Jan Tißler stellt einige Punkte über die Zukunft der Bloggerei zur Diskussion. Sein Artikel soll eine Vorbereitung für eine Session beim Barcamp in Hamburg sein. Daher stellt er zu jedem Argument auch die entsprechende Gegenposition dar.
Einen Punkt habe ich mir herausgepickt, weil Jans Gegenrede meiner Meinung nach nicht weit genug geht:
Hier “meine Gegenrede”:
- Die Informationsdichte von Text ist im Vergleich zu Audio und Video deutlich geringer. Viele Sachverhalte lassen sich mit Text schneller vermitteln. Speziell dort, wo es auf Fakten und nicht auf Emotionen ankommt, schlägt Text das “Bewegtbild” um Längen. Durch zweieinhalb Minuten lesen erfahre ich viel mehr als durch zweieinhalb Minuten Video.
- Texte kann man in allen Umgebungen erstellen und konsumieren. Sowohl in sehr lauten Umgebungen, als auch dort, wo Stille vorgeschrieben ist (vom Tastaturklappern einmal abgesehen).
- Auf Audio und Video kann man nur sehr schlecht verlinken. Auf den ganzen Beitrag schon. Aber wenn man nur auf bestimmte Stellen Bezug nimmt, wird es schon umständlich. Auch Inhaltsverzeichnisse sind nicht wirklich elegant lösbar. (Dieser Punkt kann mit der Zeit behoben werden – und wird es hoffentlich auch bald)
- Man kann nicht aus Videos “herausverlinken”.
- Audio und Video (in ihren momentanen Ausprägungen Radio und TV, aber auch Podcasts, Audiobooks und Videopodcasts) sind sehr viel mehr “Nebenbeimedien” als es Text ist (sowohl Buch und Zeitschrift, als auch Internetseiten)
- Mit Audio und speziell Video (auch Screencasts) lassen sich Zusammenhänge einfach erklären. Um Details und Hintergründe zu beleuchten benötigt man Text.
- Die Produktionszeiten für Audio und Video sind zu hoch. Und sie werden es (abgesehen von weitgehend ungeschnittenen Gesprächen) auch bleiben.
Nicht jeder kann Video produzieren, auch wenn uns die Werbung das weismachen will.
Zum Abschluss hier nochmal einen Hinweis auf die Ode an den Text schlechthin. Denn auch wenn von “Unix” und “Windows” gesprochen wird, so geht es in “The Elements Of Style: UNIX As Literature” von Thomas Scoville um den gleichen Konflikt: Tippen oder Klicken, Schreiben oder Sprechen, Lesen oder Schauen.
Und ja, das Thema hat auch etwas mit der Intelligenz der Zielgruppe zu tun…


