Archive | March, 2010

C’t-Magazin ohne Aprilscherz 2010?

(Eine Liste von aktuellen Aprilscherzen habe ich in einem gesonderten Artikel zusammengestellt)

Eine Jahrelange Tradition der deutschen Zeitschriftengeschichte geht anscheinend zu Ende. Seit der ersten Aprilausgabe im Jahr 1984 glänzt die c’t mit einem äußerst glaubhaften, gut recherchierten und immer wieder orginellen Aprilscherzen. Legendär ist z.B. das “Aufbohren des 486SX-Prozessors” zur Aktivierung des numerischen Coprozessors.

Dieses Jahr werden die Leser vielleicht enttäuscht werden: Denn sowohl der Heise Verlag, als auch die Redaktion der c’t hat anscheinend erkannt, welch große Verantwortung auf Ihren Schultern liegt. “Die Gefahr, durch unbedachte c’t-Aprilscherze die Zukunft der freien Gesellschaft zu gefährden ist einfach zu groß” – so die Aussage einer gut informierten Quelle – “Heft 8/2010 wird am 29. März wohl ohne c’t-Aprilscherz 2010 erscheinen., dafür aber mit einer entsprechenden Erklärung der getroffenen Vorsichtsmaßnahmen.”

Hintergrund: Aprilscherz 2009 des Chaos Computer Clubs

Vor dem Hintergrund der “Zensursula-Debatte” erschien es eigentlich sehr witzig: Der CCC forderte eine “Druckzeitenregelung für pornografisches Material”.

“Es kann nicht sein, dass man werktags vor 22 Uhr pornographisches Material ausdrucken kann, ohne daran gehindert zu werden”, sagte der Sprecher des CCC. Insiderinformationen zufolge unterstützt die Pornoindustrie das Vorhaben und würde gerne den Ausdruckschutz zur Wahrung ihrer Urheberrechte zweitverwerten. Auch der Buchhandel zeigt bereits Interesse an solch einer Lösung. Gespräche mit den Druckerherstellern seien bisher aber noch ergebnislos.

Die entsprechende Seite ist inzwischen nicht mehr online, kann aber noch aus dem Google-Cache abgerufen werden.

Aus Spaß wurde Ernst…

Und als hätte man es nicht besser wissen können: Die Prophezeiung hat sich selbst erfüllt. Der Vorschlag der “Sendezeiten für das Internet” wurde von übereifrigen Politikern begierig aufgenommen und in einen Gesetzestext gepackt. Nun hat die Piratenpartei alle Hände voll zu tun, das Kind wieder aus dem Brunnen zu holen. (Update: Siehe auch Pressemeldung der Piratenpartei vom 27. März 2010, sowie Meldungen zu RFID-Chips in KFZ-Kennzeichen oder DNA-Tests für Hundekot)

Im Heise-Forum schlagen die Wellen hoch: Hier ist von “Selbstzensur” und “vorauseilenden Gehorsam“  Erste Stimmen fordern jedoch schon, den CCC als verfassungsfeindlich einzustufen und verbieten zu lassen: “Wer mit unseren Grundrechten so fahrlässig umgeht, der sollte nicht von eben diesen Grundrechten geschützt werden

Und was sagen die etablierten Parteien zu der Gefahr?

Wie so oft ist auch bei diesem Thema das Internet und die technisch orientierten Bürger den etablierten Parteien ein großes Stück vorraus. Die Gefahr wird entweder nicht erkannt, oder kleingeredet. Lediglich aus dem Umfeld des Ministeriums für Arbeit und Soziales dringen Pläne an die Öffentlichkeit, nach denen zwischen dem 25. März und dem 5. April der Zutritt zu Zeitschriftenläden durch ein Stoppschild erschwert werde soll. Hierdurch sollen zumindes die Auswirkungen von Aprilscherzen in Zeitungen und Magazinen gemindert werden. Ein entsprechendes Gesetz soll noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht werden.

Reaktionen der Leserschaft

Wie bei solch wichtigen Themen üblich, gibt es seit der Bekanntgabe des Verzichts auf einen Aprilscherz auch im Heise-Forum heftige Diskussionen. Die Meinungen gehen hierbei – erwartungsgemäß – sehr weit auseinander. So befürchten einige schon den kompletten Untergang des Heise-Verlags (“Wer kauft denn Ausgabe 8 ohne Aprilscherz???”) während andere halten das ganze für einen gelungenen Marketing-Coup des Verlags (“Auf diese Erklärung bin ich gespannt!”). Viele wollen jedoch den Entscheidungsträgern den Rücken stärken. Wie es eine Diskussionsteilnehmerin auf den Punkt bringt:

Wenn wir durch die Abschaffung des 1. Aprils unsere Demokratie retten können, dann gebe ich gerne auch noch den 31. März mit dazu!

Und dieser Aussage schließe ich mich auch selbst an. (Wobei ich noch nicht darüber nachgedacht habe, welche Folgen ein um 2 Tage verkürztes Jahr auf die Umwelt haben könnte…)

Wobei Recherchen der Süddeutschen Zeitung inzwischen schon erste Belege für die Umsetzung des Sendeschlusses bei Youtube gefunden hat:

Was ist Eure Meinung?

Alles Panikmache? Gerechtfertigte Vorsichtsmaßnahme? Werdet Ihr die April-c’t kaufen? Ich bin auf Eure Kommentare gespannt!

Antispam-Bee: Neue Option gegen False-Negatives

Zugegeben, die Überschrift ist nicht ganz korrekt. Denn die Option gibt es schon eine Weile. Aber beginnen wir von vorne:

Seit März 2009 benutzt ich Antispam-Bee und war damit auch lange Zeit sehr zufrieden. Lange flog das Bienchen sogar ohne Update – und dann begannen irgendwann die Probleme: Es kamen immer mehr Spamkommentare ins Blog. Das ist ja auch verständlich, Spammer und Antispammer liefern sich ja einen Wettlauf, und jeder will dem anderen ein Schnippchen schlagen. Und als Reaktion darauf habe ich Antispam-Bee deaktiviert und bin zu WPs Haus-Filter Akismet gewechselt, und gut war. Aber eigentlich hatte ich die Biene doch bewusst ausgewählt, weil sie mit den Daten meiner Blogleser sehr schonend umgeht.

Also habe ich Antispam-Bee auf den neusten Stand gebracht, und meinte auch damit Erfolg gehabt zu haben. Aber die Freude währte nicht lange. Also doch wieder zu Akismet? Ich entschloss mich zunächst das Problem an Sergej Müller, den Programmierer des Plugins zu melden. Und nachdem ich mich dort ausgeheult hatte, habe ich mich daran gemacht, Informationen über meine Einstellungen zusammenzutragen, um die Fehlersuche zu ermöglichen.

Oh, was ist denn das? Da fehlt bei meinen Einstellungen ein Haken bei “Schärfere Prüfung für eingehende Kommentare anwenden“. Das ist auch (von Sergej) so gewollt, weil für diese schärfere Prüfung die IP-Adressen der Kommentatoren auswertet. Und siehe da: Wenn man alle Möglichkeiten Aktiviert, dann sticht die Biene auch wieder richtig zu!

Speziell mit der bequemen “Auto-Update” Funktion von WordPress sollte man sich also zwischendurch dazu zwingen, die Releasenotes auch tatsächlich zu lesen.

Mozilla Contacts: “Meine Daten” vs. “Deine Privatsphäre”

Das Mozilla-Projekt bringt es auf den Punkt: Im Adressbuch (aka. Freundesliste aka. Follower aka …) verläuft die Grenze zwischen “meinen Daten” und “Deiner Privatsphäre”. Das erfährt man immer wieder schmerzhaft, wenn die eigene E-Mail Adresse zusammen mit 500 anderen im CC-Feld statt im BCC-Feld landet.

Proprietäre Dienste lösen die Spannung dadurch, dass Sie “meine Daten” vor mir selbst schützen. So ist es z.B. mir nicht erlaubt, meine Kontaktliste bei Facebook herunter zu laden.

Und genau hier zeigt sich dann auch der Wert von OpenSource Software: Die Kontrolle des Nutzers über die Daten wird bei Freier Software nicht eingeschränkt. Nur wenn der Nutzer die Daten bequem dort nutzen kann, wo er sie benötigt, sind diese wirklich wertvoll. Und nur wenn der Benutzer die Datem bestimmungsgemäß (an Dienste und Programme) freigeben kann, sind diese auch sicher. (Ausnahme: Bedienungsfehler, s.o.)

Und genau da setzt Mozilla Contacts an. Und obwohl die Beta bei mir noch nicht wirklich sinnvoll funktioniert, bin ich sehr gespannt, was aus dem Projekt wird.

(via The Next Web)

Real Life vs. Online: The Guild

Achtung: Es soll Menschen geben, die alle 3 Staffeln von “The Guild” in einer Nacht angeschaut haben…

Alle Folgen sind auf WatchTheGuild.com zu finden. Das Dropdown-Menü für die jeweiligen Staffeln (“Season 1″, “Season 2″, “Season 3″) ist gut versteckt, aber vorhanden :)

Jetzt muss ich nur noch rausfinden, wie man aus einem FLV-Video die Tonspur extrahieren kann – damit ich meinen The Guild Klingelton haben kann!

(via Mashable)

Ist in Facebook immer Frauentag? (Und andere Links zu Fanpage-Ideen)

Nein, natürlich nicht. Aber als ich diese Statistik einer meiner Fanpages gesehen habe, fiel mir auch gleich wieder der passende Artikel bei Mashable ein: “10 Musts for Marketing to Women on Facebook

Und wenn man jetzt weiß, dass diese ganzen “Interaktionen” sich auf einen Hinweis zum Verkaufsoffenen Sonntag beziehen, dann muss man hier trotz aller Emanzipation schon schmunzeln, oder?

Ideen für das Konzept

Auch wenn Mashable fünf Ideen verspricht – es sind nur drei: Interaktion, Website in Facebook und Sonderangebote.

Anleitung zur Umsetzung

Und wie bringen wir nun unseren Individuellen Stil ins weiß-blaue Facebook-Design? Zum Beispiel mit FBML – der Facebook Markup Language. Das gute: Die meisten HTML-Tags funktionieren ;)

Leider nur die meisten – IFRAME geht z.B. nicht. Schade auch. Trotzdem kann man so gut seine HTML-Kenntnisse in FB nutzen. Und wer Flash oder Youtube in seine Fanpage integrieren will, dem wird in folgendem Tutorial geholfen: (YouTube) Videos und Flash-Files in eigenem Tab

Schöne URLs für Fanpages

…gibts bei www.Facebook.com/username – Aber das wusstet ihr sicher schon, oder?

Sonst noch was?

Sicher. Im laufe der letzten Wochen haben sich so manche Bookmarks zum Thema Facebook und Fampages gesammelt. Aber am schönsten ist es, seine Fanpages zu hegen, zu pflegen, und plötzlich (ohne erkennbaren Grund) wachsen zu sehen :)

Don’t be… ach egal!

Es ist sehr schwer, sich Google zu entziehen. Weil es so praktisch ist. Trotzdem sollte man sich immer wieder den Preis für den Online-Kalender, das coolste Telefon, das beste Videoportal und die beste Suchmaschine vor Augen halten:

(Gelesen bei “The Next Web” in meinem…ihr wisst schon wo…)

Swype beta für Android

In diversen Blogs wurde Swype als Alternative EIngabemethode für Androidhandys in den Himmel gelobt. Mit dem kleinen Nachteil: Bislang wurde Swype nur zusammen mit Geräten vertrieben. Wenn also der Hersteller Swype nicht installiert hatte, konnte man es auch nicht auf dem Milestone (aka. Droid) oder dem Nexus One nachinstallieren.

Jetzt ist aber die neue Swype Beta für alle Android-Handsets herausgekommen. Man muss sich registrieren, kann dann aber die Eingabe von Zeichen mittels Wischbewegungen kostenlos ausprobieren.

Ich weiß noch nicht so, ob mir das besser zusagt als zu Tippen. Bislang ist auch noch keine deutsche Sprachfassung erschienen, was die Nützlichkeit noch erheblich einschränkt.

Aber als kostenlosen Test ist es sicher interessant. Vielleicht gewöhne ich mich auch noch dran…