Archive | August, 2007

Wie wir auf den Hund kamen

Bevor wir einen Hund bekamen hatten wir zwei Kaninchen. Sie starben aber im Frühling ganz schnell hintereinander an einem Virus.

Papa wollte keine Haustier mehr. Nach einiger Zeit sagte Papa zu Mama: “Wenn ein Haustier dann ein Hund!”

Nach einigen Wochen war eine Kleinanzeige von einem Züchter im Sontagsblatt: “Colli-Labrador Mischlinge (familienfreundlich) abzugeben. Tel.: 0160……”

Mama und Papa fragten uns, ob wir einen Hund wollen und auch bereit dazu sind mit ihm Gassi zu gehen? – Wir waren natürlich einverstanden. Wir fuhren zum Züchter, um die Welpen (und auch die Eltern – denn Hundebabies bleiben nicht so klein und süß!) anzuschauen.

Dort sahen wir Ruby zum ersten Mal, sie war gerade einmal 6 Wochen alt. Die Entscheidung fiel dann auch recht schnell: Dieses Hundebaby sollte unser Hund werden.

Virtuelles Radio – The Good, the Bad, and…

Diese Woche habe ich zwei Second Life Radiostationen entdeckt: Das deutsche slr2 und das amerikanische VWRN.

Da beide Angebote (wie alle SL-Soundstreams) auch als normales Webradio zu empfangen sind, konnte ich reinhören, auch ohne dass ich In-World war.

Virtual World Radio Network

Obwohl der amerikanische Moderator sich am Ende der “Nachrichtensendung” mit den Worten “mehr Nachrichten in einer Stunde” veranschiedet, bin ich in einer Endlosschleife von Nachrichten und Werbung gefangen. Nach ca. 5 Minuten beginnt der Tag des Murmeltiers von Neuem. Die Nachrichten sind dann auch noch vom 22. August, also drei Tage alt.

Die Qualität der Sprecher ist professionell, wie man es sich von einem Werbefinanzierten, amerikanischen Angebot eigentlich erwarten kann. Aufgrund des Mixes von Werbung und alten Nachrichten ohne jegliche Musik schalte ich jedoch wieder aus.

(Gefunden via Second Life Insider, URL: www.vwrn.net)

Second Life Radio 2 – SLR2

Das deutsche SLR2 habe ich zufällig bei Xing entdeckt. Nora Santana, ihres Zeichens Freiberuflich für das Marketing von SLR2 zuständig, wurde als “Kontakt meiner Kontakte” auf der Startseite angezeigt.

Das Programm besteht hauptsächlich aus Musik, die eigentlich bisher immer hörbar war. Muss ja nicht immer mein Geschmack sein, aber zum Abschalten hat mich bisher noch nichts genötigt :) Von den 80er bis hin zu aktuellen Hits ist eine gute Auswahl an Titeln vorhanden. Der Sendeplan verspricht regelmäßige Sendungen mit konstanten Moderatoren – sehr schön :)

Soweit ich das bisher gehört habe, klingen die Moderatoren nicht ganze so professionell wie beim Konkurrenten aus Übersee, die Werbung wirkt zum Teil sogar recht “selbstgestrickt” – was allerdings nach 20 Minuten VWRN richtig wohltuend wirkt!

Eine gute Idee finde ich, dass die traditionelle Downtime am Mittwoch durch einen IRC-Chat überbrückt wird, auf den dann auch im Radioprogramm Bezug genommen wird. Auch dass die “Moderationsfreie Zeit” mit Musk-Nonstop und nicht mit Werbung-Nonstop gefüllt wird, ist äußerst lobenswert.

Wer also noch einen Audiostream für sein Land sucht (oder einfach ein Webradio, das man anstatt des SL-Audiostreams hören kann), dem kann ich SLR2 nur empfehlen.

LindenLabs nutzt WordPress.com

Da haben die Jungs von Second Life die wahrscheinlich größten Serverfarmen diesseits von Google(*), aber ihr Blog ist outgesourced. Vielleicht ganz sinnvoll, wenn man bedenkt, dass das Blog auch (vor allem?) dazu da ist, SL-Ausfälle den wütenden Benutzern zu melden (eigentlich unnötig – das merken die selbst), mitzuteilen, dass man an Lösungen arbeitet (eigentlich unnötig – das sollte selbstverständlich sein) und wann man wieder mit einem funktionierenden Grid rechnen kann (eigentlich unnötig – es dauert eh immer länger :) .

Nun ja, diesmal hat es die Dienstleister von WordPress.com getroffen:

WordPress.com is undergoing some unexpected maintenance.

WordPress.com Maintenance

What’s going on? WordPress.com is undergoing some unexpected maintenance. We’re working to get everything running again. Thanks for being patient.

In anbetracht der Tatsache, dass es sich bei Linden Labs doch um einen Größeren Mitspieler im IT-Business handelt, hoffe ich doch schwer, dass es sich hierbei nicht um einen kostenlosen Account bei WordPress.com handelt… :)

(*): Nein, ich habe die Sache mit der Größe der Serverfarm nicht exakt recherchiert. Jedenfalls mischen LL eher in den oberen Regionen mit. Einverstanden?

Chat-Animation ausschalten

Torley Linden hat auf dem offiziellen Second Life Blog ein Video veröffentlicht, in dem er zeigt wir man die “Chat-Animation” ausschalten kann:

Kurze Übersetzung auf Deutsch:

  1. Client-Server Menü einschalten (Win: Strg+Alt+D, Mac: Opt-Ctrl-D, Linux: Strg+Alt+Shift+D)
  2. Im Client-Menu auf “Debug-Settings” klicken
  3. Die Option “PlayTypingAnim” auf “FALSE” setzen
  4. …und gut ist!

Im Wiki hat Torley noch einige andere nette Debug-Settings aufgezählt. Ist einen Besuch Wert.

Killer? Oder einfach nur Spiele?

Gestern abend haben wir zufällig den Bericht in Frontal21 über “Killerspiele” gesehen. (PDF-Manuskript des Beitrags, Videoaufzeichnung des Beitrags).

“Wir hatten schon vor zwei Jahren entsprechend gewarnt und wurden dafür heftig attackiert. Eher entlastende Analysen kommen gerne mal von der Fachhochschule Köln. Und die wird gerne von der Computerspiele-Industrie unterstützt.”

Dabei kommt die FH Köln ja nicht gerade besonders gut weg. Kommentar meiner Frau: “Und mit solchen Leuten triffst Du Dich in SL?” Ich konnte Ihr dann doch verständlich machen, dass zwischen “Sniper” und “Second Life” doch ein gewisser Unterschied besteht. Außerdem treffe ich mich nicht “mit solchen Leuten inSL”. denn wie ich inzwischen weiß, ist die RFH-Köln und die FH-Köln nicht das gleiche!)

Trotzdem würde ich mich in diesem Zusammenhang interessieren, was von den Aussagen “Die FH-Köln wird von Spieleherstellern maßgeblich gesponsort” zu halten ist, oder ob sie von der FH widerlegt werden kann. Letzteres würde dann wiederum den Verdacht erwecken, dass Frontal21 für die “heftige Kritik” von vor zwei Jahren Revanche sucht.

Die Zusammenstellung des Berichtes lässt nicht erkennen, ob die Tübinger/Ostbayrische Studie (“[...]je mehr Gewaltspiele zu Beginn des Jugendalters gespielt werden, desto größer ist die Schülergewalt und Delinquenz mit 14 Jahren.”) und Prof. Jürgen Fritz (“Es ist mehr so eine Art Gehirnjogging”) tatsächlich über das gleiche Spielegenre sprechen.

Spielraum – für wen?

So habe ich bei den Seiten des so hefitg kritisierten “Spielraums” eher den Eindruck, dass diese das “Vielspielen” relativieren wollen, aber nicht unbedingt versuchen, gewaltverherrlichende Spiele schönzureden. (In der Regel beziehen sich die Aussagen zur Wirkung generell auf “Spiele“, was natürlich eine generelle Beurteilung jedem selbst überlässt). Als Sponsoren (“Projektpartner”) sind Electronic Arts Deutschland und Nintendo angegeben, von daher sind die entsprechenden Ergebnisse sicher entsprechend zu betrachten. Aber ist Sponsoring an Hochschulen so selten? Wie viele Universitäten werden von Industrie-Riesen unterstützt? Keine Ahnung, aber ich ging bisher bei jedem Beitrag der mit “Ergebnisse einer Studie…” beginnt davon aus, dass hinter dieser Studie bestimmte Interessen stehen.

Viele Meinungen werden auf der Seite “Meinungsbilder und Meinungsmacher” zusammengetragen. Mal sehen ob da der neue Frontal21-Bericht auch auftauchen wird.

Zeig doch mal die Bilder…

…am besten die Bewegten. Klar sind Titel wie “GTA-San Andreas” oder “Sniper-Elite” nichts in Kinderzimmern zu suchen haben. Aber auch Filme werden in der vom ZDF so hochgehaltenen Studie erwähnt:

Je mehr in der mittleren Kindheit Horror- und Gewaltfilme konsumiert werden [...], desto größer ist die Schülergewalt und Delinquenz mit 14 Jahren.

Und da muss ich mich nun voll und ganz auf die Seite der öffentlich-rechtlichen Schlagen: Wenn ich die Angebote von RTL2 und Nick mit denen vom KiKa vergleiche, dann ist da ein ganz gewaltiger Unterschied. (Wortspiel entstand unabsichtlich)

50.000 € – Für was, bitteschön?

Das “Burj Al-Arab” wird verkauft, wenn auch nur in Second Life.

Wärend das echte Burj Al-Arab sicherlich ein Imposanter Bau an einem hervorragenden Standort ist, kann der SL-Nachbau nicht überzeugen. Und die Bilder, die Arktis in Ihrer E-Bay Auktion zeigen, sind eigentlich auch nicht schlecht.

Geht man jedoch näher hin, dann ist der Bau schon nicht mehr so attraktiv. Große Flächen mit grauen Beton-Texturen, sichtbare Prim-Ränder (schlechter Texturübergang) und fragwürdige Innenarchitektur. Warum ist da so vie ungenutzer Platz zwischen den Suiten und dem “Segel”? Und der Ausblick ist auch nicht besser als im restlichen SL. Ich habe schon schönere Sonnenuntergänge über dem Meer gesehen. Nun gut…

Die “Lage” neben dem mit Camping-Stühlen und Dancepads gepushten Haupt-Apfelland-Sim ist meiner Meinung nach das Geld nicht wert. Durch Teleports und durch die Suchfunktion ist Location in Second Life nicht so ausschlaggebend wie in RL. (Bemerkungen zur Aussagekraft des SL-Traffics gibt’s bei Bernd)

Schade, dass ich die Kategorie “Overhyped Plastic Gadgets” nur in meinem RL-Blog habe…

Fazit: Wer traurig sein sollte, weil er das Schnäppchen im Apfelland verpasst hat, hier mein Angebot: Gib mir Dein Geld. Ich mach Dir so was ähnliches schon für 40.000 € :)

PS: Dieser Artikel ist schon eine Weile vor Ablauf der Auktion bei ebay geschrieben worden. Ich gehe davon aus, dass niemand bereit war, den Betrag zu bezahlen. Falls doch, dann schüttel ich hiermit schon mal den Kopf vor Verwunderung…

PPS: Mein Lieblingssatz aus der Artikelbeschreibung bei ebay: “Sie dürfen den Tower komplett umbauen oder wenn Sie wollen sogar abreißen und was neues auf dem Grundstück bauen”

Tutorials & Tips

So, hier einige Links zu interessanten Artikeln, die sich in meinem Urlaub so angesammelt haben:

Realität gewinnt immer!

Bin über die Telepolis auf folgenden Artikel gestolpert: “Why Governments aren’t Gods and Gods aren’t Governments” (“Warum Regierungen keine Götter sind, und Götter keine Regierungen”) von Richard A. Bartle, dem Erfinder des “MUD” (Wikipedia), also quasi den Urahn jedes Online-Rollenspieles und jeder Virtuellen Welt.

In seinem Beitrag erläutert er auf prägnante Weise das Zusammenspiel zwischen realen Regierungen, den Erstellern der virtuellen Welten und den Nutzern. Wobei man ohne weiteres generell von Schöpfern, Verwaltern und Bürgern reden könnte, die auf verschiedenen Ebenen existieren (man denke an 13th Floor – gibt es schon ein MUD in Second Life? – oder lieber denkt man lieber nicht daran…)

Aber nun zu Richard A. Bartle:

  • Regierungen realer Staaten herrschen in der realen Welt. Virtuelle Welten sind Teil der realen Welt, den die Hardware befindet sich in der realen Welt, und ist dadurch durch deren Gesetze reguliert. Virtuelle Welten, die echen Gesetzen zuwiderhandeln, können abgeschaltet werden. Realität gewinnt immer – und aufgrund der Gesetzgebung in der Realität bedeutet dies Staatsregierungen gewinnen immer.
  • Die Schaffer virtueller Welten herrschen in diesen in dem Grad, den ihnen die realen Regierungen zubilligen. Sie üben ihre Kontrolle über die virtuelle Welt durch “Naturgesetze” (org. “Physics”) oder durch die Anwendung von realen Gesetzen aus. Zum Beispiel können sie den Diebstahl virtueller Objekte dadurch verhindern, dass sie das Konzept des Eigentums programmieren, so dass ein Spieler nur dann etwas nehmen kann, wenn es ihm selbst oder zumindest niemand anderen gehört. Oder sie verhindern Diebstahl durch ein Verbot eines solchen Handelns in den Bedingungen der Nutzungslizenz (EULA).
  • Spieler organisieren sich in Ihren eigenen Gruppen innerhalb der Grenzen der Möglichkeiten, die die virtuelle Welt bietet, und auch der Grenzen der realen Gesetzen. Die Entwickler Entscheiden, ob eine solche Verwaltung aktiv oder passiv in der Welt vorhanden ist. Die reale Welt bietet solche Verwaltung nur passiv durch die interaktion der Bürger. Virtuelle Welten können Verwaltungsmöglichkeiten direkt einprogramiert haben.

und weiter

Zwei Hauptunterschiede verurteilen jeden Versuch die Entwickler als Regierungen Ihre virtuellen Welten zu Betrachten zum Scheitern:

  • Regierungen können von denen die sie regieren abgesetzt werden; Götter nicht
  • Regierungen können Macht aufgeben; Götter nicht.

Die erste Aussage bedeutet, dass Entwickler in ihrer Welt machen können, was sie wollen. Die zweite Aussage bedeutet dass dies immer gilt, ob der Entwickler dies mag oder nicht.

(Übersetzung und Hervorhebungen von mir)

Diese Ausführungen machen es auch verständlich, warum die Lindens oft als “Game-Gods” bezeichnet werden: Sie sind es, die die fundamentalen Naturgesetze in Second Life festlegen. Dass sie sich dabei in vielen Punkten an denen der “übergeordneten Welt” orientiert haben, ist ihre willkürliche Entscheidung. Aber die Lindens müssen sich immer Ihre Macht ausüben. Entweden, sie ermöglichen Avataren das Fliegen oder sie verweigern es ihn – eine Kompromisshaltung gibt es nicht. Selbst wenn Grundstücks-Eigner sich für oder gegen das Fliegen entscheiden könnten, die “Macht” es überhaupt zu ermöglichen liegt bei den Lindens. (Genauso bei Voice, Schwerkraft, “RestrictedPush”,…)

Und trotz ihrer Allmacht in Second Life, müssen sie selbst sich doch den Regeln der echten Welt beugen – auch wenn diese (zum Glück) nicht einheitlich sind. Aber daran haben wir uns ja schon im “alten Internet” gewöhnen können.

Worst Case: Gruppen-Titel

In der heutigen Folge der “Usability-Reihe” geht es um etwas ganz einfaches, was jedoch oft falsch gemacht wird: Den Gruppen-Titel, der über dem Avatarnamen angezeigt wird.

Group Member

Das gesellschaftliche Leben in Second Life ist in Gruppen organisiert, denen man beitreten kann, und in denes es verschiedene Rollen gibt. Die meistbenutzten Rollen sind “Owner” (also die Besitzer der Gruppe mit Admin-Rechten) und “Member” (also normale Mitglieder – was auch immer das bedeuten mag). Die Rollenbezeichnungen werden als “Titel” oberhalb des Avartarnamens angezeigt.

Und schon passiert der Usability Faux-pas: Man gründet eine Gruppe, gibt ihr einen aussagekräftigen Namen, damit sie auch in der Suche gefunden wird, und dann vergisst man, die Rollen entsprechend zu benennen. Dann laufen plötzlich alle möglichen Leute mit dem Titel “Member” rum, die doch nicht in derselben Gruppe sind…

Hier meine Vorschläge für aussagekräftige Titel:

  • Für normale Mitglieder kann man den den Gruppennamen wiederverwenden
  • Kurze Gruppennamen können mit einem “-Mitglied”, , “-Mieter”, “-Admin” oder auch “-Owner” ergänzt werden
  • Für Gruppen mit flachen Hierarchien kann der Gruppenname sowohl für Administratoren als auch für Mitglieder benutzt werden
  • Bei offiziellen Gruppen bzw. Firmen sollten Kunden bzw. Interessenten deutlich als solche gekennzeichnet sein. Letzten Oktober hatte ich z.B. den Titel “Millions of Us” nur weil ich über deren Aktionen informiert sein wollte. Inzwischen wurde das auf “Inside Millions” geändert, was es mir schwerer macht, mich als MoU-Mitarbeiter auszugeben.
  • falls Ihr noch mehr Punkte habt: Die Kommentarfunktion funktioniert :)

Von den neun Gruppen, in denen ich bin, zeigen zwei den Titel “Member” an. Dass darunter ausgerechnet die “Web3.D Usability Gruppe” ist…ts ts ts :)