Archive | February, 2007

Deine Stimme in Second Life (Updt.: Voice-Transformer Link)

Wenige Tage nachdem ich meine Ausbildung begonnen hatte, stellte ich einem “Oberazubi im Dritten” eine Frage. Ich weiß nicht mehr, was ich wissen wollte. An die Antwort kann ich mich jedoch sehr gut erinnern. Der Kollege baute sich vor mir auf, schaute mich von ober herab an (was bei meinen 1,97m nicht leicht ist) und schüttelte voll Verachtung den Kopf: “Ich kann den Chef nicht verstehen. Warum stellt er immer wieder Leute ein, die so reden wie Du?”

Ich bin darüber weggekommen, mein Selbstvertrauen wieder aufgepeppelt und meinen Weg gemancht.

Situationen wie die gerade geschilderte könnten sich jedoch auch bald in Second Life ereignen.

Denn er kommt. Der Voice-Chat findet in SL Einzug. Während manche diese Entwicklung als Schritt in die richtige Richtung, hin zur Professionalität betrachten, stößt die “echte Stimme” in der “virtuellen Welt” auch auf Widerstand.

Prokofy Neva, der wohl bekannteste Nörgler im Metaverse, hat erstaunlich Sinnvolles einzuwenden:

“Wir wissen alle, wer keinen Voice-Chat braucht: Die Tauben, diejenigen mit andersgeschlechtlichem Avatar, die Schüchternen, die Unsicheren, die Alten, die Andersprachigen. Also, alle diejenigen, die ein Second Life haben, dass sich von ihrem richtigen Leben unterscheidet. Und wir sind kurz davor herauszufinden, wie viele von uns das sind.”

Oder wie Richard A Bartle meint: Man sollte mit Voice-Chat in MMORPGs warten, bis man nicht nur so aussehen kann wie ein Sumpftroll, sondern die Synthesemöglichkeiten so weit sind, dass man sich auch wie ein Sumpftroll anhören kann.

Und dann traue ich mich auch in SL “badisch z’schwätze”… :)

Update: Bei Gizmondo hat man auch schon das passende Gadget dazu :)

Neues von der Baustelle: Stereoskopischer Viewer, Avatar Scanner und Plugins

Die ersten beiden Wochen nachden Linden Labs den Second Life Viewer unter die GPL gestellt hatten, waren sehr bewegt. Es gab viele bemerkenswerte Erweiterungen und Entwicklungen, die bewiesen haben, dass ein großes Interesse am Quellcode besteht.

Danach hat sich die Entwicklung beruhigt, und die vielen “Schaut-her-was-ich-gemacht-habe-Meldungen ” sind Diskussionen und Planungen für die zukünftige Architektur gewichen.

Nun haben sich jedoch wieder drei Bemerkenswerte Entwicklungen herauskristallisiert:

  • Avatar Scanner: Dieser Modul sammelt Informationen über die Avatare die sich in der Umgebung befinden. Angaben wie der “Verification Status”, das Alter und ähnliches werden gecached. Außerdem kann man einen Leuchtpfeil (“Beacon”, wie nach einem TP) auf einen Avatar setzten, was das Auffinden einzelner Personen in der Menge erleichtern kann. Wer kennt diese Dialoge nicht? “Ich bin bei der Bühne.” – “Rechts oder links?” – “Links” – “Von Dir oder von mir aus?” – “Ich sehe Dich.” – “Ich dich nicht” – …)
  • Plugin – Architektur: Diese Diskussion ist nocht nicht abgeschlossen. Es wird nach einer zukunftssicheren Möglichkeit gesucht, ein möglichst breit gefächertes Angebot von Plugins realisieren zu können. Der oben genannte Scanner wird dahingehend modifiziert, als Plugin zu laufen. Eine erste Implementation dürfte nicht mehr lange Dauern.
  • Viewer für stereoskope Projektoren: Diese Technik kennt man von 3D-Kinos wie dem IMAX 3D, aus dem Europa Park oder Disney World. Beide Halbbilder werden auf eine Leinwand projeziert. Die Betrachter tragen Brillen mit polarisierten Gläsern und nehmen den Film dreidimensional war. Die Univerity of Michigen hat ein entsprechendes Frontend für Second Life realisiert.

Herr Ballmer: Zeigen Sie uns den Code! Bitte.

Steven Ballmer hat (wie zuvor schon SCO) behauptet, dass Open Source Entwickler die Urheberrechte oder Patente von Microsoft missachten.

Dies ist eine schwere Anschuldigung. Wenn sie wahr sein sollte, dann ist es jedoch kein Problem für Microsoft dies zu beweisen: Da, laut Definition, die Quellen von OSS jedem zugänglich sind kann jede Softwarefirma Gemeinsamkeiten aufspüren. Jeder kann überprüfen, welche Techniken in Linux, OpenOffice.org oder Apache zum Einsatz kommen.

Es ist also ein leichtes für Microsoft genau zu sagen, wo ihr “Intelectual Property” gestohlen wurde.

Die Internet-Site “Show Us The Code” verlangt genau dies von Ballmer: Zeigen Sie uns den Code. Wenn es wirklich etwas zu beanstanden gibt, dann sind Sie der einzige, der das Aufzeigen kann (da ja nur MS den eigenen Sourcecode hat). Wenn es wirklich etwas zu beanstanden gibt, dann sagen sie, was es ist. Aber hören Sie mit den wagen Andeutungen auf.

Jede Behauptung ohne Beleg ist nichts weiter als das Sähen von Angst, Unsicherheit und Zweifel – besser bekannt unter dem englischen Akronym “FUD – Fear, Uncertainty, Doubt”

Isch lach misch tot, ey!

Dass man bei eBay ohne weiteres alten Schrott zu überteuerten Preisen kaufen kann, hat sich ja wohl herumgesprochen. Und von der Illusion dort ein günstiges Notebook zu finden, habe ich mich schon eine Weile verabschiedet. Aber diese Artikelbeschreibung ist einfach der Hammer! Da muss man doch fast schon aus Mitleid bieten!

“So ich verkaufe hier im Auftrag einen Gericom Blockbuster 15 TFT AMD 2500+ 512 MB Ram WindowsHome Lizens klebt drauf zur Macke Geht einfach garnix tippe auf Mainboard Ram is drin Laufwerke fehlen Zustand is oki mit Ladegerät und Akku Foto is ausm Netz weil Kamera unterwegs is das Modell audf dem Bild nur halt nisch neu”

Dieser Artikel ist auch nicht schlecht:

“Ebenso geht das Gerät manchmal im normalen Betrieb einfach aus. [...]
Da das Notebook diesen Fehler schon in der Garantiezeit gezeigt hat, wurde es zum Hersteller eingeschickt, der dann aber keinen Fehler fand (Vorführeffekt).”

Geht nicht – gibt’s doch…

Das wirklich Interessante bei der Sache ist, dass beim ersten über 100,00 € und beim zweiten über 200,00 € geboten wurden! Ich trau mich gar nicht, bei den funktionierenden Notebooks zu schauen :)

Neue Notebooks gibt es schon ab 474,00 €, und die funktionieren, haben Garantie und vor allem keine “30 Tage Testversion von WinXP”. Ballmer hatte doch recht: Das geistige Eigentum muss mehr beachtet werden!

DRM ist prima!

Zumindest für die Hersteller von Abspielgeräten.

Apple’s Rechtemanagement bindet iTunes-Kunden effektiv an Apple-Hardware. Da für den iPod gekaufte Musik auf keinem anderen Player abgespielt werden kann, muss bei einem Systemwechsel die gesamte Sammlung neu gekauft werden. Und wenn die Sammlung fast so teuer war wie das neue Abspielgerät, dann überlegt man sich, was man kauft.

Tja, hätte man besser tun sollen, bevor man den iPod (und Steve’s Geldbeutel) gefüllt hat.

(via BoingBoing)

Wie verdient man Geld?

Robert Basic fragt sich (wie so viele): “Wie verdient man Geld in Second Life?

Zunächst noch einmal: Wer “nach Second Life” kommt um Geld zu verdienen, der ist auf dem Holzweg.

Das ist ungefär so, als wollte man mit Fußball oder Schach Geld verdienen.
Second Life ist (wie Schach und Fußball) eine tolle Plattform. Man kann dort Zeit verbringen und seine Fähigkeiten in einem wichtigen, neuen Medium erweitern (oder welche überhaupt erst erwerben). Mit diesen Fähigkeiten kann man dann Geld verdienen – aber eher in First Life als im Metaverse.

Wer keine Schuhe in den zahlreichen Freebie-Locations findet, kann versuchen über “Camping” und Glückspiel an den einen oder anderen L$ zu kommen. Jedoch ist dies eine sehr beschränkte Einnahmequelle, denn beim Campen verdient man nur sehr wenig und muss dafür sehr lange eingeloggt sein. Spielspaß kommt dabei nicht wirklich auf. Außerdem gibt es Berechnungen Vermutungen, dass der Strom den man dafür braucht teurer ist als was man dabei an L$ verdient. (Sorry, kein Link vorhanden)

Und die Sache mit den Glückspielen ist eben so: Auf Dauer verliert man mehr als man gewinnt.
Gut, daraus ergibt sich natürlich die Möglichkeit, selbst einen Spielautomaten aufzustellen. Abgesehen von der rechtlichen Unsicherheit (darf man das in D? …in EU? …in USA? …in SL? – Würdet Ihr im Web 2.0 ein Online-Casino betreiben?) ist es auch fraglich, ob man ohne Events drumherum damit einen solchen Erfolg haben wird, denn er muss ja mehr einbringen, als das Land auf dem er steht kostet.

Sprich: Bevor man den ersten L$ echten Gewinn verbuchen kann, muss man erst mal ordentlich ins System reinbuttern. Zuerst verdienen die Landbesitzer, Mallbetreiber, Automatenhersteller und natürlich LindenLab. Wie im echten Leben.

Auch Wettbewerbe (“Disco XY sucht den Superavatar”) oder Spiele wie “Tringo” sind verglichen mit dem zu erwartenden Gewinn sehr Zeitintensiv. Zumal es eben Wettbewerbe sind, und man der/die Beste sein muß, um das Preisgeld einzustreichen.

Oft ist mit “echter Arbeit” oder “Konsumverzicht” mehr verdient. Ein RL-Cappuccino weniger, und man kann sich in SL einen tollen Tag machen. Eine RL-CD weniger, und die Miete für das tolle Strandgrundstück ist bezahlt. (Tip für die jungen unter uns: Einmal Papa’s Auto gewaschen bringt sicher mehr als ein ganzes Wochenende in SL gecampen und zocken. Ach so, Ihr dürft ja eh’ nur ins Teen-Grid… :) Die LinkLift-Einnahmen auf meinen “echten Blog” bringen mir mehr ein, als ich mir in SL überhaupt nur erträumen könnte!

Mein Artikel, der beim Second Life Herald veröffentlicht wurde, brachte mir ein sattes Honorar von L$1000 ein. Pille-palle, aber es hat für einen schicken Anzug und die erste Miete für das In-World-Blog gereicht. Die dort aufgestellte Trinkgeldbüchse (“Tip Jar”) muss erst noch von den Lesern entdeckt werden :) Ach ja, ein “sprechendes Werbeschild” habe ich auch “In Auftrag” erstellt und tatsächlich Geld dafür bekommen. Aber das war eine ziemlich einfach gestrickte Sache, und der kommerzielle Erfolg dürfte sich deshalb sehr in Grenzen halten.
Ich will nicht kleinkarriert oder pessimistisch daherkommen, aber wenn es ums Geld verdienen geht, dann sollte man Second Life als Spiel betrachten: Klar, auch mit Schach und Fußball kann man Geld verdienen (manche werden sogar stinkereich damit!). Die meisten spielen jedoch Schach, Fußball und Second Life um damit Spaß zu haben und um fit zu bleiben (oder werden). Dann macht die Sache auch Spaß.

Und nochmal: Anshe Chung wurde in SL zur Millionärin. David Beckham wurde im Fußball zum Millionär. Die Chancen es einem von beiden nachzumachen sind miteinander vergleichbar.

-L$-L$-L$- Reich werden…ganz schnell -L$-L$-L$-

Hier eine Seite, die jeder lesen sollte, bevor er wegen dem Geld ins Grid stürmt:

Second Life als Pyramiden-Geschäft?

Einige Zitate eines Finanzberaters, der laut eigener Aussage einiges an Geld in Second Life eingebracht und rausgeholt hat:

“Die  erzielten Gewinne aus diesen Geschäften waren stets um den aktuellen Sparzins herum angesiedelt”

“Der Hype entsteht nicht um Max Muster, der online ins Casino gehen kann, oder sich einen tollen Avatar erstellen kann. Der Hype dreht sich um Anshee und um andere, die echte Millionen verdienen.”

Sehr kontroverses Thema, und ich will SL hier nicht schlecht reden. Aber es stimmt einfach: Wer nur wegen des Geldes  nach Second Life kommt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr enttäuscht werden.

Killerspiele, die zweite: Paintball, Windows, etc.

Also, auch wenn Galaga, Space Invaders und Doom verboten werden, so darf man doch weiter mit “echten Waffen” Farbbeutel auf echte Menschen schießen. Denn im Gegensatz zu Computerspielen ist dies ja keine reale Gewalt.

Apropos, Herr Doktor, haben Sie Referenzen in “Doom” oder “Unreal Tournament” vorzuweisen? Interessante Studien bei Telepolis. UT ist für die medizinische Forbildung übrigens besser geeignet als Tetris.

Der Windows-Screensaver eignet sich auch ganz gut, überschüssige Aggression abzubauen, wie man im folgenden Video gut sehen kann:

Sommer, Sonne, Stand und Meer…

Wozu in die Ferne schweifen – das Gute liegt doch so nah.

In unmittelbarer Nähe des In-World-Blogs liegt ein wunderbarer kleiner Strand. Alles ist komplett: Die Standbar, Liegestühle, das Floß. Zum gemütlichen “Plausch” kann man sich hier in angenehmer Atmosphäre treffen.

Das Angebot wird durch einen Geldbaum (Moneytree), Camp-Chairs und Dancepads abgerundet, bei denen man sich nebenbei noch ein paar L$ abholen kann.

Hier kann man es aushalten!

Was mir hier in Westerstrand besonders gefällt ist die Mischung zwischen Geschäften und Appartments, die ich so eigentlich das erste Mal sehe. (Was nicht viel heißen muss :) Man findet, wie in einer “typisch deutschen Kleinstadt”, ein ausgewogenes Verhältniss zwischen Gewerbe, Wohnungen und öffentlichen Flächen. Das macht die Gegend sympatisch, und sorgt auch für eine gute Zahl von Besuchern. Richtig nett, dieser Fleck :)

Es wird Zeit, dass das Urheberrecht respektiert wird!

Die MPAA stiehlt Patric Robins preisgünstige Software nur vorrübergehend und zu Testzwecken:
http://www.patrickrobin.co.uk/default.asp?Display=4
und
http://www.patrickrobin.co.uk/default.asp?Display=5
via
http://www.boingboing.net/2007/02/17/mpaa_rips_off_freewa.html

Die MPAA ist der Piraterie schuldig (und zwar nach ihren eigenen Maßstäben!)
http://www.slumdance.com/blogs/brian_flemming/archives/001953.html

Warner Music: Kinder unserer Geschäftsführer werden anders behandelt als ander Leute Kinder:
http://www.boingboing.net/2006/12/02/edgar_bronfman_jr_ow.html