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Travian

Was man selbst nicht ausprobiert, das bringen einem die Kinder ins Haus…

Ich hatte zwar schon einmal von einem Hotelgast von Travian gehört, aber ausprobiert habe ich es noch nie. Gestern kam mein 13-jähriger Sohn heim: „Papa, das spielen alle!

Also, wenn das alle spielen, dann muss es ja auch was für mich sein, oder?

Angemeldet ist man ruck-zuck, ich bin ein Gallier. Mein Sohn ist Römer, die Germanen sind anscheinend hauptsächlich für erfahrene Spieler.

Aber auch als unerfahrener Spieler habe ich schnell den Überblick und die ersten Getreidefarmen, Lehmgruben, Steinbrüche und Sägewerke sind schnell errichtet. Doch dann kommt der Spielfluss ins Stocken: Die Rohstoffe sind knapp (hätte ich doch noch kein Lager errichten sollen, bevor die Produktion gesichert ist? Ist der Versammlungsplatz nicht unnötig, solange ich keine Truppen habe?

Vielleicht hätte ich doch zuerst die Quests durchspielen sollen? Wahrscheinlich schon. Zum Glück gelten die bereits ausgebauten Elemente als Quest-Erfüllung – für die es Belohnung in Form von Rohstoffen gibt.

Rohstoffe und Aufträge in Echtzeit

Apropos Rohstoffe: Diese „wachsen“ mit einer bestimmten Rate: Anzahl pro Stunde. Und die Zeit ist Echtzeit – egal, ob ich „im Spiel“ bin oder nicht. Dies gilt auch für Bauaufträge. Eine Getreidefarm auf die erste Stufe auszubauen dauert knappe 3 Minuten. Der Ausbau auf Stufe 2 schon 7 Minuten. Andere Bauaufträge gehen (bis jetzt) in den Bereich von knapp unter einer Stunde. Ich gehe davon aus, dass diese Zeiten steigen, je weiter man im Spiel kommt.

Unabhängig davon, wie viele Rohstoffe man besitzt (die man auch Handeln kann), kann man immer nur einen Bauauftrag gleichzeitig geben. Dadurch muss man sich immer wieder ins Spiel einloggen, was wohl dem Geschäftsmodell der Betreiber entgegenkommen sollte 🙂

Free, Premium, Ads

Das Spiel Travian ist erst einmal Kostenlos, und sollte auch kostenlos durchgespielt werden können.

Geld verdient die Münchner Travian Games GmbH. laut eigener Aussage durch den Verkauf von „Gold“. Diese In-Game-Währung kann man dazu nutzen, um Komfortfunktionen (PLUS-Mitgliedschaft, 15 Goldstücke pro Woche) oder „Cheats“ im Spiel Freizuschalten. Praktischerweise bekommt man „PLUS“ und das erste Gold vom Questgeber geschenkt, wodurch man sich schnell an die Goodies gewöhnt. Bei Bezahlung per PayPal kostet eine Woche Premium-Mitgliedschaft einen Euro, bei Bezahlung per SMS 1,50€. Kauft man (nur per PayPal möglich) gleich 600 Goldstücke für 20€ kostet die Wochenmitgliedschaft nur noch 50 Cent.

Beim kostenlosen Account wird Werbung am oberen Bildrand eingeblendet. Diese ist nicht immer das ist, was man als Eltern bei einem pubertierenden Teenager  auf dem Bildschirm sehen möchte – Aber in Teenageralter machen Jungs am Computer eh‘ nur Weltraumspiele bzw. Hausaufgaben und interessieren sich nicht für heiße Chatpartnerinnen oder Beate Uhse.

Oder? 😉

Jedenfallslässt sich Travian auch prima mit NoScript spielen (lediglich travian.de muss freigegeben werden) – oder man bezahlt den Euro pro Woche. Durch die kurzfristigen Zahlungsmethoden ist man nicht gebunden. Man schließt kein Abo ab, und hat dadurch die Kosten recht gut im Griff – so lange man nicht das schnellere Vorankommen per Cheats (25% mehr Ertrag, Bauaufträge sofort abschließen, etc.) bezahlt.

Für Kinder?

Für wen sonst? So weit ich das nach einem Spieltag beurteilen kann ist Travian ein Spiel für Kinder jeden Alters (also ca. 10 – 173 Jahre). Die Einstiegsschwelle ist niedrig, das Spiel ist leicht zu begreifen. In späteren Spielstufen kommen weitere Möglichkeiten (und wohl auch Komplexität) dazu, was für Langzeitunterhaltung sorgen sollte.Die Tatsache, dass die Nachbardörfer nicht vom Computer gesteuert sondern von anderen Spielern regiert werden bringt ebenfalls Abwechslung ins Spiel.

Auch scheint das Spiel in viele kleine Häppchen aufgeteilt zu sein – einige Male kurz reinklicken bringt im Spielverlauf wohl mehr, als stundenlang davorzusitzen.

Wenn man mit den Kindern darüber einig ist, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen dürfen, dann spricht eigentlich nichts gegen das Spiel. Die 2€ bis 6€ pro Monat für die Plus-Variante ohne Werbung sollte man als Eltern aber doch investieren.

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2 Comments

  1. Posted 20. Mai 2009 at 20:23 | Permalink

    Wie bei vielen online-Games liegt bei Travian die Gefahr im Dauernd-Online-Sein-Müssen. Besonders im fortgeschrittenen Spiel wird es wichtig, mindestens alle paar Stunden einmal reinzuschauen. Man lebt nach der Uhr – ach, schon wieder 2 Stunden um, das Dingensgebäude ist fertig und der Angriff ist beendet, noch eben schnell ein Getreidefeld starten …
    M.E. nichts für Kinder.

  2. Posted 21. Mai 2009 at 11:55 | Permalink

    Korrekt, als Spieler wird auf geschickte Art und Weise dazu gebracht, immer wieder vorbeizuschauen.

    Obiger Artikel sollte nicht den Eindruck vermitteln, dass man als Eltern seinen Kindern dieses Spiel empfehlen sollte. Mir ging es um eine Einschätzung, wenn das Kind von anderen auf Travian aufmerksam gemacht wurde.

    Meinem 13-jährigen habe ich das Spiel nicht verboten (bringt eh‘ nichts).

    Als Gegenbeispiel möchte ich Barbiegirls.de nennen – diese „Spielewelt“ habe ich meiner Tochter vor zwei Jahren verboten – siehe http://stefan.waidele.info/2007/09/26/im-a-barbie-girl/

    Im Vergleich zu dem was Matell da aufgebaut hat, ist Travian „pillepalle“.

    Ich muss jetzt aufhören, mein Hauptgebäude müsste fertig sein… 🙂