Archive | November, 2007

Ich habe Gesellschaft

“Wir haben Gesellschaft” – Immer wieder verwendet, wenn man sagen will: “Wir werden beobachtet, belauscht, gesehen. Wir sind nicht alleine.

Blogger sind nie alleine. Artikel werden immer gelesen, und sollten sie nicht gelesen werden, so kann es jederzeit geschehen dass – aus welchem Grund auch immer – trotzdem jemand daherkommt und sieht, was geschrieben wurde.

Viele Blogger schreiben für “ihre Zielgruppe”, und wahrscheinlich mindestens so viele schreiben “für sich selbst”. Aber auf Grund des gewählten Mediums Internet ist das Blogpublikum nicht auf diesen beabsichtigten Leserkreis beschränkt. Ich habe einen Verriss über BarbieGirls.de geschrieben, aber wenn ich meine Statistik und die Kommentare dazu anschaue, habe ich den Eindruck, dass hauptsächlich Grundschülerinnen dort landen, die wissen wollen, wie man da rein kommt! Das wollte ich nicht! Aber so ist das Internet.

Auch habe ich, wenn ich eine Seite veröffentliche, es nicht mehr in der Hand, in welchem Umfeld Links zu mir auftauchen. Oder wer “mich liest”. Oder wer mich weiterempfiehlt. Das müsste jedem klar sein, der ins Internet geht. Ist es aber anscheinend nicht.
Und wenn man schon viel persönliches veröffentlicht hat, bevor man sich dessen bewusst wird, und plötzlich zusammen mit [irgendeiner Gruppe, die einem unsympatisch ist] genannt und empfohlen wird, kann man doch ganz ordentlich schockiert sein.

Und genau deshalb ist es wichtig, dass jeder möglichst früh entscheidet, wie viel persönliches er oder sie ins Netz stellen will. Deshalb findet ihr hier auch so wenig über meine Kinder. Ihr wisst dass mein Sohn 3×3-Puzzles löst und Rubic’s Cube tüftelt. Ihr wisst, dass meine Tochter im Barbie-Alter ist. Aber ob/wann/wie ihre Namen und Photos im Netz auftauchen, das sollen sie selbst entscheiden. (Mit wenigen Ausnahmen in dieser Art)

Also, liebe Online-Eltern: Überlegt es Euch gut, was ihr über Eure Kinder veröffentlicht. Wie es ausschaut, hat das Internet bei manchen Dingen ein sehr gutes Langzeitgedächtniss.

Verschwörung? Überwachungskameras und die Presse

In Großbritannien gibt es die höchste Überwachungskamera-Dichte der Welt, trotzdem steigt die Kriminalitätsrate ständig. Und die Terroristen, die in London die U-Bahn hochgejagt haben, haben sich von den vielen Kameras auch nicht abhalten lassen.

Vielleicht ist das Videomaterial in wirklichkeit gar nicht für die Polizei, sondern für das Fernsehen? Würde erklären, warum man so wenig davon mitbekommt, oder?

Geschenktip: Kindle

1. To start (a fire) or light (a torch). – “Please kindle a fire in the barbecue.”
2. To arouse or inspire (a passion, etc). – “He kindled an enthusiasm for the project in his fellow workers.”

3. Kleines Kind. – “Ja Kindle! Wie du schon wieder gewachsen bist!” :)

(1. & 2.: via Wiktionary, 3: via Lebenserfahrung)

Das legendäre “Jahr 2000″ und “Ende des letzten Jahrhunderts”

zur Zeit amüsieren wir uns herrlich über ein altes “Was ist was” Buch, das meine Kinder ausgegraben haben. Denn was gibt es schöneres, als “vergangene Zukunfsvisionen” am tatsächlichen Verlauf der Geschichte zu messen?

Im Jahr 2000 werden also die Automobile zu Autonomobilen, die ohne einen Fahrer ihre Passagiere ans ZIel bringen. LOLROTASTC!

Aber ich finde dies zeigt sehr schön, wie sehr das Jahr 2000 in den 70ern un 80ern als Begriff für “die ferne Zukunft” gebraucht wurde. In der Grundschule haben wir ausgerechnet, wie als wir im jahr 2000 sein würden. Vielleicht hat da schon die Wandlung begonnen, dieser schleichende Prozess, der mit dem Silvesterabend 1999 seinen Abschluss fand: Das Jahr 2000 kam immer näher, wurde erreichbar.

Und dann, irgendwann Ende der 80er, Anfang der 90er wurden Zukunftsprognosen dann auf 2005 oder 2010 datiert – und hörten sich plötzlich komisch an. “Das Jahr 2000″ wurde zu einem ganz normalen Jahr, und als es dann da war, streikten nicht mal die Computer ;)

Und nun? Das neue Jahrtausend ist noch keine zehn Jahre alt, und heute morgen habe ich zum ersten mal die Phrase “Ende des letzten Jahrhunders” benutzt. Ohne Zynismus oder Ironie, sondern als Zeitanganbe für Geschichtliche Ereignisse! Einfach so, in der Straßenbahn.

Wie hat Seal gesungen? “Time keeps on slipping into the future” – und wir sind mittendrin. Ich finde es spannend, wenn viele unmerkliche Veränderungen nach einer Weile eine große Veränderung ergeben, und “die Zukunft ankommt”

Und wenn mein Auto dann mit Magnetstreifen, die in allen Straßen eingelassen sind, sein Ziel findet, dann spreche ich vom 20. jahrhundert auch vom “letztem Jahrtausend”…

Signaturtrenner in Mozilla Thunderbird entfernen

“Wie kann ich in Thunderbird unter jede Mail automatisch ‘Mit freundlichem Grüßen, xyz’ und dann die Adresse und so weiter hängen lassen?”

Ganz einfach: Eine Textdatei mit der gewünschten “Signatur” erstellen und an einem handlichen Ort speichern. In Thunderbird dann unter den Einstellungen des Mailkontos den Haken bei “Datei als Signatur anhängen” machen, und die eben erstellte Datei auswählen.

Thunderbird trennt diese Signatur jedoch (völlig zurecht) mit dem offiziellen Signaturtrenner ‘– ‘, also einer Zeile mit nur ‘Minus, Minus, Leerzeichen’. Dies ermöglicht dem empfangenen Mailprogramm, die Signatur zu erkennen und entsprechend zu behandeln – grau darzustellen und beim Antworten nicht zu zitieren.

Aber im konkreten Fall ist dieser Signaturtrenner nicht erwünscht. Zumindest nicht direkt über der Grußformel. Die “Tips”, die ich im Netz fand beschränkten sich darauf, zu erklären, dass der Trenner wichtig sei, und man frroh sein sollte, dass dieser korrekt erzeugt würde. Super…

Durch ausprobieren habe ich dann herausgefunden, dass falls die gespeicherte Signatur den Trenner schon enthält, Mozilla diesen kein zweites Mal einfügt. Nach dem ‘– ‘ muss jedoch noch eine weitere Zeile folgen – diese kann durchaus auch leer sein.

Beispiel? Klar:

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Waidele
Hotel Restaurant Krone
mit eigener Metzgerei
--
Breisacher Straße 1
79395 Neuenburg am Rhein

Tel.: +49 7631/12345-67

http://Krone-Neuenburg.de

Hiermit wird nicht der Gruß, jedoch die Adresse als Signatur abgetrennt, was meiner Meinung nach sinnvoll ist.

Folgende Variante “unterdrückt” den Signaturtrenner so weit wie Möglich:

Mit freundlichen Grüßen,

Stefan Waidele
Hotel Restaurant Krone
mit eigener Metzgerei

Breisacher Straße 1
79395 Neuenburg am Rhein

Tel.: +49 7631/12345-67

http://Krone-Neuenburg.de

--

Die Leerzeile ganz am Ende is wichtig!

Schwarzfahrer!

Da sitze ich im Zug, und überlege mir, dass ich heute wieder einmal meine Kaffeeköchin bei McD besuchen könnte. Meine entspannte Pobacke meldet jedoch, dass mein Geldbeutel sich nicht in der Hosentasche befindet.

Hirn an Kreislauf: “Kein Geld für Koffeein dabei – leg Dich nochmal schlafen”. Gewissen an Gehirn: “Fahrkarte” – “Wie bitte?” – “Wo ist die Fahrkarte?”.

Na im Geldbeutel natürlich! Ach so…

Aber seit August bin ich nur ein einziges Mal kontrolliert worden. Und irgendwie muss ich ja auch wieder zurück – ohne Geld und ohne Fahrkarte…alleine in der großen Stadt…

Hirn an Gewissen: “Halt’ Maul oder Du fliegst raus wie die Milz!”

Falls ich heute wirklich kontrolliert werde, spiele ich Lotto.

Drei tolle Blogs, die kaum jemand kennt

Blogprojekt: 3 tolle Blogs

Jan hat gefragt, und ich antworte gerne. Drei Blogs sollen wir vorstellen, die wir gerne lesen, von denen wir aber denken, dass sie nicht genug beachtet werden. Hmm…meine eigenen hier zu verlinken würde wohl kaum den Sinn der Aktion entsprechen. :)

Also wer dann? Groklaw, Postsecret und Robert? Oder voll einen auf Free-as-in-Speech machen und Shuttleworth, Click und Linux Screw? Auch nicht wirklich…

Welche Blogs stehen heraus aus der Masse der abonnierten Feeds? Wenn ich auf eine einsame Insel ginge, und nur drei Blogs mitnehmen könnte, welche wären das?

Thema verfehlt?

Hoffentlich nicht :)

Die vorgestellten Blogs haben PageRanks von drei, vier und sieben. Wer bin ich also, diese Blogs in der Kategorie “die kaum jemand kennt” überhaupt zu nennen? Ich hoffe Roger, Finja und Joel sehen mir dies nach. Alle drei haben klasse Blogs, über die definitiv zu wenig gesprochen wird. Egal wie viele sie kennen und lesen.

Männerhandtasche

Ich musste dringend etwas unternehmen: Da mein neues Spielzeug Business-Handy mit integriertem Terminplaner zu schade für die Hosentasche ist, hat mir meine Frau doch ernsthaft den Erwerb einer Männerhandtasche vorgeschlagen! Trend oder nicht – ich habe mein letztes rosa Hemd Ende der 90er entsorgt, und auch das war verwaschenes Lila – “Täschchen” muss nicht sein!

Die Lösung wartete in der Spieleabteilung von Ollis Elektromarkt. Zwischen Konsolenspielen und Spielekonsolen fand ich schicke Gürteltaschen für elektronische Kleingeräte. Das einzige Problen dabei ist, dass die meisten davon mit Super Mario oder Pikatschu verziert sind. Der Rest ist eindeutig für Damen oder Dämchen gemacht.

Aber die Suche hat sich doch noch gelohnt: Ganz hinten unten ist da noch eine scharze Tasche für die Nintando DS light, in die auch mein E90 passt.

Das war knapp! Denn wenn ich wirklich vor der Entscheidung “Pokemon-Gürteltasche” oder “Fashion-Statement” gestanden hätte, ich weiß nicht wie diese gefallen wäre…

Now playing: Hip Teens don’t wear blue Jeans ;)

Wegwerfadressen gegen SPAM

Habe mit meinen “öffentlichen” E-Mail Adressen aufgeräumt. Um manche kann ich einfach nicht drumrum – Stefan@Waidele.info und info@Krone-Neuenburg.de zum Beispiel. Aber speziell bei LinuxBasics.org haben sich so manche Adressen angesammelt, die purer Spambait sind.

TheCrew@LinuxBasics.org zum Beispiel. Und auch die Mailingliste, über die man sich über Änderungen am Wiki informieren lassen konnte. Beides Adressen, die auf Webseiten verlinkt sind, aber ihren eigentlichen Zweck wegen der Masse von Spammails nicht mehr erfüllen können. Also musste eine Lösung her.

Die Liste [LBo-Notify] wurde eh’ nicht mehr genutzt, da man sich auch per RSS ganz prima über die Änderungen am Wiki informieren kann. Also wurde diese ersatzlos gestrichen.

TheCrew@… diente uns in zweierlei Hinsicht: Zur internen, Kommunikation unter den Maintainern (manchmal sollten Dinge einfach nicht im Archiv der [LBo-maint] Liste landen) und auch als Kontaktadresse für Außenstehende.

Zur “unprotokollierten” internen Kommunikation verwenden wir nun eine kryptische Adresse aus 32 zufällig ausgesuchten Zeichen. Wer die errät, der ist es Wert, dass wir seine Werbung von Hand aus der inbox löschen :)

Und als Kontaktadresse für Außenstehende haben wir nun eine neue auf der Site veröffentlicht. Sobald diese wieder zugemüllt wird, können wir sie wieder ändern. Natürlich haben wir das auch auf der Kontaktseite erwähnt, dass sich die Leute die “Wegwerfadresse” nicht im Adressbuch speichern.

Resultat: Beeindruckend. Von über 500 auf knappe 100 Spammails pro Tag. Nicht schlecht. Für die restlichen Hundert wird mir auch noch was einfallen. SpamAssassin hat mir zu viele False-Positives geliefert, was wahrscheinlich aber ein Problem bei allen Filtern.
Muss mich mal über Greylisting schlau machen. Hat damit jemand konkrete Erfahrungen?

Mein Fazit der Geschichte ist, dass E-Mail Adressen, die auf Internetseiten veröffentlicht werden einfach Problematisch sind. Manchmal kommt man halt nicht drumrum, aber man sollte über den Einsatz von Wegwerfadressen nachdenken, um sich seinen Posteingang einigermaßen sauber zu halten.