Warum gab Ashkan Dejagah nicht einfach an, er sei verletzt?
Ja, warum nur.
Aber warum wird diese Frage überhaupt gestellt?
- Sollte der Sport nicht ehrlich sein?
- Ist es nicht schlimm genug, dass “taktische Fouls” von den Spielern verlangt werden? Ich dachte “Foul” würde als “Unsportlichkeit” übersetzt.
- Wie oft werden wir angelogen, wenn vor “unwichtigen” Spielen der halbe Kader plötzlich krank und verletzt ist? Ist das nicht ein Skandal? Wer denkt: “Dieses Spiel ist mir nicht wichtig.” sollte den Mumm haben, dies öffentlich zu sagen
So, und jetzt kommt hier Ashkan Dejagah, und sagt (für mich völlig nachvollziehbar): “Wenn ich nach Israel einreise, kann es sein, dass meine Familie im Iran zu leiden hat.” Das ist auf jeden Fall ehrlicher, als zu sagen: “Trainer, wenn wir nach Israel reisen, werde ich wegen plötzlicher Krankheit nicht mitkommen können - ist doch egal, wenn ein anderer deshalb keine Chance hat, und das gebuchte Hotelbett leersteht.”
Äußerst interessant finde ich, dass diese Aussage - die eigentlich ein schlechtes Bild auf den Iran wirft - nun aus zweierlei Richtungen angegriffen wird:
- Der Zentralrat der Juden in Deutschland fühlt sich angesprochen und behauptet, Dejagah sei judenfeindlich. Vielleicht ist er das, vielleicht auch nicht. Aus der Bitte, nicht nach Israel reisen zu müssen kann man das aber nicht bestimmen.
- Deutsche Politiker fühlen sich (als Repräsentanten der Bundesrepublik) beleidigt, weil ein Immigrant sich das Recht vorbehält, in einem bestimmten Fall nicht die Bundesrepublik vertreten zu wollen. Auch wenn es nicht gesagt wird, so ist doch deutlich herauszuhören: “Der soll doch froh sein, dass er überhaupt für uns kicken darf!”
Diese Allianz zwischen deutschem Nationalstolz und dem ZdJiD ist doch sehr beachtlich und zeigt wie reflexhaft die Reaktionen der Verbände und Politik doch sind.


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