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12 2006

Amok-Drohung: Lasst die Schulen auf!

Angesichts eines für heute angedrohten Amoklaufs wurde im Radio (SWR3, aber sicher auch auf anderen Sendern) heiss diskutiert, ob das Kultusministerium aus Sicherheitsgründen hätte geschlossen lassen sollen. Da ich gerade meine Kinder zur Schule fuhr und keine Freisprechanlage habe, konnte ich nicht anrufen. Also muss mein Senf eben aufs Blog. Wozu hat man das Ding denn überhaupt :)

Die Drohung war so undefiniert, dass es keinen Sinn gemacht hätte, alle Schulen in ganz Baden-Würtemberg zu schließen. Genauer eingrenzen kann man die Bedrohung aber nicht. Stellen wir uns nur vor, wie der heutige Tag ablaufen würde:

  • Nicht alle Familien erhalten die Nachricht rechtzeitig, womit eine unvorhersehbare Zahl von Schülern doch zur Schule geht.
  • Viele Familien sind darauf angewiesen, Ihre Kinder vormittags betreut zu wissen. Sollen Berufstätige zu Hause bleiben, damit der Grundschüler nicht alleine daheim ist?
  • Was machen die Kinder in der Zeit? Sie verbringen den freien Vormittag in der Stadt (denn zum Ausschlafen ist es ja schon zu spät). Dort können Sie dem Straßenverkehr und Drogendealern zum Opfer fallen. Der Rest geht ins Internetcafe und spielt “Counter Strike”, denn wenn so viel darüber gesprochen wird, muss das ja gut sein.
  • Was macht der Amokläufer? Entweder er verschiebt die Tat auf morgen/übermorgen/nächstes Jahr, oder er ist richtig sauer und läuft im Kaufhaus Amok (Wo er mit hoher Wahrscheinlichkeit viele Schüler treffen wird, die gerade frei haben).

Bitte versteht mich nicht falsch: Solche Drohungen sind schlimm und müssen ernst genommen werden. Verstärkte Polizeipräsenz und intensive Fahndung machen Sinn. Panische Schließung von Schulen sicher nicht.


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