Killer? Oder einfach nur Spiele?
Gestern abend haben wir zufällig den Bericht in Frontal21 über “Killerspiele” gesehen. (PDF-Manuskript des Beitrags, Videoaufzeichnung des Beitrags).
“Wir hatten schon vor zwei Jahren entsprechend gewarnt und wurden dafür heftig attackiert. Eher entlastende Analysen kommen gerne mal von der Fachhochschule Köln. Und die wird gerne von der Computerspiele-Industrie unterstützt.”
Dabei kommt die FH Köln ja nicht gerade besonders gut weg. Kommentar meiner Frau: “Und mit solchen Leuten triffst Du Dich in SL?” Ich konnte Ihr dann doch verständlich machen, dass zwischen “Sniper” und “Second Life” doch ein gewisser Unterschied besteht. Außerdem treffe ich mich nicht “mit solchen Leuten inSL”. denn wie ich inzwischen weiß, ist die RFH-Köln und die FH-Köln nicht das gleiche!)
Trotzdem würde ich mich in diesem Zusammenhang interessieren, was von den Aussagen “Die FH-Köln wird von Spieleherstellern maßgeblich gesponsort” zu halten ist, oder ob sie von der FH widerlegt werden kann. Letzteres würde dann wiederum den Verdacht erwecken, dass Frontal21 für die “heftige Kritik” von vor zwei Jahren Revanche sucht.
Die Zusammenstellung des Berichtes lässt nicht erkennen, ob die Tübinger/Ostbayrische Studie (”[...]je mehr Gewaltspiele zu Beginn des Jugendalters gespielt werden, desto größer ist die Schülergewalt und Delinquenz mit 14 Jahren.”) und Prof. Jürgen Fritz (”Es ist mehr so eine Art Gehirnjogging”) tatsächlich über das gleiche Spielegenre sprechen.
Spielraum - für wen?
So habe ich bei den Seiten des so hefitg kritisierten “Spielraums” eher den Eindruck, dass diese das “Vielspielen” relativieren wollen, aber nicht unbedingt versuchen, gewaltverherrlichende Spiele schönzureden. (In der Regel beziehen sich die Aussagen zur Wirkung generell auf “Spiele“, was natürlich eine generelle Beurteilung jedem selbst überlässt). Als Sponsoren (”Projektpartner”) sind Electronic Arts Deutschland und Nintendo angegeben, von daher sind die entsprechenden Ergebnisse sicher entsprechend zu betrachten. Aber ist Sponsoring an Hochschulen so selten? Wie viele Universitäten werden von Industrie-Riesen unterstützt? Keine Ahnung, aber ich ging bisher bei jedem Beitrag der mit “Ergebnisse einer Studie…” beginnt davon aus, dass hinter dieser Studie bestimmte Interessen stehen.
Viele Meinungen werden auf der Seite “Meinungsbilder und Meinungsmacher” zusammengetragen. Mal sehen ob da der neue Frontal21-Bericht auch auftauchen wird.
Zeig doch mal die Bilder…
…am besten die Bewegten. Klar sind Titel wie “GTA-San Andreas” oder “Sniper-Elite” nichts in Kinderzimmern zu suchen haben. Aber auch Filme werden in der vom ZDF so hochgehaltenen Studie erwähnt:
Je mehr in der mittleren Kindheit Horror- und Gewaltfilme konsumiert werden [...], desto größer ist die Schülergewalt und Delinquenz mit 14 Jahren.
Und da muss ich mich nun voll und ganz auf die Seite der öffentlich-rechtlichen Schlagen: Wenn ich die Angebote von RTL2 und Nick mit denen vom KiKa vergleiche, dann ist da ein ganz gewaltiger Unterschied. (Wortspiel entstand unabsichtlich)


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