezüglich Wikileaks (Übers.)

Dylon Horrocks – Ein offener Brief an Journalisten bezüglich Wikileaks

Da der Kampf gegen Wikileaks inzwischen den Siedepunkt erreicht hat, wurde aus der Angelegenheit etwas viel größeres als die einzelnen Details des Cablegate-Leaks bzw. ob man der Meinung ist, die Veröffentlichung sei ein Fehler, oder der Inhalt sei unwichtig.

Denken wir zurück an die “Pentagon-Papiere” und stellen wir uns die Frage: Hätten wir lieber Nixon bei seinen Versuchen Daniel Ellsberg, Neil Sheehan und die Washington Post zu unterdrücken, verfolgen und zu belästigen unsterstützt? Oder wären wir aus Prinzip standhaft geblieben?

Die beiden Veröffentlichungen sind selbstverständlich sehr verschieden, und dennoch: Dies ist eine Art von moralischer Herausforderung, wie sie wohl jede Generation nur einmal gestellt wird. Dadurch dass die Versuche Wikileaks zu zerstören inzwischen die Grenzen des gesunden Menschenverstands überschritten und sich ins ungesetzliche und orwell’sche gesteigert haben, wird diese Situation zu einer grundlegenden moralischen Krise für Meinungsfreiheit, Journalismus und für die Demokratie.

Offen gesagt ist es mir egal ob man Julian Assange arrogant findet und man sich an ihm stört, oder wie man zu Gaddafis Krankenschwester steht. Das, um was es nun geht ist sehr viel bedeutender und das Ende dieser Krise wird die Grundregeln des Journalismus, von Enthüllungen, des Internets, der freien Rede und der Demokratie für eine lange Zeit festlegen.

Und darin liegt letztendlich die offensichtliche Parallele mit den Ereignissen um die Pentagon-Papiere und was darauf folgte.

Also bitte: Überlegen wir uns welchen Eindruck unsere heutigen Taten in zwanzig Jahren hinterlassen, und bitte – den Idealen und Prinzipien die Euch ursprünglich dazu bewogen haben, Journalist zu werden – nehmt diese Krise ERNST!

Dylon Horrocks: An open letter to journalists regarding Wikileaks. via Nerdcore.

Oder auch, direkt auf deutsch und wesentlich wortreicher bei FAZ.net: “Sieben Jahrhunderte Wikileaks“.

DDoS ist DOoF…

Netzpolitik bringt es auf den Punkt:

DDoS-Attacken sind [...] das plumpeste, ineffektivste und kontraproduktivste, was man im Internet tun kann. Wenn dir gar nichts anderes mehr einfällt, dann eben DDoS oder Steinewerfen.

Insofern war es prinzipiell amüsant, sich anzuschauen, wie Wikileaks in den letzten Tagen geDDoSt wurde – zeigte es doch, dass seinen Gegnern nichts besseres mehr einfiel.

[...]Irgendwo sitzen ein paar picklige Teenager und halten sich für die rechte Hand Julian Assanges. Sie merken nicht, wie sehr sie Wikileaks und generell der “guten Sache” damit schaden.

Viel besser wäre es, wenn man sich auf die folgenden Meldungen konzentrieren könnte:

Live Preview: Netzsperren

Man mag ja von den neusten (letzten?) Wikileak-Enthüllungen halten, was man will. Es mag auch sein, dass die wirklich wichtigen Enthüllungen in der Die-haben-gesagt-der-Guido-sei-doof-Hysterie untergegangen sind. Und es mag auch sein, dass die Sache mit den Netzsperren auch über den JMStV und seiner Filtersoftware auf Providerebene ganz offiziell kommt.

Aber was wir jetzt schon sehen können ist, was passiert, wenn Webseiten gefiltert werden: Wikileaks wird zunächst aus dem Amazon-Wölkchen geworfen (nicht Zensur, sondern um die Amazon-Infrastruktur vor DDoS-Angriffen zu schützen. Schon klar, ne?), und verliert auch noch seinen DNS-Dienstleister (ebenfalls keine Zensur, sondern wegen der DDoS…).

Aber Server sind Massenware, und DNS ist ja auch nur ein schnelleres Telefonbuch. Und woher bekommt man die aktuelle IP-Adresse vom Wikileak-Server? Klar über Twitter.

Und somit zeigt sich wiedereinmal, dass das Internet “Zensur” als Netzstörung behandelt und darum herum arbeitet. Aber inzwischen mache ich mir nicht mehr so sehr um die Freiheit im Internet Sorgen. Ich denke, wir müssen uns eher um unsere Gesellschaft sorgen machen…

Definition: Shitstorm

Also, zu den wirklich wichtigen Dingen des Lebens hat Wikipedia offensichtlich nichts zu sagen (hier, hier). Also werde ich wohl wie auch schon beim Blogstöckchen einspringen…

Shitstorm: Eine Vorgehensweise, die eigentlich einem guten Zweck dienen sollte, jedoch zu einer chaotischen und unkontrollierbaren Situation führt, die auch nicht ohne weiteres zu Erklären ist.

(Quelle: UrbanDictionary.com)

Als Beispiel kann z.B. die Reaktion auf die Entscheidung der Grünen dienen, aus parlamentarischen Gründen für den JMSV zu stimmen, obwohl man eigentlich inhaltlich gegen die Regelung ist. (Twitter, Rivva)