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15  05 2008

Gedanken zur Privatssphäre im Netz 2.0

Drei Blogger aus meiner Feedlist machen sich Gedanken über das, was man oft leichtfertig im Web 2.0 von sich preis gibt (oder feil bietet?). Warscheinlich machen sich noch mehr darüber Gedanken, aber bei diesen drei ist es mir besonders aufgefallen, weil die Personen an sich wohl kaum unterschiedlicher sein könnten, und trotzdem die Artikel innerhalb eines Tages hier reinkamen.

1. Don in der Blogbar:
Er sieht die Absonderungen am Kritischsten und beschreibt Twitter sogar schon als Informationsquelle für ganz reguläre Einbrecher. Burglary 2.0 sozusagen. Er bietet die auch von mir geschätzten “modifizierten Zeitstempel” als Lösung an:

Weil es da draussen keinen was angeht, was ich wirklich tue. Weil ich absolut nicht einsehe, was mein reales Leben irgendjemanden, [...], angehen sollte. Das Blog ist ein Mittel zur Entlokalisierung, es erlaubt Reisen, wenn ich auf der Dachterasse bin, und bleibt daheim, wenn ich zu einer Auktion fahre. Es ist kein Seelenstrip, sondern eine Schutzschicht, ein Panzer, den ich niemals ablegen würde, angesichts all der Idioten, die sich im Netz rumtreiben. Gegen Schäuble sein und gleichzeitig 20 mal am Tag festhalten, was man gerade so tut, passt nicht zusammen. Es mag konservativ klingen, aber schon Blogs können einen während des Lernprozesses im Umgang mit der Internetöffentlichkeit ins Schleudern bringen.

2. Robert Basic und seine Twitter-Auswertung:
Der Eye-Catcher schlechthin: Wie regelmäßig essen und schlafen Twitter-Nutzer? Wobei sein Fazit nicht wirklich konsequent ist. Denn mal ganz ehrlich:

Nutzt verschiedene PSEUDONYME, meidet zentrale Aggregatoren wie Feedburner, sperrt die Accountzugriffe -wenn möglich- von außen für Tools wie Xefer (was ich oben genutzt haben)! Wenn man nicht will, dass man gescanned und gecheckt wird, weder vom Personaler noch von sonst jemanden.

Das könnte man doch wohl auch als: “Finger weg von Web 2.0” übersetzen, oder?

3. Finja, “*hrgrmpfngpö*”:

Während sich in den Entwürfen die Einträge türmen, klicke ich allzu selten auf “Veröffentlichen”. Ich habe immer vertreten, dass dies mein virtuelles Wohnzimmer ist, wo ich nicht darauf Rücksicht nehme, dass jemand anderes einige Dinge vielleicht nicht lesen will.

Beim Bloggen geht aber nicht darum zu entscheiden, was andere lesen möchten. Sondern es geht darum zu entscheiden, was man anderen von sich preisgeben will. Da ist “Selbstzensur” oft das richtige Werkzeug - womit sich der Kreis zu Don auch wieder schließt.

PS: Manchmal ist es doch gut, einen Post per “modified Timestamp” noch ein wenig “reifen zu lassen”:
Schnutinger findet die Möglichkeites des Seelenstriptease 2.0 klasse und liefert ein sehr amüsantes Beispiel dafür. Das hätte aber auf keinen Fall in die 140 Zeichen eines Tweets gepasst! Und auch Kaal vom grosseweltblog ringt den Möglichkeiten des Internets eher die positiven Seiten ab. (Wobei er aber nur vom “Surfen” spricht…)


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