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Werbung schauen für kostenloses WLAN im Hotel?

Es ist ein Dilemma: Wer als Hotelier oder Restaurantbesitzern WLAN anbietet muss in einen von zwei sauren Äpfel beissen: Entweder man stellt einen ungesicherten Access Point auf, und lässt die Gäste über die eigene Flatrate surfen. Dann kann es sein, dass einen schönen Tages die Polilzei vor der Tür steht, und behauptet, man hätte böse Dinge im Internet angestellt. Oder man delegiert die Haftung an einen Hotspot-Betreiber. Dieser lässt sich das dann aber ganz ordentlich bezahlen – entweder vom Gastgeber, oder vom Gast.

Auf der Herbsttagung der Stadt-gut-Hotels habe ich nun folgendes Konzept der Firma ViaWIA kennen gelernt:

Der Gastwirt bezahlt einmalig die Installation der notwendigen Hardware und idealerweise noch einen seperaten DSL-Anschluss mit Flatrate (DSL Angebote gibt es ja genug). Das Gäste-WLAN wird aber von ViaWIA betrieben, welche auch für die vorgeschriebene Vorratsdatenspeicherung sorgen. Damit hat der Wirt dann nichts mehr zu tun. Bei eventuellen Gesetzesverstößen steht die Polizei dann also nicht mehr beim Wirt vor der Tür, sondern beim Betreiber.

Und wer zahlt für den Aufwand? Das ganze Modell ist werbefinanziert. Der Hotelier bekommt Rechtssicherheit, der Gast bekommt kostenlosen Internetzugang und der Werber bekommt ein Plattform mit sehr genauer Ortsangabe.

Pro Stunde Internetzugang muss man sich 30 Sekunden Werbung anschauen. Nach 60 Minuten wird der Zugang dann getrennt – man kann sich aber (nach erneuter Werbung) sofort wieder verbinden.

Wie gesagt: Es geht hier nicht darum, die (ohnehin billige) DSL-Flatrate zu finanzieren. Es geht darum, eine für alle Seiten rechtlich unbedenkliche Lösung anbieten zu können.

Eigentlich war ich skeptisch: Akzeptieren das die „verwöhnten Gäste 2.0“? Also, kurze Umfrage per Twitter gestartet

An HotelGÄSTE: Würdet ihr für 1Std. #Kostenlos #WLAN im #Hotel 30 Sek. werbung schauen?

und die Antworten waren überraschend positiv:

Ja, wenn man mir das freundlich mitgeteilt hat.

…ja sicher!

Klar doch

so etwas kenne ich von San Francisco. Muss man sich halt wieder von vorne einloggen.

Also ich fände es o.k.

Klar. Ich würde jedenfalls so tun 🙂

jou, würde ich in Kauf nehmen. 30sec in einer Stunde ist eine faire Sache.

ok ich würde Werbung schauen und inzwischen zum WC oder so … ;-))

yep!

Und einer der Antworteten würde nach 60 Minuten sogar für den Zugang bezahlen:

wär doch ne nette spielerei zuzüglich zu hotspot!30sec. werbung schaun,1std umsonst surfen, und danach dann hotspot!

Das ist wohl noch nicht wirklich repräsentativ, aber doch schon mal nicht schlecht, oder?

Wobei ich mich auch erkundigen werde, was es kostet, wenn ich selbst meinen eigenen Hotspot sponsorn würde – und als Sponsor auf Werbung verzichte.

Was haltet Ihr von diesem Modell? Super? Akzeptabel? Tollerierbar? Indiskutabel? Ich bin auf Eure Kommentare gespannt

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7 Comments

  1. Posted 28. Oktober 2009 at 21:56 | Permalink

    halte ich für eine gute idee.
    die wenigsten hotels bieten kostenloses wlan.
    meist zahlt man sich dumm und dämlich wie anno dazumal für telefon am zimmer.

    vor kurzem auf einer konferenz: 8 stunden für 30 eur oder 1 stunde für 5 eur. ts.

    deshalb sind 30 sec klo-pause völlig ok.

  2. Posted 29. Oktober 2009 at 5:14 | Permalink

    na das ist doch in ordnung oder. ich meine immerhin ist es kostenlos.

    Bernd Helmut Frank

  3. Posted 29. Oktober 2009 at 18:13 | Permalink

    Eine Frage habe ich noch. Wenn die Stunde zu Ende geht, werde ich gewarnt?? Wäre ja blöd, wenn mein langer Blogpost dann weg wäre, weil die Verbindung plötzlich abbricht…

  4. Posted 29. Oktober 2009 at 18:27 | Permalink

    Wenn DU dann in der Werbung erscheinst, ist das sicherlich ein Hingucker. Ich kann mir gut vorstellen, dass das noch mal ein PlusPunkt ist, unter der Vorraussetzung, dass Du das Ganze erklärst, damit der Gast auch weiss, warum dies alles so gehandhabt wird. Wenn Du dann nur Werbung für Dich machst, fänd ich das wiederum dämlich! Sieht dann nach Selbstbeweihräucherung aus. Mit Erklärung ok.

    Eine Warnung vorher wäre super. Denn das, was Monika geschrieben hat, würde mich dann auch zur Weißglut bringen.

    • Posted 29. Oktober 2009 at 18:38 | Permalink

      Ich muss nochmal mit dem Anbieter sprechen, aber ich habe das so verstanden: Für einen Akzeptablen Monatspreis (entspr. dem Preis für die Werbung) kann ich als Wirt mein Haus „freikaufen“ und somit 1. auf die Werbung und 2. auf die Zwangstrennung verzichten. Das wäre dann eigentlich die beste Lösung – für mich und den Gast. Und sogar Monika’s „langer Blogpost“ ist gerrettet 🙂

  5. Peter Sorger
    Posted 31. Oktober 2009 at 11:20 | Permalink

    In Österreich gibt es ein Unternehmen, das gratis WLAN anbietet, wo die Kosten der Gastronom/Hotelier trägt, der dann wiederum auf einigen Websites angepriesen wird. Die Nutzer bleiben damit auch von Werbung verschont und können sofort mit einem Klick online gehen. Habe ich schon oft unterwegs verwendet: http:/www.freewave.at

  6. Peter Sorger
    Posted 31. Oktober 2009 at 11:21 | Permalink

    Sorry, da fehlte wohl ein /. Die URL lautet http://www.freewave.at