Archive | Oktober, 2009

Touristische Websites 1996

Ich habe im Archiv gestöbert und verloren geglaubte Artefakte wiedergefunden. Schätze aus der Urzeit der digitalen Revolution, handgemeißelt mit dem Windows-Notepad in Dateien, die als Typbezeichnung nur die drei Buchstaben .HTM hatten.

Die allererste Homepage des Hotel Krone entstand als Hobbyprojekt. Ich wollte dieses neue HTML lernen, mit dem man dieses Internet-Ding füttern sollte. Also habe ich mir ein Buch gekauft. Und um etwas Sinnvolles zu schaffen, übertrug ich unser Hotelprospekt auf den PC.

Ja, auf den PC (Escom, 486er mit 170MB Festplatte und 4MB RAM). Denn Internet hatten wir noch nicht. Bei AOL hatten wir 4 Probewochen gratis, die wir aber nicht verlängerten. Erst als die Homepage fertig war, habe ich meine Mutter davon überzeugt, dass die Seiten in Netz sollten. Also haben wir einen Vertrag mit t-online geschlossen, und bekamen dadurch nicht nur Zugang zum Internet, sondern auch Speicherplatz unter der hervorragenden Adresse: http://home.t-online.de/krone-neuenburg

Das kam dann auch genau so auf unsere Rechnungsblöcke und auf den Briefbogen. Denn www.Krone-Neuenburg.de war erst einmal unerschwinglich.

Doch wie es so ist: Der Fortschritt wartet nicht, das Neue wird alt und das Gute wird durch das Bessere (oder zumindest durch das Modernere) ersetzt. Für die “Waybackmachine” waren wir scheinbar nicht wichtig genug, und so dachte ich, die erste Homepage sei für immer verloren – bis ich sie heute wieder fand.

Das Orginal von 1996

Die gesammte Website von damals ist hier zu sehen: Homepage + drei Unterseiten, GIF-Grafiken und ein am Brief-Layout angelehnter “Footer”. Die einzigen Änderungen: Ich habe die Umlaute in korrektes HTML umgewandelt und die E-Mail-Adresse aktualisiert, denn ich bezweifle, dass Nachrichten an justwaidele@rrz-freiburg.de (anscheinend meine damalige Privatadresse?) noch zugestellt werden…

Bei T-Online konnte man damals die Startseite frei wählen, weshalb diese auch “Krone.htm” und nicht “index.html” benannt ist. Also, will ich nicht länger drumrumreden, hier ist sie, die orginale Krone-Homepage, bitte klicken Sie weiter auf http://home.t-online.de/krone-neuenburg

Designed für die Bildschirmauflösung 1024×768 :)

PS: Den JS-Schnippsel für die Statistik habe ich neugierig, wie ich bin auch noch reinkopiert

Halloween-HowTo oder: Wie verbringt man den 31.10. am besten

Ich gestehe: Ich habe ein mal Halloween gefeiert. So richtig echt, verkleidet durch die Straßen ziehend. Zu meiner Verteidigung kann ich vorbringen: Ich war jung (16 Jahre) und noch wichtiger: Ich war in Amerika. Und dort hat Halloween vielleicht nicht unbedingt die erfreulichsten Wurzeln, aber wenigtens Tradition.

Also, hier sind die Alternativen, wie man den 31.10. in Deutschland verbringen kann:

  • Variante 1 – Begeisterung: Man geht dem Kommerz auf den Leim, kauft Verkleidung und Schminke für die eigenen Kinder, sowie billige (im Sinne von schlecht) aber doch teure (im Sinne von “Geldbeutel leer”) Süßigkeiten für anderleuts Kinder. Kosten: 50€ – 100€
  • Variante 2 – Schmarrotzer: Man kauft weder Verkleidungen noch Süßigkeiten, schickt die eigenen Kinder aber trotzdem zum Süßigkeiten sammeln los. Kosten: Ansehen in der Nachbarschaft, zumindest bei den Kindern.
  • Variante 3 – Spielverderber: Man stellt die Klingel ab und sperrt die eigenen Kinder ein. Ein Abend am Kamin mit Bücher vorlesen und Gesellschaftsspielen kann so schön sein… Kosten: Familienfrieden
  • Variante 4 – Business-School: Man rechnet mit den Kindern die Kosten von Variante 1 durch, und gibt ihnen anschließend die Hälfte des errechneten Betrags um damit Süßigkeiten kaufen zu können. Dann stellt man die Klingel ab und verbringt einen gemütlichen Abend vor dem Kamin: Kosten: 25€ bis 50€

Auch wenn ich es nicht so verbittert wie manch anderer sehe, bin ich eindeutig für Variante 3 oder 4. Und wann sollen dann die Kinder die Nachbarschaft mit Klingelstreichen und Klopapier ärgern? Ganz klar: Dann wenn es Tradition ist, am 5. Dezember oder wie es bei uns heißt: “Bobbernacht”. Verkleiden kann man sich an Fasnacht, Fastnacht, Karnevall oder Fasching.

Ach ja: Kürbissuppe kann ganz gut schmecken – an Erntedank.

Wiki-Syntax is obsolete

Eigentlich wollte ich hier lang und breit ausführen, dass man keinen “einfachen” Syntax für Web-Texte mehr braucht – HTML ist einfach genug, weitreichend bekannt und es gibt eine Menge gute WYSIWYG-Editoren dafür.

Außerdem: Stellt Euch vor, all die Entwicklungszeit, die in den Wiki-Syntax Parser gesteckt wird, ginge in andere Features… Beängstigend.

Blogs kommen ohne eigenen Syntax aus – warum nicht auch Wikis?

Und warum sollte ich dazu mehr schreiben, als in zwei oder drei Tweets Platz hat?

Werbung schauen für kostenloses WLAN im Hotel?

Es ist ein Dilemma: Wer als Hotelier oder Restaurantbesitzern WLAN anbietet muss in einen von zwei sauren Äpfel beissen: Entweder man stellt einen ungesicherten Access Point auf, und lässt die Gäste über die eigene Flatrate surfen. Dann kann es sein, dass einen schönen Tages die Polilzei vor der Tür steht, und behauptet, man hätte böse Dinge im Internet angestellt. Oder man delegiert die Haftung an einen Hotspot-Betreiber. Dieser lässt sich das dann aber ganz ordentlich bezahlen – entweder vom Gastgeber, oder vom Gast.

Auf der Herbsttagung der Stadt-gut-Hotels habe ich nun folgendes Konzept der Firma ViaWIA kennen gelernt:

Der Gastwirt bezahlt einmalig die Installation der notwendigen Hardware und idealerweise noch einen seperaten DSL-Anschluss mit Flatrate (DSL Angebote gibt es ja genug). Das Gäste-WLAN wird aber von ViaWIA betrieben, welche auch für die vorgeschriebene Vorratsdatenspeicherung sorgen. Damit hat der Wirt dann nichts mehr zu tun. Bei eventuellen Gesetzesverstößen steht die Polizei dann also nicht mehr beim Wirt vor der Tür, sondern beim Betreiber.

Und wer zahlt für den Aufwand? Das ganze Modell ist werbefinanziert. Der Hotelier bekommt Rechtssicherheit, der Gast bekommt kostenlosen Internetzugang und der Werber bekommt ein Plattform mit sehr genauer Ortsangabe.

Pro Stunde Internetzugang muss man sich 30 Sekunden Werbung anschauen. Nach 60 Minuten wird der Zugang dann getrennt – man kann sich aber (nach erneuter Werbung) sofort wieder verbinden.

Wie gesagt: Es geht hier nicht darum, die (ohnehin billige) DSL-Flatrate zu finanzieren. Es geht darum, eine für alle Seiten rechtlich unbedenkliche Lösung anbieten zu können.

Eigentlich war ich skeptisch: Akzeptieren das die “verwöhnten Gäste 2.0″? Also, kurze Umfrage per Twitter gestartet

An HotelGÄSTE: Würdet ihr für 1Std. #Kostenlos #WLAN im #Hotel 30 Sek. werbung schauen?

und die Antworten waren überraschend positiv:

Ja, wenn man mir das freundlich mitgeteilt hat.

…ja sicher!

Klar doch

so etwas kenne ich von San Francisco. Muss man sich halt wieder von vorne einloggen.

Also ich fände es o.k.

Klar. Ich würde jedenfalls so tun :-)

jou, würde ich in Kauf nehmen. 30sec in einer Stunde ist eine faire Sache.

ok ich würde Werbung schauen und inzwischen zum WC oder so … ;-) )

yep!

Und einer der Antworteten würde nach 60 Minuten sogar für den Zugang bezahlen:

wär doch ne nette spielerei zuzüglich zu hotspot!30sec. werbung schaun,1std umsonst surfen, und danach dann hotspot!

Das ist wohl noch nicht wirklich repräsentativ, aber doch schon mal nicht schlecht, oder?

Wobei ich mich auch erkundigen werde, was es kostet, wenn ich selbst meinen eigenen Hotspot sponsorn würde – und als Sponsor auf Werbung verzichte.

Was haltet Ihr von diesem Modell? Super? Akzeptabel? Tollerierbar? Indiskutabel? Ich bin auf Eure Kommentare gespannt

Wenn ich neue Domains gerecht verteilen müsste…

…dann würde ich hierfür folgendes Verfahren nutzen:

  • Jeder Kunde könnte genau eine Liste mit allen gewünschten Domainnamen einreichen. Nachbesserungen wären nicht erlaubt.
  • Die Webseite bzw. E-Mail-Lösung für dieses Einreichen wäre schon möglichst lange vor dem Termin aktiv
  • Die Eingangszeit der Listen würde aufgezeichnet.
  • In der Reihenfolge des Listeneingangs bekommt jeder Kunde eine Domain zugeteilt: Den ersten noch nicht vergebenen Namen auf der Liste.
  • Diese Zuteilung des ersten freien Namens jeder Liste würde so oft wiederholt, bis alle Listen abgearbeitet wären.

Dies hätte folgende Vorteile:

Aber das ist ja jetzt schon zu spät. Und gefragt hat mich auch niemand

PS: Danke der Nachfrage – aber welche Zahlendomains bzw. Kurze DE-Domains ich registriert habe bzw. registrieren wollte, verrate ich Euch dann morgen, wenn’s so weit ist :)

Mit dem Jet auf die Piste: Ich bin der Richtige für Zell am See / Kaprun

Als es im Herbst 2008 um die Anreise zum Castlecamp ging, da dachte ich gar nicht dran, nach Zell am See zu fliegen. Zur Auswahl standen für mich Bahn oder Auto – ich entschied mich für Letzteres.

Jetzt lädt der Tourismusverband Zell am See / Kaprun  zu einem ausergewöhnlichen “Anreise Check”: Jeweils ein Blogger soll mit dem Zug und mit der Bahn anreisen und darüber bloggen. Als “Aufwandsentschädigung” gibt es noch eine Woche Skiurlaub im Pinzgau ;)

Mitmachen kann jeder! (Aber dann sinken meine Chance – also lasst es lieber bleiben…)

Also, zur Bewerbung:

Warum bin genau ich der Richtige für diesen Test?

  • Ich war schon einmal in Zell am See / Kaprun – und zwar mit dem Auto. Daher kann ich Flugzeug oder Bahn mit der Anreise per PKW vergleichen. Dies gilt sowohl für die Strecke am Bodensee entlang, als auch für die Route über München und Stuttgart. Ich hatte zwar noch Sommerreifen aufgezogen, aber trotzdem sollte der Hauptteil der Strecke vergleichbar sein.
  • Ich komme aus einer untypischen Ecke Deutschlands – das Pinzgau ist nämlich hier vom tiefen Südwesten aus ziemlich ungünstig zu erreichen. Egal mit welchem Verkehrsmittel.
  • Ich kann ganz frisch den Vergleich mit Ischgl ziehen. (Es ist mit durchaus bewusst, dass Ischgl sich nicht vergleichen lässt - und Zell am See / Kaprun sich nicht vergleichen braucht :)
  • Die Kosten: Wenn ihr nicht nur mich mit dem Flieger und meine Frau (auch Bloggerin) mit der Bahn anreisen lasst, dann brauchen wir nur ein Doppelzimmer statt zwei Einzelzimmern. (Vielleicht solltet ihr doch lieber meine Frau fliegen lassen, sonst ist sie sauer :) )
  • Neuenburg am Rhein war im Mittelalter Habsburgisch. Solche Gemeinsamkeiten sollte man doch pflegen, oder?
  • Warum nicht?

Gute Frage…

Warum bin ich auf gar keinen Fall für diesen Test geeignet?

  • Ich war schon einmal in Zell am See / Kaprun
  • Ich komme aus einer untypischen Gegend Deutschlands.
  • Ich sollte eigentlich für schweizer Skigebiete Werbung machen, dann übernachten die Gäste bei der Anreise bei uns.
  • Wenn ich ausgewählt werde, besteht die Möglichkeit, dass ich nicht nur mit meiner Frau, sondern mit dem ganzen Rudel anreise…
  • Warum solltet ihr mich einladen, wenn ich sowieso wiederkommen werde?
  • .

So, jetzt seid ihr dran – macht was draus ;)

Die Länge des perfekten Tweets

Wie lange ist ein Tweet?

Die klassische Antwort hierauf ist: “Höchstens 140 Zeichen” – Und für die meisten Kurznachrichten ist dies auch gut genug.

Aber manchmal schreibt man den ganz besonderen Tweet – ein Geistesblitz in wenigen Worten. Und man verwendet für die Formulierung mehr Zeit, als für einen durchschnittlichen Blogpost. Da wird an Wortwahl, an den Abkürzungen und auch an der Zeichensetzung gefeilt, bis es passt. Und man ist sich sicher, der Twittersphere mit genau diesem Update zu bereichern. Und wie genau ist hier die Buchstabenzahl, auf die man zielen sollte?

134 – n

Wobei n mit der Anzahl der Buchstaben des eigenen Twitternamens zu ersetzen ist.

Denn so ist sichergestellt, dass beim Re-Tweet alles reinpasst: “RT @stwaidele: ” – das sind 17 Zeichen. Also ist mein perfekter Tweet höchstens 125 Zeichen lang.

Das eingesperrte Web 2.0

Mein alter PC war gut genug – aber er ging kaputt.
Also habe ich mir einen neuen gekauft.
Die unausweichlich Frage: “Wie ist er, der neue Computer?“.
Und was soll ich sagen: Der Neue ist wie der Alte!
Die gleichen Programme, die gleichen Daten, die gleichen Arbeiten.
Es hat sich nichts grundlegendes verändert.

Genau so ist es mit dem Web 2.0: Wenn wir nicht lernen, auf eine neue Art und Weise mit dem Internet umzugehen, dann wird das “Social Web” niemals den hoch gesteckten Erwartungen gerecht werden.

Die meisten der “professionellen User” nutzen Facebook, Blog und Twitter genau so, wie die Firmenhomepage in den 90ern! Vielleicht noch schlimmer: Wir übersetzen unsere alte Plakat/Flyer/Anzeige-Denke ins sogenannte Web 2.0 und vor lauter kleinen, schnellen Erfolgen merken wir gar nicht, wie zurückgeblieben unsere “tollen Angebote” doch sind. Weil sie die neuen Möglichkeiten eben nicht ausschöpfen, sondern doch wie bisher nur dazu da sind, unsere Angebote in die Welt hinaus zu schreien. Das konnten auch schon die Marktschreier vor 500 Jahren gut.

Um tatsächlich einen Schritt weiter zu kommen, muss man dem Web 2.0 ermöglichen, dass über die Marke “gesprochen” werden kann. Nicht wir müssen über uns und unser Produkt sprechen, sondern unsere “Fans” sollen sich über uns unterhalten. Und zwar in der gleichen freien und ungezwungenen Art, wie dies im “echten Leben” geschehen kann. Leider ist dies oftmals nicht der Fall. Am deutlichsten wird dies beim Beispiel “Kulturmarketing im Web 2.0″ sichtbar.

In der sehr guten Foliensammlung “Workshop Kulturmarketing2.0″ erklärt Karin Janner an vielen Beispielen, welche Möglichkeiten das Web Museen, Orchestern und Künstlern gibt. Aber genau hier lauern doch die Fallen, in die schon so viele im “Mitmachweb” gestolpert sind: Copyright und Markenschutz

Es ist sicher eine wunderbare Sache, wenn Videos von Proben und Konzerten auf YouTube gepostet werden. Aber wehe, es wird hier das Stück eines Komponisten gespielt, der bei der GEMA registriert ist.
Es ist sicher eine wunderbare Sache, Fotos einer Ausstellungshalle hochzuladen. Aber wehe man überschreitet damit die engen Grenzen dessen, was die Künstler an Veröffentlichung erlauben.

Als Veranstalter, Kunsthalle oder Museum kann man sich hier sicher mit den Rechteinhabern arrangieren. Aber die Videos auf dem Account der Theaters oder die Flickr-Bilder direkt vom Museum sind Web 1.0 – einer sendet, viele empfangen. (Sogar Skittles und Oberstaufen – zurecht oft als Vorzeige-Homepages im Web 2.0 gepriesen – binden nur die eigenen YouTube-Videos ein – Bei Twitter und Flickr wird UGC über Tags eingebunden)

Um wirklich im Web 2.0 anzukommen, müssen wir es den Konzertbesuchern erlauben, selbstaufgenommene Videos hochzuladen. Wir müssen es den Museumsbesucher erlauben die Ausstellungsstücke zu fotografieren und die aufgenommenen Bilder dann auch verbreiten zu dürfen. Remixe und “ungeahnte Einsatzzwecke” tun unseren Produkten gut!

Denn nur wenn meine Kunden, Gäste, Besucher anfangen, ungezwungen über mich im Netz zu schreiben kann die Begeisterung entstehen, die echte Viralität erzeugt.

Und genau dies zu fördern ist die große Herausforderung des Marketings im Web 2.0


Dieser Artikel ist der Zweite Teil der Serie: Das eingesperrte Web 2.0“, “Freie Lizenzen als Basis für Social Media & Viralität”, “Das Ende der Kontrolle” und “Beziehungsmarketing gone sour”