Wie bei Bernd Schmitz nachzulesen ist, war ich also bei der virtuellen Pressekonferenz von und mit Jan Böhmermann. Warum hier noch nichts darüber zu lesen war? Ich wollte warten, bis ich die zweite Folge “Echt Böhmermann” gesehen hatte. Und das ist bis heute noch nicht der Fall.
Was gibt es zu sagten?
Echt interessant wären die Antworten gewesen, die Jan Böhlermann nicht gegeben hat: Nämlich ob er Second Life nur für diese PR-Kampagne nutzt, oder ob man ihn auch sonst (evt. auch inkognito) antreffen kann.
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Folge zwei konnte ich mir dann jedenfalls in SL nicht anschauen, da Videostreaming unter Linux noch nicht in den Client integriert ist. In RL konnte ich die Folge nicht anschauen, weil mein Videorecorder keinen WDR empfängt. Und heute in SL? Da war nur die erste Folge da. Diesmal aber mit “quotenträchtigerem Frauengesicht” als Aufmacher. Auf der großen Leinwand wurde “Netlag.mov” gestreamt…ein drei jahrer alter Film der Webcams zu einer Welkarte zusammenklebt. Damals wusste man offensichtlich noch nicht, dass “Lag” recht negativ ins Metaverse eingehen wird
(Ja, ich habe das Wortspiel mit “Jetlag” verstanden.)
Wie es scheint war Böhmermanns Auftritt in Second Life ziemlich genau zwei Wochen lang. Und damit macht er genau das, was auch “die Großen” machen: Werbung ins Second Life pumpen und wieder verduften. Wenigstens hat er dafür keinen Sim gekauft, der dann verwaist daliegt.
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Der Artikel in der Süddeutschen läßt dafür aber nur wenig Hoffnung: “Wir wollen nicht dabei sein, wir müssen dabei sein” wird der Redaktionsleiter zitiert. Auch etwas anderes gibt bei diesem Artikel zu denken: Der WDR dürfte als öffentlich-rechtlicher Sender nicht auf einer rein kommerziellen Plattform tätig sein. “Dass man aber in Second Life mit ein paar Tastenberührungen auch schnell den geschützten Bereich verlassen hat und dann im Kreuzfeuer der Werbeangebote steht, mag [Redaktionsleiter] Remmel nicht gelten lassen.”
Dass der “geschützte Bereich” ohne Werbung und mit kostenlosen Böhmermann-Angeboten indirekt von einer Werbeagentur bezahlt wird, ist ein Detail, dass niemand erwähnt. Diese Werbeagentur hat das größte Werbenetzwerk im deutschsprachigen Second Life aufgebaut und entwickelt gerade Möglichkeiten, Werbung in SL zu optimieren (Stichwort: Behavioral Targetting).
Ich gehe davon aus, dass Pixelpark keinen Einfluss auf den WDR nimmt. Diese Verflechtung (Pixelpark stellt Gelände in SL der RFH zur verfügung, die RFH veranstaltet Werbeauftritte für den WDR) zeigt jedoch, wie schwer es ist Second Life ist, einen wirklich unabhängigen Bereich zu finden. Und genau darum geht es ja: Nicht um “Unkommerzialität”, sondern um “Unabhängigkeit”.
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