Ein unmoralisches Angebot

datePosted on 21:21, April 20th, 2007 by Stefan

Robert hat der deutschen Blogosphäre ein unmoralisches Angebot gemacht. Nun ja, zumindest ein unmoralisches Gedankenspiel angeregt. Und nun ist er schockiert, dass viele mitgespielt haben. Hast Du wirklich etwas anderes erwartet?

Was stimmt an der Sache nicht? Nun ja - zum einen ist es eine hypothetische Angelegenheit. Zumindest für die meisten von uns C/D/E-Bloggern. Also kann man da schneller eine Angabe machen, und sich somit als “bestechlich” outen. Wenn dann wirklich die Anfrage da ist, sieht die Sache schon anders aus. Ich denke da würden doch noch viele zurückzucken wenn es an das tatsächliche Schreiben geht. Beispiel gefällig: Gerne - obwohl es hier sogar um “disclosed sponsoring” ging!

Auch wundert sich Robert über den geringen Betrag, für den Blogger sich bestechen lassen würden. 60% der “Bestechlichen” wären schon mit 5000 Euro oder weniger zufrieden. Robert selbst gibt an, ab 50.000 Euro “ins Grübeln zu kommen”.

Aber betrachten wir die Sache doch einmal so: “Roberts 50K” sind bezogen auf seine “ehrlichen Blogeinnahmen” ungefähr das 50-fache. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass die meisten von uns nicht mit dem Bloggen den Lebensunterhalt bestreiten. Miete, Kleidung, Essen wird von “echter Arbeit” bezahlt. Das was das Blog bringt ist neben Ruhm und Ehre also ein zusätzliches Taschengeld - wenn überhaupt etwas dabei herausspringt.
Ich kenne die Einnahmesituation von anderen Bloggern nicht, aber ich gehe davon aus, dass ich nicht der einzige bin, der schon über ein Jahr darauf wartet, dass Google’s 100-Dollar-Grenze endlich erreicht wird. Da sind 500 Euro - oder gar 5000 Euro - eine echte Steigerung. Wir reden immerhin von Faktor 500!

Ich denke, dass die “Bestechungsgrenze” nicht in Relation zu den Gesamteinnahmen des Bloggers liegen, sondern vom Erfolg des Blogs.

Und ich finde es nicht schlecht, dass 91% der Blogger realistisch und ehrlich sind, denn wie bemerkt Danies Mies bei Robert im Kommentar: “Und wie viele Blogger würden Ihr Blog für 5000 Euro an so gut wie jede Firma vollständig verticken?

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Comments:

Daniel on April 20th, 2007 at 10:44 pm
Gravatar for 'Daniel

Vielleicht sogar weniger ;-)

Der Roger on April 21st, 2007 at 9:53 am
Gravatar for 'Der Roger

Naja, verticken würd ich mein Blog nicht. Also zumindest nicht für 5000. Aber du hast natürlich Recht, dass man schnell ins Grübeln kommen würde. Außerdem würde das Ganze noch schwerer werden, wenn man das beworbene Produkt tatsächlich mag. Was also, wenn ich ein Fan der Wii bin, Nintendo auf mich zu kommt und sagt ich solle die Wii noch ein wenig öfter loben und würde dafür 5000 Euro bekommen. Weshalb ollte ich in diesem Fall Nein sagen?