So, dann wollen wir mal sehen, wo wir die Grenze ziehen:
- Trigami und Ähnliches: Eindeutig böse – der Don hat’s gesagt, und ich habe ja selbst erlebt, wie es ist, einen Auftragsartikel zu schreiben: “Den Betrag, den ich für die Vorstellung dieses Dienstes gutgeschrieben bekommen würde werde ich nicht annehmen. Denn es fühlt sich beschissen an, für Geld zu bloggen.” – Der Roger hat zwar ganz nette Argumente, hat aber auch noch keinen Trigamiartikel geschrieben.
- LinkLift.de, Textlink Ads, etc: Schwer im Verruf. Verschmutzt den Google-Index, und das ist momentan noch politically incorrect als das Klima zu erwärmen. Dabei empfand ich gerade LinkLift als sehr autorenfreundlich. Man muss nicht fürs Google-Ranking bloggen, man muss keine Bestimmten Keywords verwenden, man braucht sich nicht die Themen vorschlagen/diktieren lassen. Eigentlich sehr angenehm.
Aber die Sache mit dem Google-Index, den man verdreckt. Da kommen mir jetzt die üblichen “Umweltsündergedanken”: Machen eh’ zu viele – Auf meine 4 Links kommt’s doch nicht an – Wird schon nicht so schlimm sein – … Ihr kennt das von der Klimadiskussion.
Da kam dann auch der Vergleich mit den Amateurfußballern auf – und als Amateurblogger ist das doch wohl auch eine Richtlinie für mich: Was ich auf dem Trikot tragen würde ist auch bei LL in Ordnung.
Also Analyse: Was ist bei mir in LinkLift drin:
- Siemens.com – ich nutze zwar nicht deren Router, aber telefoniere sowohl geschäftlich als auch privat mit denen. Probleme hatten wir hauptsächlich mit der Abrechnung, was aber an dem Vertrag für die Hotel-Telefonanlage und der zeitgleichen Umstellung auf SAP lag (angeblich wurden wir “Referenzfall” für SAP…wobei ich mir vorstellen kann dass “die Walldorfer” oft als Ausrede und Prügelknaben herhalten müssen, wenn man es nicht auf “die EDV” allgemein schieben will.)
- Second-Life.com – Man beachte den Bindestrich. Ein Paar einfache Anleitungen zum Thema, nichts überragendes aber auch nicht schlecht. Damit auf dem Trikot würde ich auch Fußballspielen.
- Den “Produktkatalog“: Dafür entschuldige ich mich hiermit öffentlich und aufrichtig! Den habe ich vorschnell reingenommen. Ein zwei Klicks sieh das ganz nett aus, und ist dann nachher ein Club mit monatlichen Gebühren. Der kommt schnellstmöglich weg – ich habe schon bei LinkLift nachgefragt, wie man einzelne Links entfernen kann.
- Adsense – Interessant, dass dies nun plötzlich als edle Einnahmequelle für Amateurblogger dargestellt wird. Gerade wer mit Adsense Erfolg haben will, brauch Pagerank und Traffic um jeden Preis. Und nicht nur Traffic, sondern guten Traffic zu guten Stichworten. Adsense erzeugt viele Me-Too-Müllpostings, die den Index (indirekt) sicher genauso verstopfen wie LL dies tut. (Ich bin jetzt echt versucht, hier noch einen Satz über Detekteien, Krankenversicherungen oder Scheidungsanwälte zu machen…natürlich nur, um den vorgebrachten, relevanten Punkt zu untersteichen
Ich freue mich, dass beim Don in den Kommentaren die Google-Debatte auch in Richtung Privatsphäre gelekt wurde. Dies ist nähmlich der Grund, warum ich Adsense eben nicht auf jede Seite hier pappe, sondern nur auf diejenigen, die direkt von Google her angesurft wurden. (Und das wahrscheinlich auch nur, bis der erste Hunderter endlich voll ist. Ich habe keine Lust, Google die aufgelaufenen 70 US$ zu schenken, die haben genug).
Bei meinen Secondlife-Blog habe ich noch in jedem Artikel Adsense, da das Ursprünglich als “gerechtes Einnahmemodell für ein Gemeinschaftsblog” gedacht war – jeder sein eigenes Adsense in seinen Artikeln.
- Werbebanner: Sind ja dann wohl auch “gekaufte Links”, außer sie werden mit “NoFollow” versehen. Keine Ahnung – ist das allgemeine Praxis?
- Links auf eigene Seiten: Und wie ist es damit? Ich verlinke auf LinuxBasics.org, aufs SL-Blog, auf die Krone (meine “Haupteinnahmequelle”), und auf ein Paar mehr oder weniger halbgare “Projektchen” die ich laufen habe/hatte/haben wollte. Ist das böse? Ich denke nicht.
- Blogroll – Die “edelsten” aller Links. Handverlesen, wenn auch nicht immer ganz aktuell. Eine hochachtungsvolle Ehrung derer, die man selbst gerne liest, und die man vermissen würde, wenn sie nicht mehr da wären.
- Vorgegebene Blogroll von WordPress – Hat sich da eigentlich schonmal jemand aufgeregt? Klar sind die neuen Blogs in der Regel PR-Null, aber wer sich über ein Vorinstalliertes LinkLift Plugin aufregt, sollte sich das einmal anschauen!
- Trackbacks sind laut Google böse, auch wenn es nicht so ausdrücklich gesagt wird. Ich pflege meine Trackbacks, und füge hier und da auch schonmal ein “SPAMVERDACHT” in die URL ein, wenn ähnliche Kommentare von der gleichen IP-Adresse unter verschiedenen Namen kommen. Da ich aber momentan selbst auf der Akismet-Schwarzliste stehe, bin ich vorsichtig wenn es darum geht Kommentare & Trackbacks als Spam zu melden.
- Links in Berichten, die jedoch besonders schlechte Artikel verlinken – mit entsprechender Wertung. Auch das macht doch den Index unbrauchbar. Also etwa wenn Don auf Robert verlinkt, oder auf die Trigami-Sekte, oder PJ auf MOG (macht sie in der Regel aber nicht), oder ich auf Barbiegirls.de (aber das wollen die ja gar nicht!) – ihr wisst was ich meine. Jedenfalls ist das Web voll mit diesen “Links, die keine Empfehlung sind”. Links können auch abschreckende Beispiele oder Warnungen sein.
- Links auf Seiten von Kunden, Lieferanten, Arbeitgeber, Kollegen, … Das alles sind Links, die den Index verwässern und “zumüllen” können, denn sie werden nach Sympathie und nicht nach inhaltlicher Qualität und Relevanz vergeben. Ich glaube, man nennt das inzwischen “Netzwerken”.
Gibt es denn überhaupt noch Links, die man bedenkenlos setzten kann?
Nach obiger Auflistung finde ich das schon. Gratislinks sowieso (auch wenn die auch den Index verunreinigen können), und bei bezahlten diejenigen, die für den Leser als bezahlt deklariert wurden und die man auch auf’s Fußballtrikot drucken würde. Diese Prüfung bin ich Euch Lesern schuldig. Aber Google bin ich gar nichts schuldig. Seit wann bin ich persönlich für das Wohl und Wehe der Suchergebnissqualität verantwortlich?
Gast auf Googles Servern?
Chris von F!XMBR stellt heraus, dass wir Webseitenbetreiber (nur?) Gäste auf Google’s Servern und in deren Index sind:
“Und wenn Ihr Euch auf den Kopf stellt, die Regeln macht in diesem Fall Google, es sind ihre Server. Ihr tragt Euch mit Eurer Seite dort ein – wer hat eigentlich soviel Konsequenz und Eier gezeigt, Google kpl. auszusperren? Keiner. Ihr seid Gast mit Eurer Webseite auf den Servern Googles. Ihr seid Gast bei einer Google-Suche. Ihr habt Euch nach deren Spielregeln zu halten. Wem das nicht gefällt, der kann auf andere Alternativen zurückgreifen.”
Andersrum wird aber auch ein Schuh draus: Google holt ungefragt unsere Inhalte, baut damit ihre Suche zusammen. Was wäre die Suche ohne Webseiten? Gar nichts! Klar könnte ich Google aussperren. Muß ich das aber? Ich habe sie doch auch nicht eingeladen! Google sagt: Ich mag LinkLift nicht. Ich sage: Meinen Content bekommst Du aber nur mit LinkLift. Und dann werden wir sehen, wer bereit ist, die Kröte des anderen zu schlucken
Ich habe übrigens auch beim Beitritt ins Adsense-Programm nicht per Klick unterschrieben, keine Links zu verkaufen. Ich habe nur “abgeklickt”, dass ich keine Einkaufen werde!: “Don’t participate in link schemes designed to increase your site’s ranking or PageRank”
Auch das ist beachtenswert:
“Anzeigen und Services von Mitbewerbern
Um Verwirrung bei den Nutzern zu vermeiden, dürfen Google-Anzeigen oder -Suchfelder nicht auf Websites mit anderen Anzeigen oder Services veröffentlicht werden, die dasselbe Layout und dieselben Farben wie Google-Anzeigen oder -Suchfelder verwenden. Auf Ihrer Website dürfen Sie zwar eigene Anzeigen verkaufen, müssen jedoch dabei sicherstellen, dass diese Anzeigen keinesfalls mit Google-Anzeigen verwechselt werden.”
Wenn es ein “Du sollst keine Links verkaufen Gebot” in den Vereinbarungen gibt, habe ich sie nicht gefunden. Aber wie ich, so hat auch Google das Recht seine Meinung zu ändern. Wer meinen Content allerdings als “Gast bei Google” einstuft, der sollte Google genauso als “Gastgeber” betrachten.
Meinungsfindung
So, dass waren jetzt einige Gedanken, die ich mir zu Werbung auf meinem Blog gemacht habe. Was haltet Ihr davon? Liege ich komplett falsch damit? Wie wichtig ist für Euch die “Reinheit des Index”? Sagt es mir, in den Kommentaren oder in Trackbacks. Und denkt dran: Jeder, der seine Meinung hier kund tut, bekommt einen Link geschenkt