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Ein RFID-Empfänger für’s Handy – RFID for the Masses!

An RFID werden wir wohl nicht mehr vorbeikommen. Und genügend beängstigende Szenarien sind ja schon beschrieben worden. Warum denkt aber keiner an die Anwendungen, die entstehen könnten, wenn jeder einen kompakten portablen RFID-Empfänger besitzen würde. Am besten im Handy integriert so wie der Webbrowser und die Fotokamera. „RFID for the Masses“ sozusagen…

  • Tourismus:
    Sehenswürdigkeiten, Statuen, Historische Bauwerke – alles touristisch Interessante könnte mit einem RFID-Chip getaggt werden. Über die eindeutige „ID“ des Chips kann das Handy nach den Informationen suchen, und den Benutzer darauf aufmerksam machen. Die Informationen können über das Internet in verschiedenen Sprachen und auch als Audio- oder Videoguide zur Verfügung gestellt werden.
    Die Beschränkung auf 10m Empfangsradius pro Chip könnte auf großen Plätzen mit mehreren Chips umgangen werden. Ähnliche Konzepte werden bereits mit QR-Codes oder per GPS & Kompass (Google Goggle) realisiert – würden mit der RFID-Technik jedoch deutlich benutzerfreundlicher.
    Hotelzimmer könnten die Aussicht selbst erklären. Und Hotelflure könnten den Gästen den besten Weg zum Wellnessbereich zeigen. Alles über das Handy, das der Gast selbst mitbringt. (Und natürlich weiterhin durch eine sinnvolle, übersichtliche Beschilderung 🙂
    (Ich sehe gerade, ich habe schon vor einem halben Jahr darüber geschrieben)
  • Qualitätsmanagement – auch im heimischen Kühlschrank:
    Man stelle sich vor: Einmal das Handy vor den geschlossenen Kühlschrank halten, und man erhält eine Liste mit den darin enthaltenen Verpackungen – und wie lange die einzelnen Lebensmittel noch haltbar sind. Nur ein weiterer Klick, und man bekommt Rezeptvorschläge, die sich mit den entprechenden Zutaten zubereiten lassen. (Den Füllstand der Packungen muss man allerdings noch selbst bestimmen 🙂
  • Schlüsselfinder – nicht nur für Schlüssel:
    In den 80ern waren sie die Hits: Schlüsselanhänger, die auf den Pfiff  gehorchten! Durch ein Piepsen machten sie auf sich aufmerksam und jeder wusste sofort, wo der Schlüssel war. Mit einem RFID-Handy könnte man im „Topfschlagprinzip“ durch die Wohnung laufen, und verlegte Gegenstände zumindest auf 10m genau orten.
  • RFID in der Waschmaschine:
    Die Trommel erkennt selbst, ob Wolle oder Leinen eingeworfen wurde und stellt das Waschprogramm entsprechend ein. Bei einem einzelnen (oder wenigen) Wollsocken in der Kochwäsche wird entsprechend gewarnt.

Bestimmt gibt es noch mehr praktische Anwendungen für einen RFID-Chip im Handy. Die wirklich interessanten werden wahrscheinlich erst erdacht, wenn die technik verfügbar ist. Ich fänd’s jedenfalls klasse, wenn die RFID-Technik nicht nur den totalen Verlust der Privatsphäre mit sich bringen würde (das wird sicher geschehen), sondern auch für jeden direkt nützlich wäre.

Habt ihr noch andere „RFID-Anwendungen für die Masse“?

(Dieser Artikel wurde inspiriert von meinem Kommentar bei Tourismuszukunft)

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3 Comments

  1. Posted 19. Januar 2010 at 14:23 | Permalink

    Das stimmt wohl, aber ich kann auch verstehen wieso das mit Skeptik gesehen wird

  2. Posted 26. Januar 2010 at 15:29 | Permalink

    Wird sich das in der Masse durchsetzen?
    Na ja ….. Viele der Funktionen, die Du hier beschrieben hast, laufen ja heute schon mit dem Handy ohne RFID – Big G. sorgt dafür!
    Aber die Privatsphähre und der Datenschutz bleiben zu 100% auf der Strecke!
    Aber wer will schon Datenschutz …. wenn doch jeder zweite gern beim Diskounter an der Ecke seine Kundenkarte an den Scanner hält.
    Der Mensch ist doof !!! —————- ich auch (aber ohne Kundenkarte)

  3. Posted 5. Februar 2010 at 14:31 | Permalink

    Ich kann ich Oliver nur anschließen. Geiz ist Geil, und dann interessiert auch niemanden mehr der Datenschutz.