Second Life: Vista vs. Linux

(Update: Dieser Artikel wurde im Second Life Herald auf englisch veröffentlicht, und aufgrund der “geringen Anzahl an Stichproben” kritisiert. Deshalb bitte ich um Mithilfe, diese Stichprobenanzahl zu erhöhen.)

Wie man auf meinem anderen Blog lesen kann, bin ich seit kurzem stolzer Besitzer eines HP Pavillion s7749.de mit Windows Vista Home Premium. Technische Ausstattung: 1GB RAM, Intel Core Duo (T2250@1.73GHz) “Viiv”, Windows-Leistungsindex 3,4 – was auch immer das bedeutet.

Die Inbetriebnahme von Vista und die Installation von Ubuntu-Linux habe ich auch schon beschrieben, und fesgestellt, dass man in der Zeit, die man benötigt, die vorbereitete WIndowsinstallation abzuschließen, auch ohne weiteres Linux installieren kann.

Welcher Second Life Client ist schneller

Da ich nun im Gegensatz zu meinem alten Laptop nun also recht aktuelle Hardware habe, wollte ich natürlich auch Second Life darauf ausprobieren. Sowohl unter Vista, als auch unter Ubuntu. Obwohl der Linux-Client noch als Alpha-Software deklariert ist, fühlte er sich “spritziger” an, als die Vista-Version. Doch ich wollte es so gut es geht messen.

Auf beiden Systemen kamen die Programme ohne spezielle Konfigurationen aus. Die Sichtweite habe ich allerdings jeweils auf 256 Meter eingestellt – ein bißchen Luxus sollte bei einem neuen Rechner ja schon rausspringen. Vista lief mit AERO-Glass (durchsichtige Festerrahmen usw.) und Ubuntu lief mit Beryl (Dursichtige Festerrahmen, 3D-Cube, usw).

Ich habe auf zwei unterschiedlichen Sims die FPS (Frames per Second) gemessen, jeweils nachdem ich mich eine Weile in der Umgebung aufgehalten habe und die Texturen geladen waren. Ich ging eine Strecke einige Male hin und her, und machte dann einen Screenshot, um die FPS zu dokumentieren. Da die Framerate zum teil stark vom Blickfeld beeinflusst wird, habe ich versucht bei der Messung möglichst in die gleiche Richtung zu schauen. Für den Screenshot benutzte ich jeweis die systemeigene Funktion per Druck auf die “Druck S-Abf” Taste.

Die Bildrate habe ich in der Sandbox der RFH, und im Dublin-Sim gemessen. Warum diese Locations? Ganz einfach: Das letzte Mal vor der Messung war ich in Second Life im “Blarney Stone” in Dublin, und in der RFH-Sandbox probiere ich öfters Sachen aus, hatte den Landmark also griffbereit :)

Messung in der Sandbox der RFH:

Vista@RFHSanboxLinux@RFHSanbox

Vista erreicht zwischen 10 und 20 FPS, während Linux zwischen 14 und 40 Bilder pro Sekunde auf den Bildschirm bringt. Diesen Unterschied merkt man in der Bedienung.

Messung in Dublin:

Vista@RFHSanboxLinux@RFHSanbox

Vor dem Pub in Dublin sind beide Systeme langsamer: Vista zwischen 7.5 und 10, Linux 9 bis 20 FPS. Nicht so auffällig wie im obigen Beispiel, aber doch messbar.

Fazit

Ein Vergleich unter absolut gleichen Bedingungen ist von außerhalb des LL-Rechnzentrums gar nicht möglich. Selbst wenn man sich mit zwei identischen PCs gleichzeiting in den Regionen aufhalten würde, so sind immer noch unterschiede in der Übertragung über das Internet mitschwingen.

Trotzdem ist der Linux-Client sowohl vom Gefühl als auch von den Messungen her flotter in SL unterwegs als sein Windows-Pendant unter Vista. Kein dramatischer Unterschied in der Nutzung – eInen Umstieg auf Linux rechtfertigt das noch nicht. Jedoch habe ich nun den Beleg, dass es für mich als Linux-Nutzer keinen Grund gibt, nur Second Life wegen zwischendurch Windows zu booten. Außer der Sache mit der fehlenden Voice-Unterstützung – da muss ich noch überlegen, ob mir das so wichtig ist…

Weitere Artikel zum Thema:

  1. Bad Vista – Launch in Second Life
  2. Ubuntu bootet schneller als Vista
  3. Hasta la Vista… (Update)
  4. Drei Gründe für MS Vista
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