Stefan.Waidele.info

Touristische Entscheidungen im Social Web – oder: Sommerurlaub 2009

Drüben bei Tourismuszukunft ist gerade eine heiße Diskussion über das Web 2.0 im Tourismus und im allgemeinen, aber auch um die Skittles-Homepage im Gange.

Und prompt kann ich mit einem Beispiel dienen, wie Gäste schon heute – und in Zukunft immer mehr – ihre Reisen planen. Das schönste dabei ist, dass ich bei der ganzen Geschichte nicht touristischer Abieter bin, sondern Urlauber. Ich nehme also die vielbeschworene „Gästesicht“ ein.

Hier sieht man schon: Ganz automatisch habe ich zuerst nach persönlichen Erfahrungen und „Ortswissen“ gefragt, und erst ein 3/4 Stunde später nach einem „Touristischen Mashup“.

Den Abend durch habe ich dann noch nach alternativen gegoogelt, und noch zwei Campingplätze gefunden, die kein Hundeverbot auf ihrer Homepage hatten:

Welchen ich als nächsten anschreiben wollte? Ganz klar, den mit der lesbaren Website. Ganz klassisch, Web 1.0 – Du machst eine gute Homepage und ich kaufe bzw. buche bei Dir.

Aber im Hintergrund war mein Tweet am arbeiten. Einer meiner Kontakte bei Twitter kennt jemanden, der in meiner Urlaubsregion lebt. Und dieser wiederum empfielt mir ausgerechnet den Campingplatz mit der geschredderten Homepage! Und was mache ich? Ich buche genau auf diesem Campingplatz. Nicht übers Web, sondern ganz old-school per Telefon. Weil ein „virtueller Freund eines virtuellen Freundes“ mir gesagt hat, dass es dort einen Tick besser ist. Und das ganze in nur 3 x 140 Zeichen.

Urlauber treffen ihre Entscheidungen aufgrund von Empfehlungen. Kein wunder sind die gut vernetzten „Soccer-Moms“ eine begehrte Zielgruppe für Werber. Das Web 2.0 befreit diese Vernetzung von den räumlichen (und auch zeitlichen) Beschränkungen. Wärend wir auf dem Fußballplatz nur mit Menschen aus unserer Region und nur während des Trainings unserer jünsten zusammenkommen, können wir über Facebook, Twitter und wie sie alle heißen quer durch die Republik (bzw. die Welt) unsere Erfahrungen kundtun und nach Tips fragen. Und das sogar „asyncron“, jeder dann, wenn er gerade Zeit hat. Auch das weitervermitteln von Fragen und antworten ist leichter – ein kurzer „Retweet“ und die Sache ist an den lokalen Experten weitergegeben.

Und das ist es, was das Web 2.0 für alle Branchen – und somit auch für den Tourismus – so interessant macht: Word-of-Mouth Marketting, Empfehlungen von Bekannten. Das bringt Vertrauen und hebt ein Angebot aus der Masse heraus. Und das ist aber auch genau das, wovor so viele Angst haben: Die Kontrolle über das, was über den eigenen Betrieb in die Öffentlichkeit kommt, entgleitet den Anbietern immer mehr.

Wobei: Hatten wir diese Kontrolle jemals? Ober haben wir das „Unkontrollierte“ einfach nicht wahrnehmen können? Ich denke, das Letztere ist der Fall. Denn solche Geschichten gab es schon immer – nurch eben nicht auf Youtube…

PS: Solche Geschichten machen aber auch viel schneller die Runde, und das ist unsere Chance. 😉

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2 Comments

  1. Reinhard
    Posted 11. Juli 2009 at 10:31 | Permalink

    so wie im echten Leben, danke Stefan für´s niederschreiben!
    ach ja: und natürlich einen schönen Urlaub

  2. Posted 11. Juli 2009 at 16:45 | Permalink

    Klassisches Beispiel. Genau so läuft es vermehrt ab.