Archive | Juli, 2009

Medion Webstick / Aldi-Talk Surfstick und Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope

Eigentlich wurde es mir schon ein wenig mulmig: Da habe ich kurz vor der Abreise in den Urlaub mir heute den Surfstickgekauft und erst hinterher gegoogelt, ob das Ding auch unter Ubuntu läuft.

In diversen Foren habe ich dann auch Lösungsansätze mit UTMSmon gefunden. Aber da es keine Garantien gibt, wollte ich die Verbindung schon zu Hause testen – so lange ich noch über normales DSL zur Verfügung habe.

Und siehe da: Trotz aller Problembeschreibungen hat es auf anhieb funtioniert: Einstecken und der Dialog zur automatischen Konfiguration startet. Aldi-Talk (aka Eplus) als Provider wählen und die PIN eingeben. Und schon kann man über den Netzwerkmanager die Verbindung aufbauen – wie auch bei WLANs.

Jetzt muss ich nur noch die Flatrate aktivieren – denn sonst wird die Sache teuer ;)

(Dieser Artikel wurde über UMTS getippt – Quälend langsam, aber es funktioniert!)

Deine Bilder in Facebook Werbeanzeigen? (Anleitung zum Ausschalten)

Rebecca hat’s getwittert gefacebooked – ich bin so frei und übersetze:

Facebook nutzt die Bilder der Nutzer in Anzeigen, die bei “befreundeten” Nutzern eingeblendet werden.

Das ist ganz schön harter Tobak, finde ich. Aber man kann das ausschalten, und zwar so:

  • Diesen Link in einem neuen Fenster oder Tab öffnen. (Bzw. bei Facebook einloggen, dann Einstellungen -> Privatsphäre-Einstellungen -> Facebook-Werbeanzeigen)
  • Einstellung auf “Niemand” ändern
  • Mit beklommenem Gefühl abwarten, was Facebook als nächstes mit den eigenen Daten machen wird…

Wie lässt sich der Digitale Mob beruhigen?

…oder “Große Unternehmen und Communities – Passt das?”

Herkömmliches Print-Design lässt sich nicht ins Web übertragen. So sagt man zumindest. Denn das Web ist anders, es ist fließend – verbunden – direkt.

Aber wie ist es mit Erfolgen im Web? Lassen diese sich einfach so in die “alten Medien” integrieren? Warum fällt es vielen großen Unternehmen schwer, erfolgreich in Communities Fuß zu fassen?

Besonders interessant finde ich, dass sich dieses Wochenende (mindestens) drei PR-Desaster bezüglich “Neuen Medien” aka. Web 2.0 ereigneten – die auf drei ganz unterschiedliche Arten ihr Ende fanden – oder die sich zumindest in drei Unterschiedliche Richtungen Entwickeln:

Schon anhand der “siehe” Links lässt sich erahnen, welcher Vorfall wohl gut ausgehen wird.

Der Sichelputzer führt Ute Hamelmanns Ausstieg aus der Bloggerei auf den digitalen Mob zurück, der über den oben verlinkten Blogpost, die beauftragende Firma und auch über die ausführende Person herzog. Dieser Mob zog übrigens auch (zumindest bei Twitter) über Sascha Lobo hinweg. Der einzige, der wegen seiner Vodafone-Werbung noch keine virtuellen Prügel bezogen hat ist wohl Robert Basic. Aber der musste sich wärend seiner Basicthinking.de-Zeiten schon genug anhhören. Und beim Verkauf seines Blogs erst recht. Robert läuft somit außer Konkurrenz :)

Wie lässt sich der Digitale Mob beruhigen?

Die Aufmerksamkeit wechselte von Lobo zu Hamelmann, und diese reagierte (meiner Meinung nach) sehr gut – nämlich persönlich, in einem Artikel auf ihrem eigenen Blog:

Was als kleine Geschichte daher kam, entwickelte sich im Laufe von drei Monaten zu einem größeren Ding, was sie allerdings erst ziemlich spät – genauer gesagt erst während des Fotoshootings – bemerkte. Hoppla-Hopp wurde der Vertrag noch unterzeichnet. C’est ca. Das war sicherlich naiv. So naiv wie sie ans Bloggen herangegangen ist. Trotzdem spannend.

[...]

Allerdings hatte sie die gesamte Kampagne auch immer so verstanden, dass Vodafone den Darstellern die Möglichkeit gibt, ihre Web-2.0-Projekte vorzustellen, [...]

Ich denke, dass Ute Hamelmann als routinierte Bloggerin hier genau das richtige tat: Kritik aufnehmen, berechtigte Kritik annehmen, Fehler eingestehen und die Hintergründe erklären. Zumindest es zu versuchen.

Die Tatsache, dass oben zitierter Artikel schon bald wieder von ihrem Blog verschwand machte die Sache jedoch noch schlimmer als zuvor. Aus welchen Gründen der Artikel verschwand weiß wohl nur Frau Hamelmann und die PR-Abteilung von Vodafone.

Ein “Big Player” ist in die Blogger-Community eingedrungen und hat versucht, die Methoden der Community in eine “normale Werbekampagne” einzubinden. Die teilnehmenden Blogger bekommen die Unzufriedenheit der restlichen Community zu spüren.

Szenenwechsel – Geocaching

Es gibt eine kleine, aber schnell wachsende Community, die mithilfe von Milliarden-Dollar teuren Sateliten (und den dazu passenden GPS-Empfängern) in ihrer Freizeit daran machen, Plastikdosen im Gelände zu suchen. Dieser Zeitvertreib nennt sich Geocaching und wird hauptsächlich über die Plattform Geocaching.com (betrieben von der Firma Groundspeak) koordiniert. Laut dem Regelwerk von Groundspeak dürfen weder die versteckten Dosen, noch die Verstecke und auch nicht die ebenfalls möglichen “Events” einen religiösen, politischen oder kommerziellen Charakter haben.

Als Garmin (der Marktführer im Bereich GPS-Empfänger für Geocacher) ein Mega-Event (500 Teilnehmer oder mehr) nicht nur wie schon oft geschehen als Sponsor begleitet, sonder selbst ausrichtet werden manche Mitglieder der Community hellhörig.

Als dann aber die ausführende Event-Agentur plötzlich Eintritt für die Teilnahme an den zum Event gehörigen Aktivitäten verlangt bricht der Sturm los: Die Community ist empört – da Eintritt zu Events nicht den Regeln entsprechen.

Ein Großsponsor ist in die Community eingedrungen und hat die Regeln eben dieser Community ignoriert. Groundspeak als beteiligter aus der Community bekommt die Wut der Community zu spüren.

Update 22.07.09: Inzwischen liegt eine Erklärung seitens Garmin vor:

Wir haben aber dabei die „eherne Regel“, dass das Cachen nichts kosten sollte, missachtet. Auch Groundspeak wusste anfangs hierüber nicht Bescheid, hat uns aber sofort über diesen Missstand informiert. Jetzt haben wir reagiert, und wir als Garmin wollen hiermit zeigen, dass wir der Szene zuhören und ändern dies.

Szenenwechsel – Needfollowers.com

Ed Wohlfahrt ist keine so große Nummer wie Vodafone oder Garmin. Mit Groundspeak und Schnutinger kann er aber IMO mithalten ;)

Ed ist Web 2.0 Evangelist und verdient seine Brötchen als PR-Berater. In seinem Blog kann man regelmäßig lesen, wie Firmen besser mit PR-GAUs umgehen könnten bzw. sollten. Sein Mantra ist “offene Kommunikation”, sein Steckenpferd ist die “Online Reputation” von Personen und Firmen.

Und dieser Kommunikationsprofi geht hin, und lässt sich vom Versprechen “Viele Follower bei Twitter, ganz schnell” einlullen. Er gibt seine Twitter Zugangsdaten raus, und Needfollowers.com spammt zu aller erst Eds Follower. Ganz toll.

Und wie reagiert Ed, als seine Follower sich bei ihm beschweren? Eigentlich genau so wie es Schnutinger auch getan hat: Offen und selbstkritisch. Er bittet um Entschuldigung für seinen Fehler. Und allerhöchstwahrscheinlich bekommt er sie auch von den meisten.

Wo liegt der Unterschied?

Der Unterschied bei den drei Fällen liegt tatsächlich in der Größe der entsprechenden Unternehmen und Kampagnen. Die Vodafone-Kampagne ist ein riesen Ding (das ja eigentlich auch gar nicht auf die Akteure im Web 2.0 zielt). Da ist es schwer, das Ruder rumzureißen.

Das Garmin-Event ist nur für einen begrenzten der Community ein Thema – und auch für Garmin nicht so zentral. Denn auch wenn diese das Geocaching mehr hervorheben möchten, so wird das Geld in den USA mit Autonavigation verdient.

Und Ed Wohlfahrt spricht ausschließlich für sich selbst. Er muss auf niemanden Rücksicht nehmen – außer auf seine eigenen Follower und kann deshalb nach seinen Erkenntnissen handeln:

Schließlich bedeuten Social Media für Unternehmen – und im Grunde bin ich ein solches – nicht nur Sonnenschein-Kommunikation sondern auch die verdammte Pflicht Fehlern einzugestehen, Besserung zu geloben und (öffentlich) dazuzulernen.

Oder wie es Oschn von den Doppel-O Agenten formuliert:

Geocacher sind Leute, die mit Vorliebe und Inbrunst jedem Garmin-Mitarbeiter erklären würden, wie GPS funktioniert, wie der SIRF-III Chip verdrahtet ist oder warum Static Navigation für Geocacher ein Problem darstellt und mit welcher Software man den Empfänger hackt, um es in den Griff zu kriegen. Also schickt ihnen keine Laien, sondern kommuniziert auf Augenhöhe.

Fazit

Große Unternehmen haben es schwer, mit Communities zu kommunizieren. Zumindest so lange sie an traditionellen Werbeformen festhalten. Kommunikation auf Augenhöhe, Zuhören, aus Fehlern öffentlich lernen – all das wird wohl schwerer, je größer der Apperat wird.

Werbung ist eben Einbahn-Kommunikation. Web 2.0 bzw. Kommunities bestehen aus Gesprächen zwischen Menschen. Und diese lassen sich nicht gerne in eine Richtung drängen.

Und deshalb werden wir wohl noch weitere PR-GAUs miterleben. Eigentlich schade.

Update: Markus Angermeier, der ebenfalls für die Vodafone Kampagne aktiv ist/war hat dazu auch einen sehr lesenswerten Artikel geschrieben:

Allzuweit scheint in Marketingkreisen noch das Missverständis zu herrschen, bei Social Media handele es sich um einen weiteren Kampagnenkanal den man über die Media-Agentur bucht.

Aber zum Schluss soll es auch noch ein Beispiel geben, in dem ein großes Unternehmen sich voll auf das “Mitmachweb” und die “Generation Upload” eingelassen hat: Die Homepage von Skittles.com ist ein Mashup, ausschließlich aus User-generated Content. (Wäre auch bei United Airlines sicher einmal interessant ;)

Jetzt sollten wir uns nur noch auf ein richtiges Mittelmaß einpendeln… :)

Das HCM Magic mit Internetanschluss und wenig Knöpfen…

Ich mag Frau Schnutinger. Und ich beneide sie gar nicht um die Situation, in die sie sich gebracht hat.
[Weitere Ausführungen wegen Belanglosigkeit wieder verworfen und gelöscht]

Ich habe es ja schon im Oktober 2007 gesagt: Schnutinger wurde von Außerirdischen entführt, welche nun in ihrer Gestalt Presse, Funk und Fernsehen unterwandern: http://stefan.waidele.info/2007/10/30/the-schnutinger-conspiracy/

Viel wichtiger als den Artikel im Vodafone-Blog finde ich den Artikel, den sie vom Toonblog wieder runtergenommen hat.

Und wärend ich “Das HCM Magic mit Internetanschluss und wenig Knöpfen” für die Hookline schlechthin halte, bin ich beim Stöbern im Toonblog tatsächlich auf einem Video-Podcast gestoßen, der belegt, dass Schnutinger schon immer ein Problem mit dem Handyknöpfen hatte :)

Link: Mein handy

Peter Thoeny, TWiki, and the community #FOSwiki

When I received an E-Mail from Peter Thoeny (original author of TWiki), with the request to vote for “the open source TWiki” in the SourceForge.net Community Choice Awards, and about a new code of conduct for twiki.org (which is claimed to make it possible to “to scale the community”) I did not remember  exactly why it made me suspicious.

But a quick search for “twiki fork” brought FOSwiki back into memory. Seems to me that TWiki.net successfully scaled the community – but scaled it down.

After reading their “Why this fork” page, the salutation at the end of the e-mail leaves a strange feeling:

Best regards,

Peter (on behalf of the TWiki community)

Seems like the power-play is not over, yet.

Frühstück bei Twittany…

Eigentlich wollte ich gestern ein kleines Script schreiben, das Twitter nach den Schlagworten “Twitpic” und “Frühstück” durchsucht, und dann die gefundenen Bilder nebeneinander anzeigt.

Und heute morgen stellt Mashable “4 Tools to Track Twitpics in Realtime” vor – und dabei ist genau die Bildersuche, die ich programmieren wollte – nur in 1. fertig und 2. flexibel. ;)

Mit PicFog kann man schnell und einfach Twitpic nach Stichworten durchsuchen - zum Beispiel wenn man wieder einmal eine frische Idee für’s Frühstück braucht

Touristische Entscheidungen im Social Web – oder: Sommerurlaub 2009

Drüben bei Tourismuszukunft ist gerade eine heiße Diskussion über das Web 2.0 im Tourismus und im allgemeinen, aber auch um die Skittles-Homepage im Gange.

Und prompt kann ich mit einem Beispiel dienen, wie Gäste schon heute – und in Zukunft immer mehr – ihre Reisen planen. Das schönste dabei ist, dass ich bei der ganzen Geschichte nicht touristischer Abieter bin, sondern Urlauber. Ich nehme also die vielbeschworene “Gästesicht” ein.

Hier sieht man schon: Ganz automatisch habe ich zuerst nach persönlichen Erfahrungen und “Ortswissen” gefragt, und erst ein 3/4 Stunde später nach einem “Touristischen Mashup”.

Den Abend durch habe ich dann noch nach alternativen gegoogelt, und noch zwei Campingplätze gefunden, die kein Hundeverbot auf ihrer Homepage hatten:

Welchen ich als nächsten anschreiben wollte? Ganz klar, den mit der lesbaren Website. Ganz klassisch, Web 1.0 – Du machst eine gute Homepage und ich kaufe bzw. buche bei Dir.

Aber im Hintergrund war mein Tweet am arbeiten. Einer meiner Kontakte bei Twitter kennt jemanden, der in meiner Urlaubsregion lebt. Und dieser wiederum empfielt mir ausgerechnet den Campingplatz mit der geschredderten Homepage! Und was mache ich? Ich buche genau auf diesem Campingplatz. Nicht übers Web, sondern ganz old-school per Telefon. Weil ein “virtueller Freund eines virtuellen Freundes” mir gesagt hat, dass es dort einen Tick besser ist. Und das ganze in nur 3 x 140 Zeichen.

Urlauber treffen ihre Entscheidungen aufgrund von Empfehlungen. Kein wunder sind die gut vernetzten “Soccer-Moms” eine begehrte Zielgruppe für Werber. Das Web 2.0 befreit diese Vernetzung von den räumlichen (und auch zeitlichen) Beschränkungen. Wärend wir auf dem Fußballplatz nur mit Menschen aus unserer Region und nur während des Trainings unserer jünsten zusammenkommen, können wir über Facebook, Twitter und wie sie alle heißen quer durch die Republik (bzw. die Welt) unsere Erfahrungen kundtun und nach Tips fragen. Und das sogar “asyncron”, jeder dann, wenn er gerade Zeit hat. Auch das weitervermitteln von Fragen und antworten ist leichter – ein kurzer “Retweet” und die Sache ist an den lokalen Experten weitergegeben.

Und das ist es, was das Web 2.0 für alle Branchen – und somit auch für den Tourismus – so interessant macht: Word-of-Mouth Marketting, Empfehlungen von Bekannten. Das bringt Vertrauen und hebt ein Angebot aus der Masse heraus. Und das ist aber auch genau das, wovor so viele Angst haben: Die Kontrolle über das, was über den eigenen Betrieb in die Öffentlichkeit kommt, entgleitet den Anbietern immer mehr.

Wobei: Hatten wir diese Kontrolle jemals? Ober haben wir das “Unkontrollierte” einfach nicht wahrnehmen können? Ich denke, das Letztere ist der Fall. Denn solche Geschichten gab es schon immer – nurch eben nicht auf Youtube…

PS: Solche Geschichten machen aber auch viel schneller die Runde, und das ist unsere Chance. ;)