|
My Virtual Press - because the freedom of press applies only to those who have one.
|
|
Archive for ‘April, 2007’
Apr
25
2007
Die Schöne Neue Welt der Werbung - RFID here we come!Update (27.04.2007): Habe die von Sebastian erwähnten Korrekturen eingebracht. Sebastian hat wieder einmal Neuigkeiten über sein Inworld Advertising Network IAN. Die Sache nimmt Form an. Wie von Sebastian zu erwarten, hat er auch schon einige richtig große Kunden aus der echten Welt. Doch welche Technik steckt dahinter und was bedeutet das für “den Rest von uns”? Dass die Überwachung der Konsumenten, die im echten Leben erst mit flächendeckender Einführung von RFID-Scanners Einzug halten wird, in Second Life schon Realität ist. Klar ist es schon lange Möglich, dass Grund- und Geschäftsinhaber in SL die Avatar-UUID der Besucher zu speichern. Aber um wirklich Profile von Personen anzulegen, benötigt man viele Scanner an möglichst gut verteilten Orten. Und genau das hat IAN und Nugg.Ad mit Ihren Werbetürmen aufgebaut. Diese Türme erfassen einerseits die Personen die sich im Umkreis von 10 bzw. 20 Metern aufhalten. Andererseits ist die Region, in der die Türme stehen “getaggt”, also nach bestimmten Kriterien eingestuft. Laut IAN wird der Aufenthalt nicht als solcher gespeichert, sondern direkt ins Profil eingerechnet. Dadurch soll der Datenschutz gewärleistet werden. Aber das Profil an sich birgt doch schon genügend Informationen. Avatare lassen sich nicht von den Personen dahinter trennen. Dein Avatar ist öfter in Casinos oder in Nachtclubs anzutreffen? Zum Glück warst Du da nicht dabei, und hoffentlich war auch keiner der “Türme” in der Nähe. Erfährt ja keiner? Klar. IAN und Nugg.Ad sind seriöse Firmen. Gehen wir davon aus, dass da nichts unrechmäßiges passiert. Es wäre jedoch nicht das erste Mal, dass umfangreiche Sammlungen von Nutzerdaten bei Firmenkäufen den Besitzer wechseln. Aber auch die Käufer werden seriös sein. Und dann zählen irgendwann Wettbüros und Erotik-Versandhäuser zu den Werbekunden. Denn das sind die Branchen, die noch wirklich Geld für Werbung ausgeben, oder? Und plötzlich kommen auch die “etwas zwielichtigeren Seiten” Deines Profils ans Tageslicht. Ganz ohne Mißbrauch. Denn die angezeigte Werbung richtet sich nach dem Avatar, der sich am nächten an der Werbung aufhält. Wenn also da ein Avatar näher dran ist als der Andere, und es erscheint plötzlich ein Plakat für Beate U. oder für Bwin oder für billige Kredite ohne Bonitätsprüfung oder… Ach, interessant ist es auch, dass ich den Opt-Out Knopf, der an jedem Plakat sein soll, noch nie wahrgenommen habe. Ich muss mal suchen gehen. (Laut Sebastian ist die Behavioral Analysis noch nicht in den Türmen implementiert, also ist der Opt-Out Knopf auch noch nicht da - siehe Kommentar). Ob es sich für die Landbesitzer lohnt oder nicht, dass muss jeder selbst ausrechnen: Man benötigt 1000 Personen, die im sich im Umkreis von 20 Metern um die Türme aufhalten, um 17,50 € zu verdienen. Stellt man das in Relation zu den kosten für ein Sim (das ca. 40 Personen gleichzeitig beherbergen kann), dann ist das eine ganze Menge. Man kann die Sache optimieren, in dem man Anreize für die Nutzer schaft, öfter einmal an den Türmen vorbeizugehen. Man könnte zum Beispiel zwei Attraktionen so plazieren, dass der Werbeturm dazwischen steht. Nur muss der Fußweg etwas verschlungen sein, damit die vorbeiströmende Masse auch wirklich im 10-Sekunden-Intervall gemessen wird. (Mit einer “virtuellen Schnitzeljagt” könnte man das System richtig gut melken…) Die tatsächlichen Verdienstmöglichkeiten werden sich wahrscheinlich in einem Rahmen bewegen, der es nicht erlaubt Land nur mit Türmen zu finanzieren, jedoch deutlich höher ist, als was man mit Camping oder dem Verkauf von einfachen Gegenständen erzielen kann. Was bleibt? Das IAN ist sicher eine tolle Geschichte für Werbende und Landbesitzer. Eine tolle Sache für Sebastian und Nugg.Ad ist es auf jeden Fall: Gratulation, Ihr habt Werbung in SL weitergebracht. Auch im echten Leben werden wir uns über kurz oder lang nicht mehr gegen Behavioral Analysis wehren können. Und das ist es, was mich wirklich stört… Ach ja: Google darf auch hier nicht fehlen - klickt nach diesem Artikel wahrscheinlich eh’ keiner mehr :) Apr
25
2007
10 Dinge, die man über Open Source wissen sollte…In seinem Vortrag zählt Brian Behlendorf “10 Dinge, die man über Open Source wissen sollte…” auf.
Höre ich da etwa “Linden Labs” oder gar “Open Metaverse“? leider habe ich das Zitat nicht im Internet gefunden, sonst würde ich darauf verlinken. Aber heute morgen hörte ich im Radio, dass Sie die Einschränkung der Bürgerrechte zum Zwecke der Terrorabwehr mit den Worten verteidigten: “nach einem - hoffentlich nie stattfindenden - Anschlag werden wir auch die Schuldfrage diskutieren müssen”. Sie haben die Schuld für zukünftige Anschläge in Richtung derjenigen geschoben, die gegen die Geplanten Gesetzesänderungen bzw. Verfassungsänderungen sind. Die Schuldfrage. Sehen wir einmal davon ab, dass in erster Linie die Täter die Schuldigen sind. Es gibt hier also zwei Standpunkte: Die einen wollen hauptsächlich Sicherheit und behaupten Freiheit ist nur in Sicherheit möglich. Die anderen wollen Freiheit und behaupten Sicherheit ohne Freiheit ist nichts. Und somit gibt es auch zwei “schlimmste Anzunehmende Szenarien”. Und je nachdem welches dieser Szenarien eintreten wird, ist auch die Schuldfrage jeweils eine andere. Hoffen wir, dass keines der beiden eintreten wird, denn in dieser Diskussion ist es nicht erstrebenswert, die eigenen Schreckensbilder durch die kommende Geschichte als korrekt bewiesen zu bekommen. Sie malen ein Bild, indem durch zu lasche Sicherheitspolitik (zuviel Bürgerrechten, zuviel Datenschutz und damit erschwerte Polizeiarbeit) Anschläge nicht verhindert werden könnten, und dadurch viele Unschuldige Leiden. Das wäre schlimm - niemand will das. “Schuld” sind diejenigen, die für die Bürgerrechte eingetreten sind. Lassen Sie mich ein anderes Bild malen: Durch eine zu strenge Sicherheitspolitik (zuviel Überwachung, zuviel Angst vor ungerechtfertigter Strafverfolgung) verändert sich die Republik. Die allgemeine Stimmung verändert sich, und es entsteht die Grundlage für einen weiteren Überwachungs- und Unrechtsstaat wie in Deutschland schon zwei Mal ertragen musste. “Schuld” sind diejenigen, die nicht für die Bürgerrechte eingetreten sind. Die Tatsache, dass ich diesen offenen Brief hier schreibe, zeigt welches dieser Szenarien meiner Meinung nach wahrscheinlicher ist. Als wir in der 7. Klasse das Dritte Reich durchnahmen, war eine Frage ganz groß im Raum: “Warum haben die Bürger nichts dagegen unternommen?” Dies war die Frage, die die Nachkriegsgenerationen ihren Eltern und Großeltern gestellt haben. Die Antwort des Geschichtslehrers: “Die Veränderungen kamen so schleichend, Schritt für Schritt. Anfangs waren sie klein, und dann war es zu spät.” Und genau davor habe ich Angst: Dass die demokratische Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verwässert und ausgehölt wird. Schritt für Schritt, mit “stetem Tropfen”. Denn das ist es, was eine Demokratie zu Fall bringen kann. Ich unterstelle Ihnen nicht Böse Absicht. Ich gehe davon aus, dass Sie auch nur das Beste erreichen wollen. Ich denke jedoch nicht, dass wir dies mit einer vorweggenommen Diskussion der Schuldfrage erreichen werden. Mit freundlichen Grüßen, Stefan Waidele Apr
24
2007
Damals Amiga, heute Apple? Oder Linux? (Fred Fish ist tot)Roger beschreibt seine Probleme einen Apple zu kaufen. Er sieht einen Mac als natürliche Fortführung seiner Amiga-Zeiten. Das verwundert mich ein wenig: Ich dachte bisher immer, dass ehemalige Atari ST Nutzer diejenigen sind, die auf Apple umsteigen (Musik & DTP). Ich habe zwar mit einem C64 angefangen, bin dann aber auch zum Amiga gewechselt. Ich finde heute viele Amiga-Konzepte in Linux wieder. Oder hatte der Amiga einfach schon viele Unix-Konzepte? Ich denke schon. Hier einige gemeinsamkeiten Schon beim Amiga war das Betriebssystem (Kickstart) von der grafischen Oberfläche (Workbench) getrennt, so wie es Linux und X11 heute noch sind. Der Amiga hatte auch sogenannte “Screens”, die unterschiedliche Auflösungen/Farbtiefen haben konnten und die man schick mit der Maus hoch und runter schieben konnte. Dies wird unter Unix/Linux mit unabhängigen X11-Servern realisiert. Ausßerdem gibt es auch die virtuellen Desktops. Der Amiga konnte schon damals im Gegensatz zum Atari ST/Apple Macintosh/DOS-Windows schon echtes Multitasking. Außerdem hatte der Amiga schon einen Kommandozeileninterpreter, der diesen Namen auch verdiente. Beides gab’s bei Apple sogar erst, als die auf Unix umgestellt haben. Skriptsprachen haben unter Linux ihren Siegeszug angetreten. Rexx auf dem Amiga war offensichtlich seiner Zeit vorraus. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich denke die Platten wurden beim Amiga ählich benannt (hd0/hd1 im Vergleich zu hda/hdb bei Linux). Aber der Micro-Emacs war schon beim Amiga 500 dabei. Wenn ich mich recht erinnere, war das der Lieblingseditor von Linus Torvalds… Und dann ist da noch ein Detail: Die sogenannte “Public Domain Software” trat auf dem Amiga ihren Siegeszug am. Zumindest nannte man das damals Public Domain oder kurz PD. “Fred Fish” war die Größe unter den PD-Distributoren. Jede seine “Fish Disks” (Disketten!) war bis zum Anschlag gefüllt, und das ganze wurde günstig per Post vertrieben. Das internet wie wir es heute kennen, gab es ja noch nicht. Kurz darauf kam die Erfolgsgeschichte auch beim PC an. Dort mutierte das Ganze dann aber schnell zu “Shareware“, die unter anderem von Pearl in Buggingen (heute in Auggen) vertrieben wurde. Pearl packte immer nur ein Programm auf eine Disk, und wurde durch den Shareware-Versand so groß, dass sie es auch überlebten, als Shareware-Disketten mit der Ankunft des Internets ganz schnell von der Bühne verschwanden. Fred Fish verstarb letzte Woche (am 20. April 2007) zu Haus in Idaho. Seine Fish Disks gibt es noch immer zum Download Wie bei Bernd Schmitz nachzulesen ist, war ich also bei der virtuellen Pressekonferenz von und mit Jan Böhmermann. Warum hier noch nichts darüber zu lesen war? Ich wollte warten, bis ich die zweite Folge “Echt Böhmermann” gesehen hatte. Und das ist bis heute noch nicht der Fall. Was gibt es zu sagten? Echt interessant wären die Antworten gewesen, die Jan Böhlermann nicht gegeben hat: Nämlich ob er Second Life nur für diese PR-Kampagne nutzt, oder ob man ihn auch sonst (evt. auch inkognito) antreffen kann.
Folge zwei konnte ich mir dann jedenfalls in SL nicht anschauen, da Videostreaming unter Linux noch nicht in den Client integriert ist. In RL konnte ich die Folge nicht anschauen, weil mein Videorecorder keinen WDR empfängt. Und heute in SL? Da war nur die erste Folge da. Diesmal aber mit “quotenträchtigerem Frauengesicht” als Aufmacher. Auf der großen Leinwand wurde “Netlag.mov” gestreamt…ein drei jahrer alter Film der Webcams zu einer Welkarte zusammenklebt. Damals wusste man offensichtlich noch nicht, dass “Lag” recht negativ ins Metaverse eingehen wird :) (Ja, ich habe das Wortspiel mit “Jetlag” verstanden.)
Der Artikel in der Süddeutschen läßt dafür aber nur wenig Hoffnung: “Wir wollen nicht dabei sein, wir müssen dabei sein” wird der Redaktionsleiter zitiert. Auch etwas anderes gibt bei diesem Artikel zu denken: Der WDR dürfte als öffentlich-rechtlicher Sender nicht auf einer rein kommerziellen Plattform tätig sein. “Dass man aber in Second Life mit ein paar Tastenberührungen auch schnell den geschützten Bereich verlassen hat und dann im Kreuzfeuer der Werbeangebote steht, mag [Redaktionsleiter] Remmel nicht gelten lassen.” Dass der “geschützte Bereich” ohne Werbung und mit kostenlosen Böhmermann-Angeboten indirekt von einer Werbeagentur bezahlt wird, ist ein Detail, dass niemand erwähnt. Diese Werbeagentur hat das größte Werbenetzwerk im deutschsprachigen Second Life aufgebaut und entwickelt gerade Möglichkeiten, Werbung in SL zu optimieren (Stichwort: Behavioral Targetting). Ich gehe davon aus, dass Pixelpark keinen Einfluss auf den WDR nimmt. Diese Verflechtung (Pixelpark stellt Gelände in SL der RFH zur verfügung, die RFH veranstaltet Werbeauftritte für den WDR) zeigt jedoch, wie schwer es ist Second Life ist, einen wirklich unabhängigen Bereich zu finden. Und genau darum geht es ja: Nicht um “Unkommerzialität”, sondern um “Unabhängigkeit”. Robert hat der deutschen Blogosphäre ein unmoralisches Angebot gemacht. Nun ja, zumindest ein unmoralisches Gedankenspiel angeregt. Und nun ist er schockiert, dass viele mitgespielt haben. Hast Du wirklich etwas anderes erwartet? Was stimmt an der Sache nicht? Nun ja - zum einen ist es eine hypothetische Angelegenheit. Zumindest für die meisten von uns C/D/E-Bloggern. Also kann man da schneller eine Angabe machen, und sich somit als “bestechlich” outen. Wenn dann wirklich die Anfrage da ist, sieht die Sache schon anders aus. Ich denke da würden doch noch viele zurückzucken wenn es an das tatsächliche Schreiben geht. Beispiel gefällig: Gerne - obwohl es hier sogar um “disclosed sponsoring” ging! Auch wundert sich Robert über den geringen Betrag, für den Blogger sich bestechen lassen würden. 60% der “Bestechlichen” wären schon mit 5000 Euro oder weniger zufrieden. Robert selbst gibt an, ab 50.000 Euro “ins Grübeln zu kommen”. Aber betrachten wir die Sache doch einmal so: “Roberts 50K” sind bezogen auf seine “ehrlichen Blogeinnahmen” ungefähr das 50-fache. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass die meisten von uns nicht mit dem Bloggen den Lebensunterhalt bestreiten. Miete, Kleidung, Essen wird von “echter Arbeit” bezahlt. Das was das Blog bringt ist neben Ruhm und Ehre also ein zusätzliches Taschengeld - wenn überhaupt etwas dabei herausspringt. Ich denke, dass die “Bestechungsgrenze” nicht in Relation zu den Gesamteinnahmen des Bloggers liegen, sondern vom Erfolg des Blogs. Und ich finde es nicht schlecht, dass 91% der Blogger realistisch und ehrlich sind, denn wie bemerkt Danies Mies bei Robert im Kommentar: “Und wie viele Blogger würden Ihr Blog für 5000 Euro an so gut wie jede Firma vollständig verticken?” Apr
19
2007
Echt Böhmermann: Second Life Sneak PreviewDie zweite Folge der WDR-Serie “Echt Böhmermann” ist ab sofort auf Pixel Expo II im Areal der Rheinischen Fachhochschule Köln zu sehen. Über die Serie an sich kann ich auch noch nicht viel sagen. Die erste Folge war ganz in Ordnung, zwischenzweitlich gefiel sie mir sogar gut. Dann widerum gab es auch Passagen, die waren einfach nur doofes Gelaber. Also Ihr seht, ich weiß selbst noch nicht, ob ich dauerhaft in der SL-Gruppe “Böhmermann Fans” bleiben werde oder nicht… Was aber richtig Klasse ist: In Second Life gibt es die Folgen bereits einen Tag vor der Ausstrahlung im TV zu sehen. Und falls man sie im WDR verpasst hat, dann kann man sie auch noch nachträglich anschauen. (Linux-User können hier sehen, wie es geht). Das ist echter “Mehrwert” - also genau das, was wir von Werbung in SL wollen, oder? (Dieser Beitrag wurde mit modifiziertem Zeitstempel im Voraus erstellt)
Warum bin ich da hin? Vielleicht weil der Teleporter eben so eingestellt war? Vielleicht weil man in Second Life dinge tut, die man im “echten Leben” niemals machen würde? Oder einfach aus Neugierde? Eigentlich egal, oder? Der Media-Sim ist spektakulär bebaut. Moderne Hochhäuser mit futuristischen Infrastruktur. Eine schöne Lounge, einen Club und natürlich auch Werbung für die angesagtesten Sony-Künstler. Und dann ist da noch die Artist’s Lounge in der man einige Lieder anhören kann. Ben Folds mit “There’s always something cooler than you” habe ich hier kennengelernt. Kann man hören.
Ganz im Gegensatz zu den restlichen Orten auf dem Sim. Es ist zwar überall möglich, die Filmwiedergabe einzuschalten. Das Angebot, Musik im Hintergrund zu hören gibt es nicht, wenn man auf dem Media-Sim unterwegs ist. Eigentlich unverständlich dass die eine Firma die ganz SL mit Musicstreams ausstatten könnte, dies auf dem eigenen Sim nicht anbietet. Vielleicht hat Sony Angst, dass man die URL des MP3-Streams notiert und dann das Lied direkt per HTTP herunterlädt. Die Tracks, die man probehören kann haben immerhin alle über 4MB, was eine ordentliche Qualität bei MP3s bedeutet. Aber hey, das ist ja schließlich die Firma die Rootkits auf den PCs der Kunden installierte, um den Kopierschutz durchzusetzen.
Die Tracks, die man für den in-world Gebrauch im Shop kaufen kann sind dann auch mit dem “no copy” Attribut versehen und kosten L$99. Was man damit in-world machen kann, weiß ich nicht genau. Und um das einfach so auszuprobieren, ist mir das dann doch zu teuer. Wer auf die CD-Covers klickt, um diese zu kaufen, wird übrigens auf die normalen Webseiten von Sony BMG weitergeleitet. Also ein klassisches Web 1.0 Verkaufsmodell. Ja, und dann wurde mein Spaziergang durch das Sim doch noch zu einem echten Erlebniss: Ich habe meine ersten beiden Japanischen Freunde kennen gelernt. Wir haben uns über Mixis, Vorurteile, SL und Autos (.de und .jp) unterhalten.
Es ist erstaunlich, wie man denkt man wisse etwas über ein anderes Land und dessen Bewohner. Und dann trifft man Leute von dort, und man kommt sich so doof vor: “Wie konntest du die nur alle in eine Schublade stecken?”. Das eingebildete Wissen lässt Dich im Stich, stellt sich als Stereotyp heraus. Und dann, wenn man gar nicht mehr weiß, was man weiss, dann lernt man die Menschen kennen. Auch wenn es sich doof anhört: Ohne Second Life hätte ich noch nie mit Japanern geplaudert. eigentlich musste ich ja nur kurz zum nächsten Supermarkt fahren, um für einen Gast Rasierschaum zu kaufen. Und dann - kurz vor dem Einparken - spielten sie im Radio dieses Lied von Pink: “Dear Mr. President”. Ich bin das volle Lied lang im Auto sitzen geblieben und habe einfach nur zugehört. Ich picke hier jetzt keine einzelne Textzeile heraus. Ich gebe auch nicht meinen Senf dazu. Dazu ist der Text viel zu gut. Aber was diesen wunderschönen, traurigen Text noch trauriger macht, ist dass auch wenn es offensichtlich speziell für George “Double-You” Bush geschrieben wurde, man es wahrscheinlich für jedes Staatsoberhaupt singen könnte - und man immer die wunden Punkte treffen würde.
Oder ist es wirklich so, wie Douglas Adams vorgeschlagen hat: Präsident der Galaxie kann nur derjenige werden, der es gar nicht will - der dem Amt mit völliger Gleichgültigkeit gegenübersteht. Und jeglich Ambition auf Macht disqualifiziert jeden Bewerber auf ein politisches Amt. So, und jetzt sucht nach Pink “Mr President”, besorgt Euch eine Packung Papiertaschentücher, lest den Text und hört Euch das wunderbare Lied an. Ich geb’s zu, ich war neugierig: Obwohl ich bis gerade eben noch gar nichts über Böhmermann gehört hatte, bin ich gleich mal rüber zur RFH. Bilder habe ich keine geschossen, die gibt’s bei Bernd im Multimediablog. Aber dort im Kino fiel mir das große Manko des SL-Clients unter Linux zum ersten mal richtig auf: Video geht nicht. Der Player ist im Linux-Client nicht integriert. Doch ich erinnerte mich an ein Treffen der SL-Linux User Group, bei dem jemand von einem Script berichtete, das aus dem Debugging-Output die URL des Video-Streams herausfiltert, um diesen dann in MPlayer anzuzeigen. Nicht schön, aber unglaublich “geeky”! Also, das ganze kann man auch “von Hand” machen. Ich starte SL sowieso immer aus einem xterm, und da findet sich auch die Ausgabe mit dem Stream: “2007-04-16T21:28:01Z INFO: optionally_prepare_video: Entering parcel 38 with video http://medien.wdr.de/download/1176408490/echtboehmermann/echtb_20070413.mp4″. Nun noch das Video per “wget http://medien.wdr.de/download/1176408490/echtboehmermann/echtb_20070413.mp4″ herunterladen und im Player der Wahl anschauen. So, und nun mach ich Schluß, denn ich habe hier eine Folge von “Echt Böhmermann” auf der Platte, die mir anschauen will. Ich hab’ ja keine Ahnung, ob sich die Bandbreite dafür überhaupt gelohnt hat… :) |