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23  10 2006

Werbung mit der Unterschicht

Ich mochte sie noch nie, aber jetzt weiß ich warum mir die Fernsehspots dieser Bank nicht gefallen:

Während die Nation noch diskutiert, ob es eine Unterschicht gibt, und ob man diese so nennen darf, macht diese Bank Werbung mit genau dieser Bevölkerungsgruppe.

Dabei tut Sie das so subtil, dass man es erst gar nicht so richtig merkt. Da sitzt das Mädchen in der Wohnwagensiedlung und erzählt von den Errungenschaften seiner “bürgerlichen” Klassenkameraden. Dass Haus, Auto und Urlaub wahrscheinlich zu den unerreichbaren Zielen dieses Mädchen gehören dürften (weil sie sich wahrscheinlich nie einen Bausparvertrag leisten können wird), das übersieht man nur zu schnell: Man lacht ja schließlich noch über die Punchline: “Papa, wenn ich groß bin, will ich auch Spießer werden!”.

Auch das Schicksal des Mannes, der von seiner Ex an der Wohnungstür ein Baby in den Arm gedrückt bekommt, um daraufhin Verlobte und Wohnung zu verlieren und verprügelt zu werden wird einem bei Anschauen des pointiert gedrehten Spots erst langsam bewusst. Aber vielleicht ist das ja auch nur die Vorgeschichte zum “Spießerspot”…


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