Archive | Februar, 2009

Twitter – Das Geheimnis des Erfolgs

Warum Twitter so erfolgreich ist? Dazu gibt es einige Meinungen. Hier sind meine Ideen dazu

  • Twitter ist einfach
    Darüber wurde schon genug geschrieben. 140 Zeichen, ein Klick, gut ist
  • Twitter hält das “richtige Blog” frei von Belanglosigkeiten
    Einen Link kommentarlos ins Blog setzen – das muss nicht mehr sein. Das geht über Twitter noch besser.
  • Twitter ist synchrone Kommunikation
    Auch wenn Twitter keine Räume wie IRC und andere Chats hat (bzw. über die Hashtags diese nur annähernd nachbilden kann) gibt es viele Dialoge in Echtzeit via Twitter
  • Twitter ist asynchrone Kommunikation
    Der Empfänger ist nicht online? Kein Problem, er bekommt die Nachricht wie bei E-Mail trotzdem
  • Twitter ist Informationsbeschaffung
    wenn man den richtigen, für sich selbst wichtigen, Leuten folgt.
  • Twitter ist Informationsverteilung
    wenn man es entsprechend einsetzt (und relevante Informationen hat)
  • Twitter ist Dialog
    Senden und Empfangen, in variabler Geschwindigkeit
  • Twitter verbindet Gruppen
    Es benötigt etwas an Absprachen und Disziplin, aber via Twitter, Hashtags und Tools wie TweetDeck lassen sich Gruppen sehr gut koordinieren. (z.B. Tourismuscamp 2009 – Hashtag #tc09 – Jeder, der eine Nachricht zum Tourismuscamp twitterte, versah den Tweet mit dem Hashtag – Mit einer Spalte in TweetDeck konnte man in Echtzeit die eingehenden Nachrichten im Auge behalten)
  • Twitterlösungen sind oft Ad Hoc
    Es war egal ob #tc09 nach dem Barcamp für andere Events benutzt werden würde. Es war keine Registration notwendig, nur eine kurze Suche nach dem Hashtag. Diese zeigte keine Aktivität, also wurde es gewählt.
  • Twitterlösungen sind oft Basisdemokratisch – Basisdiktatorisch – Anarchisch – jedenfalls “Wisdom of the Crowd”
    Wieder Beispiel Tourismuscamp: Die Veranstalter hatten ein einheitlichen Tag “tourismuscamp09″ für alle Social Media Dienste ausgerufen. Den Twitterern war dies zu lang. Nach zwei Tagen war das neue, akzeptierte, endgültige Hashtag #tc09. Schmollen beim Veranstalter, Freude beim Volk :)

Fazit: Twitter ist eine eierlegende Wollmilchsau. Man kann Twitter verbiegen, gebrauchen und missbrauchen. Die Lösungen sind oft nicht ideal, aber eben meist “gut genug”. Und mit dem einfachen Interface WWW hat jeder die Zugangssoftware.

Farbenblind? ColorZilla hilft.

Wer bestimmte Farbkombinationen auf Webseiten analysieren will (Kopieren ist heutzutage ein so harsches Wort), dem wird mit ColorZilla geholfen.

Die Pipette, mit der man einzelne Pixel nach ihrem RGB-Wert untersuchen kann, habe ich schon bei mancher Designanpassung zu schätzen gelernt. In der neuen Version des Firefox-Plugins kann man sich die verwendeten Farben einer Webseite direkt als Palette anzeigen und abspeichern lassen.

Praktisch.

Anonyme Blogs – Eine Gedankensammlung

Schon seit ich über Ina von den Blogpaten gehört habe, überlege ich mir, wir man in Deutschland auf legale Weise anonym Bloggen könnte. Offensichtlich bin ich mit diesen Gedanken in guter Gesellschaft – denn wie Robert Basic heute getwittert hat, denkt er auch über ein “textbasiertes Postsecret” nach.

Auch die Blogpaten realisieren zum Teil wohl anonymes Bloggen im Bereich chronischer Krankheiten (?), allerdings steht das (noch?) nicht auf der Website. (Oder ich habe das nicht entdeckt) Update: Ist auf der “Offenen Plattform”, siehe Artikel “Rede darüber, gern auch anonym. Lass uns in Dialog kommen.

Als Reaktion auf diesen Artikel habe ich von Niklas einen Link zur Seite How to Blog Safely (About Work or Anything Else) getwittert bekommen. Auch sehr gute Gedanken zum Thema. Die deutsche Impressumspflicht sollte die Umsetzung jedoch schwer machen.

Hier meine bisherigen Gedanken über “Anonymous Blogging” bzw. “Blogging by Proxy“:

1. Zielgruppe: Wer will anonym bloggen?

  • Waiterrant war nur durch die Anonymität des Bloggers möglich – als die “Tarnung” mit zunehmendem Erfolg aufflog, begann das Ende des Blogs. Steve Dublanica bloggt weiter, aber es ist IMO ein “anderes Blog”
  • Shopblogger plaudert nicht wirklich brisantes aus. Außerdem ist der Supermarkt ja nicht gerade ein Ort, an dem man Diskretion erwartet.
  • Weitere “Kandidaten” für Anonymes Bloggen wären Menschen mit Krankheiten, Jugendliche und (in begrenztem Maße) Leute mit “Vertrauensberufen”, z.B. Eltern, Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte, Lehrer, etc.
  • Alle, die privates Öffentlich schreiben wollen, ohne direkt damit in Verbindung gebraucht zu werden. Das ist oft nicht “feige“, sondern meistens “weise
  • Wer nicht zu seinem geschriebenen steht, der soll es doch nicht schreiben” – Zählt nicht. Manchmal wäre es gut, wenn ein “sensibles Thema” mehr in der öffentlichen Diskussion steht.
  • Enthüllungsartikel” sind in in dieser Betrachtung nicht mit dabei, da hier das ohnehin hohe Risiko noch weiter ansteigt.

2. Typen von anonymen Veröffentlichungen

  • Einmalige Artikel – Das Postsecret-Prinzip im Textmodus
    Der Schreiber schreibt sich ein Erlebniss oder etwas anderes von der Seele und das war es dann. Eventuell findet noch eine Diskussion in den Kommentaren statt (sofern dies ermöglicht wird).
    Die Themen können hierbei einen großen Teil des Menschlichen Daseins abdecken – wie eben das Postkarten-Orginal
    Merkmal: Jeder Artikel ist eine in sich abgeschlossene Einheit.
  • Anonyme Blogs – Geschichten zum Miterleben
    Hier steht beim ersten Artikel noch nicht fest, wie die Geschichte weitergeht. Das müssen nicht unbedingt solch dramatischen Dinge sein wie in “Mein etwas anderes Leben“, ganz “normale Kindererziehung” liefert doch schon genug Stoff zum Lachen, Heulen und Mitfiebern.
    Merkmal: Das Blog entwickelt sich mit der Zeit, dem Schreiber und (hoffentlich auch) den Lesern
  • Non-Fiction – Life as it happens
    Echte Menschen schreiben über echte Ereignisse
  • Fiction – wo ist die Grenze zwischen Dichtung und Wahrheit?
    Malte Welding’s Texte rund um eine Beerdigung (Teil 1, 2, 3, 4) konnten (können?) von den Lesern ohne weitere Hilfe nicht eingeordnet werden: Autobiografisch oder Fiktion?
    Überhaupt ist es mit der Kunst ja so eine Sache: Manche trauen sich eben nicht gleich auf die große Bühne. Zumindest nicht am Anfang. Und somit könnte so manchen kleine Pflänzchen im Anonymen wachsen, bis es die Kraft hat, sich in das raue Klima der impressumspflichtigen Öffentlichkeit zu stellen.

3. Anforderungen

  • Anonymität der Autoren
    Wohl die Grundvoraussetzung für anonymes Bloggen. Und dennoch nicht so banal wie es scheint. (IP-Adresse, E-Mail Header, etc.)
    Je nach Stärke der Anonymität werden wohl die Themen der Artikel gewählt sein.
  • Rechtssicherheit des “Veröffentlichers”
    Wer will schon für die Texte anderer Leute abgemahnt werden? Auch bei Einmaligen Artikeln besteht diese Gefahr. Stichworte: Straftaten beschreiben, dazu auffordern, oder wohl am gefährlichsten (weil nicht immer ersichtlich): Urheberrechtsverstöße!
    Hierzu kann auch eine Möglichkeit notwendig sein, mit der im Ernstfall die Anonymität aufgehoben werden kann.
  • evt. Zuordnungsmöglichkeiten
    Steht zwar im widerspruch zur Anonymität, aber evt. will ein Schreiber etwas am Artikel verändern oder seine Werke tatsächlich einmal unter eigenem Namen veröffentlichen. Ein entsprechendes Pseudonym-System müsste hierfür im Voraus vereinbart werden.
  • Pseudonyme würden auch eine Verteilung eventueller Werbeeinnahmen ermöglichen.

4. Umsetzung – Probleme – Fragen

  • Einmalige Artikel könnten über ein öffentliches Forum, als Kommentare zu einer bestimmten Seite im Blog oder per E-Mail angenommen werden. (E-Mail ist nur so anonym, wie es der Sender selbst macht). Ein Moderator sichtet die Beiträge und veröffetnlicht diejenigen, die er als 1. interessant und 2. rechtlich unbedenklich erachtet.
  • Wiederkehrende Artikel (also Blogs) könnten vom Schreiber oder vom Veröffntlicher eingerichtet werden. Der Schreiber erstellt die Artikel (moderiert oder unmoderiert), der Veröffentlicher steht mit Name und Adresse im Impressum.
    Der Schreiber gibt im voraus eine Erklärung ab, den Veröffentlicher von jeglichen juristischen Konsequenzen frei zu halten, d.h. im Ernstfall die Anonymität aufzugeben.
    Die große Frage ist: In wie weit sind solche Erklärungen möglich, anerkannt und realisierbar? Steht vielleicht im “Kompendium Internetrecht” – aber da bin ich noch nicht durch :)
  • Pseudonyme können vorab über Codes vereinbart werden, um ein späteres Zuordnen zu ermöglichen.
  • Eventuelle Werbung müsste über den Veröffentlicher realisiert werden, um den Schreiber zu schützen. Ein Verteilung der Einnahmen ist bei Blogs mit einem Author somit recht einfach, bei mehreren Schreibern recht kompliziert (unabhängig davon, ob diese mit Namen bekannt sind oder nicht :) )
  • Über Dienste wie WordPress.com, Blogger.de oder andere lassen sich recht einfach Blogs mit meist “ausreichender Anonymität” erstellen. Ein Impressums-Abmahner wird wohl kaum den IP-Traffic in die USA auswerten, um an sein Opfer zu kommen.
  • Sicherheit: Der Schreiber begibt seine private und/oder berufliche Sicherheit in die Hände des Veröffentlichers. Eventuelle Lecks beim Anbieter schlagen direkt zum Schreiber durch – und das mit sensiblen Inhalten. (Haftung?)

So, und nachdem ich das jetzt alles so runtergetippt habe, kann ich auch auf Roberts Frage antworten: “@stwaidele was hat dich btw daran gehindert?

Die Spontane Antwort war “@RobGreen Gehindert hat mich die Tatsache, dass ich a) kein Anwalt bin und b) ich noch mit der Idee “schwanger” gehe/ging” – und das stimmt auch noch so. Jedoch muss ich nun noch ergänzen, was wohl der Hauptgrund ist: Wenn man es anbieten will, dann sollte man es richtig gut machen. Und je mehr man darüber nachdenkt, desto schwieriger wird es, es gut zu machen.

Das Risiko ist für beide Seiten zu hoch

Wobei bei einer “Strictly 1-Shot” Geschichte, wie Robert das angedacht hat, das Risiko ziemlich klein gehalten werden kann. Dann bleibt im Prinzip nur noch die Sache mit den versteckten Urheberrechtverletzungen. Den Rest könnte man mit dem “gesunden Menschenverstand” (also Moderation der Beiträge mit Umsicht) regeln.

So, jetzt fehlen mir nur noch wenige Worte, dann habe ich einen Artikel mit dem Word-Count 1000 geschrieben. Sechzehn, fünfzehn, vierzehn, dreizehn, zwölf, elf, zehn, neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins, NULL

Dies ist nur eine Übung! Bitte bewaren Sie Ruhe! (Scribefire)

“Easily update your blog through Firefox”

und

“ScribeFire is a full-featured blog editor that integrates with your browser and lets you easily post to your blog.”

Eigentlich arbeite ich mit meinen Blog schon immer in Firefox. Und WordPress integriert sich auch ganz gut da rein… Von daher Frage ich mich, wozu man Scribefire benötigt.

Schnelle Eindrücke:

  • + Kein “Fensterwechsel” zwischen Editor-Browser und referenzierten Seiten.
  • + Läuft auch unter Linux (und wahrscheinlich auch auf dem Apple)
  • - Verkleinert die Nutzbare Bildschirmfläche
  • - Kategorien werden “flach” angezeigt
  • - Um Kommentare zu sehen, muss ich doch ins WP-Backend
  • - Ein weites UI, an das man sich gewöhnen muss – und das einen durcheinanderbringt, wenn man dann doch direkt in WP arbeitet.
  • +Wenn man verschiedene Blogs mit verschiedenen Systemem hat, wird das Posten vereinfacht.

Manche scheinen es zu mögen…ist aber wohl nichts für mich.

Katzencontent – Let me in

(via Geocaching Unterland)

Freie Alternativen zum Adobe Reader

PDFreaders.org will die Verbreitung von freien Alternativen zu proprietären PDF-Anzeigeprogrammen (Ooh…PDF-Reader) zu fördern. Hierbei geht es nicht um “kostenlos” sondern um Freiheit aka Interoperatibilität

Die Einbindung von Daten ist eine der am häufigsten verwendeten Techniken, um die Kosten einer Migration auf Freie Software künstlich zu erhöhen. Die Sicherung bestmöglicher Interoperabilität durch Offene Standards trägt entscheidend dazu bei, es Nutzern zu ermöglichen, einer Herstellerabhängigkeit zu entgehen. Die Arbeit der FSFE an Offenen Standards zielt darauf ab, sicherzustellen, dass man nicht seine gesamten Daten verlieren muss, wenn man auf Freie Software migriert.

(via Wortgefecht)

Culture is impossible without a rich public domain – Amen brother!

Culture is impossible without a rich public domain

via Rebelreflex

So schön kann Mathematik sein!

Bin gerade beim Lösen von GCGYQN auf die Website “Mathematik – Hintergründe im täglichen Leben” von Werner Brefeld gestoßen. Auf solchen Seiten kann man seine Mittagspause ohne weiteres durchbringen!

Meine Lieblings-Aufgaben bzw. Erklärungen:

Und eine kleine Geschichtsstunde ist die Website auch noch: Kinder, so war das Web damals, in den 90ern! Die “Homepage” liegt immer noch bei T-Online. Web 1.0 wie es sein sollte.

Einfach Klasse!

Wir brauchen die Presse – dringend.

Erst wenn
die letzte Zeitung eingestampft ist,
der letzte Kiosk nur noch Süßigkeiten und Alkohol verkauft,
das letzte Verlagshaus pleite ist,
werdet ihr feststellen,
dass man mit Blogs keinen Kamin anfeuern kann!

Oder was Spiegel Online darüber denkt.

(via @RobGreen)

FAQ about Time Travel

Da will ich rein! (Auch wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass meine Frau nicht in diesen Film will…:)

(via Nerdcore)