Meinungsfindung II: Gute Werbung - schlechte Werbung - böse Werbung
Markus Breuer hat für sich definiert wann Werbung gut, und wann sie nicht gut ist.
Damit trifft er auch fast meine Meinung zum Thema. Aber eben nur fast.
Gute Werbung hält mich nicht davon ab, was ich eigentlich tun will (in den ‘flow’ eines Films kommen, beispielsweise)
Genau so ist das. Gute Werbung steht nicht im Weg. Also kein “Page-Peel”, keine Overlay-Grafik mit Klingeltonwebung am unteren Rand des Spielfilms und natürlich auch nicht zu viele Unterbrechungen wegen der Werbung. Wir sind uns einig.
Gute Werbung versucht, relevant zu sein (und hat zumindest manchmal Erfolg damit)
Ja. Wobei ich den Verdacht habe, dass er damit etwas anderes meint, als ich das tue. Wie Markus Breuer selbst erwähnt, gehört “eines der größeren professionellen Werbenetzwerke in Seond Life. Das könnte meine [also seine] Ansichten färben”.
Genau dieses Werbenetzwerk ist auch ganz stolz darauf Relevanz durch “Behavioral Targeting”, also der Auswertung der Zielobjekte (=Kunden) zu erreichen. Markus zitiert dann auch noch Dave Winer (”…Werbung wird immer besser und besser ‘gezielt’ werden bis sie irgendwann einmal ‘verschwindet…”). Und spätestens da ist für mich die Granze überschritten.
Werbung, die ihre Relevanz durch Auswertung des Empfängers erreicht ist “böse”, auch wenn das dem “State of the Art” der Werbebranche entsprechen sollte.
Relevanz ohne Behavioral Analysis?
Wie kann dann Werbung überhaupt relevant sein? Ich denke, dass es reichen sollte, aus dem Umfeld, in dem die Werbung plaziert ist auf den Betrachter zu schließen. An Bahnhöfen Werbung für Reisende, in Fußballstadien Werbung für Männer, in Hochglanzillustrierten für Frauen und in der c’t für Geeks. Und genau so auch im Web: Neben meinem Beitrag über Doping ist Werbung für Apotheken relevant, neben dem Barbie-Artikel für Mädchen, und neben der Tech-Stuff Kategorie sollten sich die Webhosting-Pakete einfinden.
Und wenn das mal nicht der Fall ist? Dann tritt automatisch Kriterium Nummer eins in den Vordergrund: “Gute Werbung hält mich nicht davon ab, was ich eigentlich tun will”. Auch schlechte Werbung sollte uns nicht davon abhalten. Nur böse Werbung tut das.
Und was will ich damit sagen?
Werbung hier in meinem Blog passiert in der Regel ganz drüben in der rechten Spalte. Erst LinkLift, dann Amazon, dann Xing. Wer direkt von Google kommt, bekommt noch ‘ne Dosis Adsense. Ansonsten findet sich ab und zu eine “Amazon-Empfehlung” im Text, oder auch ein anderer Affiliate Link. Diese sind dann aber aufgrund des Artikels selbst relevant, und zukünftig auch immer als Affiliatelink gekennzeichnet.
Ich denke, das stört den “Flow” nicht, und Google bekommt auch nicht mehr Daten als es sowieso schon hat.
Also fällt das alles für mich in die Kategore “unböse Werbung”. Egal ob “gut” oder “schlecht”. Oder?


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