Skip to content


Umfragen für die Studienarbeit: Don’ts

Volker Weber hat einige Fehler, die man bei Pressemitteilungen machen kann aufgezeigt. (via Robert)

Neben der Pressemitteilung gibt es aber noch andere Kategorien der “Anfrage”, bei denen man doch so einiges falsch machen kann: Die Bitte an einer Umfrage teilzunehmen oder auf selbige hinzuweisen.

Da ich Ansprechpartner auf verschiedenen Webseiten bin, erhalte ich immer wieder Hinweise auf Umfragen, die für Studioenprojekte benötigt werden. Selten beachte ich diese, denn meist ist es nicht offensichtlich zu erkennen, dass der Absender vertrauenswürdig ist.

Hier also ein Beispiel für eine mißlungene Umfrage-Anfrage, die mich heute per Kommentar in meinem Second Life Blog erreicht hat (Persönliche Daten verändert):

Name: Adele H. | E-mail: Kraschoitzky@aol.com | IP: 395.493.560.665 | Date: 15. June. 2007
[...]
der Universität Münster
[...]

http://www.katy-teubener.de/moodle/mod/questionnaire/view.php?id=158

[...]
Freundliche Grüße
Adele H.

Wie vertrauenswürdig ist das?

  • Kein Nachname
  • Die E-Mail Adresse passt nicht zum angegebenen Namen
  • Die IP-Adresse gehört anscheinend einem niederländischen Provider. (Nichts gegen Niederländer, aber wie passt das zur Uni Münster?)
  • Auf der verlinkten Seite ist kein Hinweis, dass dieses Projekt tatsächlich von der Uni Münster ist
  • Die URL der verlinkten Seite hat keinen direkten Bezug zu Universität. (Außer des Logos, was ich als Fremder aber so nicht sofort erkennen kann – http://www.uni-muenster.de/~katy-teubener/… wäre um Klassen vertrauenswürdiger)
  • Erst auf der zweiten verlinkten Seite steht, dass Frau Teubener tatsächlich an der Uni Münster tätig ist. Aber das könnte ich ja auch von mir behaupten

Nun gut, auf den Internetseiten der WWU Münster finde ich dann auch offizielle Belege dafür, dass die Sache mit rechten Dingen zugeht. Also werde ich in diesem Fall wohl tatsächlich auf die Umfrage hinweisen. Wer “Adele H.” ist, das weiß ich immer noch nicht. (Klar: Eine Studentin in Frau Dr. Teubners Seminar über Medienkompetenz.)

“Das Seminar will einen Überblick geben über die Möglichkeiten des Internet zur Selbstdarstellung – und zwar mit Blick auf aktuelle Entwicklungen und Trends auf dem Arbeitsmarkt. Der Einsatz und die Erprobung sozialer Software (Blog, Forum und Wiki) sollen zu einer möglichst praxisorientierten Vermittlung des Themas beitragen.”

Adele, Deine Selbstdarstellung hat bei dieser Anfrage doch noch zu wünschen übrig gelassen. Hier nochmal einige Punkte die man bei solchen Kontaktaufnahmen beachten sollte (diesmal positiv formuliert):

  • Voller Name, kurze Vorstellung
    (Guten Tag, ich bin Adele Huschnutzky und besuche das Seminar “Wieviel Medienkompetenz braucht der Mensch? Strategien der Selbstdarstellung im Netz” der Universität Münster unter Leitung von Frau Dr. Katy Teubener.”)
  • Link auf eine offizielle URL der Universität, der die Existenz/Identität des Dozenten belegt
  • Kontakt E-Mail Adresse mit @uni-sonstnochwo.de (oder von eigener Domain, z.B. Adele@Huschnutzky.de)

Schon ein oder zwei dieser Punkte würde erheblich zu Beachtung der ganzen Anfrage beitragen. Denn normalerweise mache ich mir nicht die Mühe für solche Recherchen. Daher hat Adele sogar Glück gehabt, dass ich heute in “Meckerlaune” war, denn sonst hätte ich den Kommentar einfach als Spam an Askimet durchgewunken… :)

Posted in Business, MyBlog.

3 Responses

Stay in touch with the conversation, subscribe to the RSS feed for comments on this post.

  1. Katy Teubener said

    Lieber Stefan Waidele,

    für Ihre engagierte Internet-Recherche zugunsten der Umfrage einer Teilnehmerin meines Seminars an der Universität Münster meinen herzlichen Dank.

    Das Web 2.0 ist eine KULTURtechnik, die von uns allen erst erlernt werden muss. Konstruktive Kritik wie die Ihrige trägt maßgeblich dazu bei.

    Mit den besten Grüßen aus Münster
    Katy Teubener

  2. Ich bin sehr froh, dass dieser Artikel als “konstruktiv” verstanden wurde. Zwischenzeitlich hatte ich schon Bedenken, über das Ziel hinausgeschossen zu sein – kann ja auch sehr leicht passieren, wenn man sich in Rage schreibt.

    Nun hoffe ich nur, dass auch “Adele” dies so sieht…

Continuing the Discussion

  1. Das SecondLife-Blog » Umfrage: Ihre Wunscharbeit und Ihre Kompetenzen in Second Life linked to this post on 15. June 2007

    [...] Wurde gebeten, folgende Bitte zu veröffentlichen. Scheint tatsächlich von der Uni Münster zu sein, wie sich nach einigen Recherchen herausgestellt hat. [...]

Some HTML is OK

(required)

(required, but never shared)

or, reply to this post via trackback.