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Second Life ist kein Spiel

Das heutige Verbot von „Bankplay“ in Second Life (siehe auch im Second Life Herald: „Bankplay Banned – High Interest L$ ATMs Must Go !“ zeigt es wieder deutlich: Second Life ist kein Spiel – auch wenn dies manche als solches ansehen.

Machen wir uns nichts vor: SL ist keine zweite, vom richtigen Leben losgelöste Welt. SL ist eine technische Möglichkeit die uns das echte Leben bietet. Unsere Handlungen in SL sind immer auch in gewisser Weise real. Selbst wenn man sich in SL „neu Erfinden“ kann, selbst wenn der Avatar um Klassen besser aussieht und weder in Geschlecht noch Spezies mit dem echten Körper Ähnlichkeiten aufweist – die Person, das Wissen, die Zeit und nicht zuletzt auch das Geld hinter dem Avatar ist real.

Dies sollte man beim Umgang mit anderen Menschen in Second Life nicht vergessen. Und auch beim Umgang mit dem Geld.
So interessant und lehrreich es sein mag, eine Bank in SL zu gründen und Managen: Es ist echtes Geld, das hier investiert, geliehen, verzinst und im schlimmsten Fall veruntreut wird. Und deshalb kann Linden Labs es nicht zulassen, dass in SL Banken gegründet werden, die keinerlei Kontrolle – die es für Banken ja zurecht gibt – unterliegen.

Auch wenn man darüber diskutieren kann, welches Recht in Second Life zur Geltung kommt: Es ist selbstverständlich, dass SL kein rechtsfreier Raum ist. Die Server stehen in den USA, ich befinde mich in Deutschland – also versuche ich die Gesetze beider Nationen zu beachten, so weit ich diese kenne. Genau so, wie ich es bei meiner Linux-Webseite auch tue (obwohl diese ja eigentlich nur deutschen Recht unterliegen sollte – aber das Team ist schließlich aus .de, .us und .cn)

Auch ohne ausdrückliches Verbot in den Nutzungsbedingungen sollte es klar sein, dass Banken, Rechtsberatung, Medizinische Beratung und ähnliche Geschäftsfelder nur mit entsprechender RL-Qualifikation in SL ausgeübt werden dürfen. Und deshalb hier der übliche Disclaimer: Ich bin kein Anwalt – wer rechtsichere Beratung wünscht, solle sich eine(n) mieten 🙂

Und wer schon immer mal einen richtigen Haufen Geld sehen wollte, der klickt jetzt rüber zu Things you don’t see every day: „How 315 Billion Dollars Look Like„)

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One Comment

  1. Posted 5. Februar 2008 at 16:40 | Permalink

    Von Glücksspielen halt ich eh nichts, egal ob sie in SL, als Kettenbrief oder auf offener Strasse abgehalten werden. Die Auswirkungen sind „real“ für alle Beteiligten. Bevor man sich in ein Second Life-Abenteuer stürzt, einfach mal vorher mit jemandem sprechen, der sich damit auskennt.