Archive | April, 2007

Warum das ALDI-Notebook doch nichts für mich ist…

Am Donnerstag verkauft ALDI-Süd (ALDI-Nord schon einen Tag früher) das AMD Turion Dual Core Notebook “Multimedia Notebook
MD 98300″ mit richtig schnuckeligen Daten. 1GB RAM, NVidia Grafikkarte, 120GB Festplatte und DVD/CD-Brenner mit DVD-RAM Funktion. Das einzige, was im Prospekt feht ist die Angabe der Auflösung. Was bitte ist “WXGA Widescreen”?

Auf der Webseite wurde ich dann fündig: 1280×800 Pixel. Ich gebe zu, dass ich mit meinen aktuellen 1400×1050 verwöhnt. Bei einem Preis von 700€ wäre ich ja bereit auf 1280×1024 “abzusteigen”, aber nur 800 Pixel auf der Y-Achse. Sorry, danke. Ohne mich.

Schade.

Gute Taktik…

Heute auf Postsecret:

“Immer wenn ich etwas peinliches kaufe, kaufe ich noch eine Glückwunschkarte dazu”

Muss ich mir merken :)

Behavioral Targeting im Web und SL

Auch Tao macht sich Gedanken über Behavioral Analysis in Second Life. Er geht dabei auf die Datenschutzerklärungen ein, die auf vielen Webseiten versteckt sind. Er ist der Meinung (die ich teile), dass Datenschutzerklärungen im “Covenant” (also sozusagen den Nutzungsbedingungen für Land in SL) nicht gelesen werden. Wahrscheinlich eher nicht, wobei dies ja keinen Unterschied zum Web darstellt.

Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen der Datenerfassung im Web und in SL:

In Second Life werde ich (d.h. mein Avatar – aber das sollte nicht unterschieden werden) direkt und unvermeidbar über mein Avatar-UUID identifiziert. Kein Umweg, keine Chance der Manipulation. Es gibt keine Möglichkeit meine Identität vor Datensammlern zu verbergen.

Im Web habe ich mehrere Mittel, meine Identität zu verbergen. Ich kann Cookies ablehnen oder regelmäßig löschen. Ich kann meinem Browser verbieten, Skripte auszuführen. Hierdurch können die meisten Datensammler wirkungsvoll abgewehrt werden. Wem das nicht reicht, der surft über einen anonymisierenden Proxy oder eine “Mixkaskade” nutzen und die Sache sollte erledigt sein. Der Aufwand, den jeder hierbei treibt ist direkt abhängig für den Grad der individuellen Paranoia.

Und deshalb ist mir Behavioral Targeting in Second Life weitaus unsympatischer als es mir im Web ist. Im Web bin ich der Analyse nicht wehrlos ausgeliefert. In Second Life schon. Denn sind wir ehrlich: Opt-out ist nicht vertrauenswürdig. Wer klickt schon auf den “Unsubscribe-Link” in SPAM-Mails? Also. Da haben wir’s. Meiner Meinung nach ist Opt-out nur dann akzeptabel, wenn man selbst dafür sorgen kann.

Dies ist auch der Grund, warum ich guten Gewissens Googls-Ads auf meinen Blogs platzieren kann. Wer der Datenkrake Google nichts verraten will, deaktiviert die Skripte von Google.com und gut ist. Die Empfehlungslinks für den Google-Toolbar ist genau deshalb rausgeflogen: Hier werden mehr Daten gesammelt, ohne dass der Nutzer sich im Nachhinein anders entscheiden kann. Das kann ich nicht empfehlen.

Ach ja: Wenn ich im Supermarkt an der Kasse nach meiner Postleitzahl gefragt werde, antworte ich meistens: “1 2 3 4 5″ :)

Die anderen Artikel dieser Serie über Behavioral Analysis:

Weitere Artikel über Behavioral Targeting

Weitere Artikel über Behavioral Targeting habe ich in meinem “anderes Blog” veröffentlicht. Ich denke, dort passen sie von der Thematik besser hin.

Alle bisherigen Artikel der Serie über Behavioral Analysis:

Nachteile von Behavioral Targeting (für Werber)

Ist mir schon mehrfach passiert: Ich sehe einen IAN-Werbeturm. Da ich mich mit den Dingern “kritisch auseinandersetze” beachte ich ihn mehr, als ich normale SL-Werbung beachten würde. Ich erblicke eine Werbung, die mich interesiert. Ich gehe näher an das Plakat heran, und schwups – wechselt das Motiv.

Das ist schon bei normalen “rotierenden Bannern” ein Problem. Viel stärker wirkt sich der Effekt aus wenn “innerhalb von zwei Sekunden die Werbung gegen eine für den Besucher relevantes Plakat ausgetauscht wird”. (Die Seite, von der ich dies aus dem Gedächtnis zitiere wurde inzwischen vom Netz genommen).

Also: Per Behavioral Analysis stellt man sicher, dass die Werbung, die den potentiellen Kunden anlockt innerhalb von zwei Sekunden durch eine andere ersetzt wird.

Ich sollte mir einen “Back-Button” für diese Plakatwände patentieren lassen…

Die anderen Artikel dieser Serie über Behavioral Analysis:

Videos mit Stil?

David Pogue, regelmäßiger Technologie-Video-Podcaster bei der New York Times, hat in seiner neuen Folge einen reinrassigen Werbefilm für Netflicks.com gedreht. Und dann, als man es nicht mehr erwartet packt er seinen Humor aus und blendet folgende Warnung ein:

Freezeframe

“…Kinofilme am PC anzuschauen, während man am Schreibtisch sitzt, ist unglaublich “nerdy”. Netflicks und Partner übernehen keinerlei Verantwortung, falls Ihr Steißbein oder ihr gesellschaftliches Ansehen geschädigt wird…”

Die bisherigen folgen des Podcasts waren eigentlich nicht so offensichtlich mit Werbung gefüllt. Wobei die beschriebenen Funktionen natürlich auf prima sind: Man kann 14 Stunden im Monat Filme online anschauen. Ob man die File ganz schaut, oder nur Ausschnitte aus verschiedenen Filmen ist hierbei egal. Man könnte also den ganzen Monat seine Lieblingsszene aus Matrix (gleich am Anfang, als Trinity den Polizisten an die Wand kickt) anschauen, oder die ganze StarWars Doppeltrillogie auf zwei Stunden eindampfen (Was bleibt? Das Podrace, der Aufstand des Kanzlers/Imperators gegen die Jedis, der “Tunnelflug” inkl. Zerstörung des Todessterns, und die meisten Laserschwertkämpfe).

Oder wie Pogue es formuliert: Endlich kann man auch “Filme surfen” wie man “Web surfen” kann. Wenn es das in Deutschland gibt, bin ich mit von der Partie!

Buzzword du jour: “Sculpties”

Eigentlich wollte ich nicht auch noch darüber posten, denn man liest es ja eh überall.

Was mich mehr interessiert, ist wie diese organischen Formen gemacht werden. Laut Linden Labs benötigt man dazu ein 3D Programm und ein passendes Export-Plugin. Für Maya existiert bereits eines. Das Problem ist: Maya kostet richtig Geld. Für US$2000 ist man dabei, einen Preis in Euro habe ich nicht gefunden. Ob man das Plugin zusammen mit der kostenlosen “Personal Learning Edition” nutzen kann, scheint nicht der Fall zu sein. Falls es doch jemand versucht: Ich bin an Erfahrungsberichten interessiert.

Jedenfalls ist der Gebrauch der Umsonstversion von Maya auf den nicht-kommerziellen Einsatz beschränkt, was den Verkauf von Sculpties die mit diesem Programm erstellt wurden untersagt. Ob ein kommerzielles Unternehmen die Ergebnisse verschenken darf, sollen die Anwälte klären – wobei es dann wahrscheinlich billiger ist, die Vollversion zu kaufen. :)

Nicht lohnen wird sich die Geschichte für den kleinen Gemüsehändler, der ein bißchen Obst für Second Life herstellen und wenige L$ dafür verlangen will. Hier wären Plugins für das freie Programm Blender wünschenswert. Aber so wie ich die Open Source Community kenne, dürfte das nicht mehr lange dauern. Und auf den in den Viewer integrierten Oberflächeneditor bin ich auch gespannt. (Eigentlich gibt es ja schon einen für das Terraforming, nur ist der eben “nur 2D”.)

Was bleibt für mich? Eigentlich nicht viel. Es bleibt abzuwarten, bis die Werkzeuge auch für “Hobbyisten” erschwinglich werden. Aber spätestens dann werde ich die Sache ausprobieren und Gemüsehändler werden :)

Die FAQs zu den Sculpties gibt es übrigens im SL-Wiki.

Opt-Out ist auch ein Profil

Screenshot: Kein Profil

Aber soweit kommt es ja auch noch gar nicht. Denn die IAN/nugg.ad Türme haben entgegen den Aussagen von Sebastian keinen Opt-Out Knopf. Ich war soeben im Behavioral Targeting Testlab in SL. Weder an den Datensammeltürmen noch an den Werbetafeln gibt es eine Möglichkeit, sich gegen die Erfassung der eigenen Daten auszusprechen.

An den Tafeln, auf denen das Profil angezeigt wird, kann man selbiges löschen. Super. Diese Tafeln werden im richtigen Einsatz sicher nicht von den analysierten Personen zu benutzen sein.

Screenshot: Kein Opt-out

Klar, im Testlabor sind die Prototypen, und nicht die entgültigen Versionen. Der Opt-out Button wird bis zum Einsatz in der Wildniss noch kommen, oder?

Nun bleibt nur noch folgendes zu bedenken: Welche Werbung zeigt man denen, die out-geoptet haben? Zufällige oder statische? Und wird die dann auf die Zielgruppe der “radikal aufmüpfigen Freedomlovers und paranoiden Konsumverweigerern” optimiert sein? Denn auch ein Opt-out sagt einiges über die Person aus.

Die anderen Artikel dieser Serie über Behavioral Analysis:

Manipuliertes Vertrauen

Dieses Thema…”bewegt” mich sehr. Es schein so, als gäbs ‘ne Serie:

Heute gab es eine Menge Links zu Seiten, die sich mehr oder weniger mit diesem Thema auseinandersetzen. Auch wenn manche Techniken nicht unter das “Buzzword du Jour” fallen, so zeigen sie doch wie es in erster Linie darum geht, die Verbraucher zu manipulieren.

Soviel vorweg: Ich bin nicht gegen Kommerz. Ich betreibe selbst ein Geschäft, und auch ich bin daran interessiert, dass die Gäste in mein Hotel kommen, und nicht zum Nachbarn gehen. Auch ich “höre” auf meine Kunden und versuche die Wünsche meiner Stammgäste zu erfüllen, ohne dass jedes Mal darüber gesprochen werden muss. Aber ich bin mir bewusst, dass die Daten meiner Kunden ein wertvolles Gut sind, und gehe deshalb sparsam damit um. Ich bin nicht gegen einen freien Markt. Aber zu einem freuen Markt gehören auch freie Kunden. Und manipulierte Kunden sind in ihren Entscheidungen nicht frei.

Einigee ganz klassische Methoden, Kunden zum “richtigen Produkt” zu bewegen werden im Artikel “15 ways stores trick you into spending” von The Simple Dollar aufgezeigt. Hierbei wird nicht das Verhalten Einzelner ausgenutzt, sondern das durchschnittliche Verhalten der Masse. Und fallen wir nicht immer wieder gerne auf diese Tricks herein? :)

Nachdem Sebastian von IAN vorgestern vollmundig seinen neuen Dienst vorgestellt hatte, der dann doch noch nicht im öffentlichen Einsatz ist, plaudert Annette von nugg.ad über “Die Zukunft der Werbung in Second Life“:

“Betrachtet ein Avatar einen Interessensturm (der stellvertretend steht beispielsweise für einen virtuellen Sportartikel-Shop), wird diese Information vom nugg.ad-System registriert und ein Nutzerprofil angelegt. Nähert sich der Avatar dann einer Werbetafel, schaltet diese die passende Werbung – in obigem Beispiel für Sportartikel.”

Hierbei gibt sie ein interessantes Detail preis: Das Profil wird nicht ausschließlich an den Werbetafel erstellt, sondern (auch) an unauffälligeren anderen Orten. Auf dem Testgelände sind dies noch “Türme”, die die verschiedenen Points of Interests (POI) darstellen – im echten Betrieb kann die Technik jedoch in jedes andere Objekt eingebettet werden. Somit ist eine feinkörnige Analyse der Avatarbewegungen möglich: Nicht nur “Shop A” oder “Shop B”, sondern “Shop A – Abteilung superteure Skins” und “Shop A – Abteilung Dancepads”.

Auf diese Weise lassen sich Eigenschaften von Personen sehr gut erraten: Somit ist auch die im Bild gezeigte Einstufung nach Geschlecht und Alter möglich, ohne dass der Nutzer diese Daten direkt angeben muss. Was natürlich die Frage aufwirft: Was ist schlimmer: Wilde Datensammlungen oder Sammlungen wild geratener Daten? (Gehen wir davon aus, dass nugg.ad sich damit brüstet, dass die erratenen Daten ziemlich akkurat sind). Und hat das System automatisch einen Abuse Report gegen Sebastian generiert? Mit seinen zarten 17 Jahren darf er doch noch gar nicht ins Grid… :)

Im nächsten Post, der mir auf meinem heutigen Blog-Spaziergang aufgefallen ist, erzählt Frank über die Werbemesse ad:tech:

“Behavioral Targeting ist kein Buzz Word sondern schlicht und einfach Standardrepertoire. Je nachdem wen man fragt, wird einem gesagt, dass in diesem Jahr jedes 3., 5. oder zumindest 10. Display Ad mit Targeting ausgeliefert wird.”

Ist mit “Display Ad” die Werbung auf Webseiten gemeint? Oder echte Werbedisplays? Wie wollen die das in der echten Welt machen? So verbreitet ist RFID nun doch nocht nicht. Aber wir sehen: Das was heute in SL getestet wird, hat schon eifrige Abnehmer in RL.

Als nächstes erzählt uns Steve Ballmer von MS, dass Software auch kostenlos abgegeben werden kann. Microsoft hat damit schon gute Erfahrungen gemacht (siehe Internet Explorer, Office-Bundles, Windows-Raubkopien, etc.). Neu für Microsoft ist die Aussage, dass man diese Umsonstsoftware per Werbung finanzieren will. (Moorhuhnjagd und Opera waren hierbei Vorreiter).

U.a. erwähnt Ballmer [...] dass Microsoft der Werbeindustrie Technik und Software zur Verfügung stellen wird, ihre Werbung an den Mann zu bringen.

Da ist eine Firma, die den Markt für Betriebssysteme, für Office Anwendungen und für Webbrowser dominiert. Wenn wir hier das von den Werbefirmen so heiß begehrte Behavioral Targeting noch dazu tun, dann aber gute Nacht! Per “Trusted Computing” kann sogar dem Nutzer die Manipulation des eigenen Profils auf dem eigenen Rechner untersagt werden:

Trust … Vertauen … genau das ist es, was durch Behavioral Analysis zerstört wird.

I have a dream…

Die Johannesburger Zeitung “The Sowetan” erregt in Südafrika mit diesem Radio-Spot zum “Freedom Day” aufsehen.

Das Orginal kann man hier hören oder auch anschauen:

Beide Versionen (das Orginal von MLK oder die “Parodie” vom Sowetan) machen bewusst, dass man Frieden und Freiheit nicht geschenkt bekommt, und dass jede Generation sich einsetzen muss, um die beiden zu bewahren.

(via Cherryflavor und Wikipedia)