Mehr von Barbie…

2. Platz bei der Suche nach BarbieGirls.de
Ich bin scheinbar ein Experte für Barbiegirls geworden: Bei der Suche nach BarbieGirls.de bin ich sogar noch vor BarbieGirls.com gelistet! (Schickes Beispiel dafür, dass man Webseiten nicht nur mit Flash machen sollte). Der Traffic, den ich über Google auf diesen Artikel bekomme zeigt, wie viele Leute die Adresszeile ihres Browsers gar nicht mehr wahrnehmen, und die URLs direkt ins Google-Suchfeld ihrer Startseite eintragen.

BarbieGirls beim Standard

Bereits am 31. August 2007 hat sich die österreichische Zeitung “Der Standard” mit dem Online-Angebot von Matell auseinander. Hier findet man auch einen Link zu NAIIN.org – und diese Organisation bringt es auf den Punkt, warum ich das BarbieGirl.de-Angebot für Mädchen im Zielgruppenalter nicht gut finde: “Kinder-Chats: Auch hier lauern pädophile Internet-Nutzer.” – Auch wenn Matell den Barbie-Chat tatsächlich sauber hält: Die dazu notwendigen Einschränkungen werden die Kinder nachdem sie sich ans Chatten gewöhnt haben zu anderen, weniger kontrollierten Angeboten bringen.

Barbie in der Selbstdarstellung

Matell stellt im Internet die zum Konzern gehörigen Marken vor. Über Barbiepuppen lernt man hier ( http://www.mattel.de/brands.php?brand=barbie&f=y – Matell will keine Deep-Links): “[…] Vielfälltige Rollenspiele mit Barbie bieten Mädchen einen Raum der Entfaltung ihrer Träume und zur Verwirklichung ihrer kreativen Ideen. […]”

Das hört sich fast so an wie bei Linden Labs: “Second Life is a 3D online digital world imagined and created by its residents” – Nur dass Matell bisher keine Computer dazu benötigt hat, Spiel-, Traum- und Scheinwelten aufzubauen.

Wieder bei Matell: “In den 50er Jahren […] entwickelte Ruth Handler eine Ankleidepuppe, mit der Mädchen all das spielen konnten, was sie aus der Welt der Erwachsenen kannten. […]”

Was mir dazu einfällt? Nun, ich musste unweigerlich an die Barbie-Szene aus Spaceballs denken: (Ist nichts für die Barbiezielgruppe, also selbst raussuchen :)

Mädchenspiele

Wer nun denkt, Matell sei die einzige Firma, die durch konsequentes Marketing bei Kindern ihre Position zu festigen und auszubauen versucht, der irrt. Anscheinend kommt eine reichhaltige Auswahl von “PC-Spielen für Mädchen” auf uns (bzw. unsere Töchter) zu. Ubisoft, durch Spiele wie “Die Siedler” oder “Anno 1xxx” bekannt bringt eine neue Serie mit dem hochpädagogischen Namen “Imagine” heraus, die speziell für Mädchen gemacht sein soll. Worum geht es? In guter Barbie-Manier um das, was die Kinder anscheinend bei den Erwachsenen sehen: Einkaufen, Mode, Tiere und Babies. Eine (englische) Bewertung dieser Serie findet sich bei Alice Taylor(“I want Playstation teeshirts that aren’t in XXL and man-shaped.“) (via Boing Boing). Zumindest auf der deutschen Website von Ubisoft ist die Serie (zum Glück?) noch nicht zu finden.

Bei so sorgsamer Pflege von Stereotypen könnte man glatt Feminist werden!

…und was lernen wir daraus?

Die Moral von der Geschichte bringt der Standard auf den Punkt: “Aber darüber hinaus lehrt BarbieGirls schon auch, wie das echte Leben funktioniert – etwa dass Dazugehören heute primär über den Besitz von Accessoires geregelt wird: Zusatzfeatures aus den Shops der Echtwelt erleichtern das Betreten und Nutzen besonders feiner virtueller Zonen.”