Stefan.Waidele.info

Murphy’s Law der Personalplanung

Der erste Mai ist bei uns eher einer der Feiertage, an denen nicht so viel los ist. Oder er war es zumindest.

Drei Servicekräfte waren in den letzten Jahren am 1. Mai eher zuviel als zuwenig. Aber da wir ja die Speisekarte ein wenig umgestellt haben, ist das vielleicht gerade ganz gut.

Denkste!

Was dieses Jahr schon mittags über uns „hereinbrach“ hat uns richtig überrascht! Es war recht schnell klar, dass meine drei Damen das so nicht schaffen. Also habe ich mir den Kellnerblock und Schlüssel geschnappt, und selbst einige Tische übernommen.

Und dann, um 13:00 – also als wir so mitten drin im Rennen waren – kommt der Anruf von der Feuerwehr: „Bei unserem Grillfest brauchen wir noch mehr Steaks!“. Die waren zwar vorbereitet – aber wo? Meine erste Runde durch die Kühlhäuser brachte keinen Erfolg. Mein Vater (Metzgermeister) ist in Urlaub. Mein Bruder (Metzgermeister) macht einen Maiausflug und könnte erst in 30 Minuten zurück sein. Und beim dritten Metzgermeister (der die Bestellung gerichtet hat, und der mir sofort sagen könnte, wo alles liegt, und dass es nicht in roten „Metzgerkisten“ sondern nur in Vakuumbeuteln vorbereitet ist) ist das Telefon dauerbesetzt.

Also noch eine Runde durch die Kühlräume. Nichts! (Schließlich suche ich immer noch nach roten Kisten). Zwischendurch ruft mein Bruder an, und entschuldigt sich ausgiebig, dass er mich so hängen lässt. „Soll ich schnell zu Dir ins Geschäft fahren – ich kann in 30 Minuten da sein!“ Nein danke – bis dahin ist es zu spät. Ich muss jetzt alleine „groß sein“. Lass mich jetzt einfach vom Telefon weg zu meinen Gästen. Der Hauptgang für den 14er Tisch ist gerade fertig. (Ich glaube, er wollte noch etwas sagen, aber da hatte ich schon aufgelegt 🙂

Zusammen mit der Feuerwehr finden wir dann auch das „Steak-Versteck“. (Versteak?)

Die Gäste haben inzwischen alle etwas zu essen, und ich hänge ausnahmsweise das „Heute zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr geschlossen Schild“ raus. Schon um 13:40 Uhr. Die Tische sind voll, und die Küche hat auch so noch bis weit nach 14:30 Uhr zu Kochen.

Als dann alles so weit geregelt ist, kommt unsere Ex-Azubi vorbei. Sie arbeitet inzwischen bei einem Kollegen am Ort und fragt, ob sie 4 Liter Sahne ausleihen kann: „Die haben uns heute echt überrannt! Wer hätte damit am 1. Mai gerechnet?“

Also, von mir aus kann der 1. Mai 2009 wieder so werden. Aber dann bin ich darauf vorbereitet und habe genügend Personal da. Hoffentlich kommen dann auch wieder so viele Gäste 🙂

This entry was posted in Kronenblog. Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post. Both comments and trackbacks are currently closed.

One Trackback

  1. […] Nachdem wir am 1. Mai so überrascht wurden, haben wir jetzt für den 8. Mai dienstplantechnische Vorkehrungen getroffen. Die Reservierungen kommen in immer kürzeren Abständen, aber wir werden dem Ansturm gewachsen sein. […]