Archive | Oktober, 2006

Erfolgsfaktoren für SecondLife

oder: Was benötigt der künftige Web 3d-Marktführer?

Es ist ein offenes Geheimniss, dass der SecondLife Client so manchen Rechner in die Knie zwingt. Matias und Frank vom VisualBlog beschreiben ihr “User Experience”, dass diesen Namen nicht wirklich verdient. Robert Basic bemängelt in Second Life: Die Schattenseiten der Technik mangelnde technische Qualität, speziell im Vergleich zu anderen MMPORPGs wie World of Warcraft, sowie die Tatsache, dass SecondLife dem Hype der momentan generiert wird, nicht gerecht werden kann. Ein anderer Anbieter (Robert nennt Sony und EA beim Namen) könnte kommen und ein “besseres SL” erschaffen.

Es werden jedoch andere Faktoren sein, die darüber entscheiden, wer der künftige Marktführer in der virtuellen Realität werden wird. Meines Erachtens kommt es hauptsächlich auf die folgenden Punkte an:

  • Externer Zugriff:
    Kann ich meinen Avatar bzw. die Inventarliste auch außerhalb von SL verwalten, verändern? Kann ich dies mit Standartwerkzeugen (Texteditor) tun? Können selbsterstellte (oder gekaufte) Programme aus dem RL auf meinen Charakter in SL zugreifen? Kann ich ein Backup meines Inventars auf DVD brennen und im meinen Tresor legen?
  • Offene Server:
    Muss ich mein “Sim” (die virtuelle Parzelle, die virtuelles Land und alles was sich darin/darauf befindet beherbergt) bei LindenLabs hosten lassen, oder können auch andere Server in das Metaverse integriert werden? Bestehen Schnittstellen zu anderen Anbietern? Kann ich selbst bestimmen, wieviel Leistung ich meinem Sim zukommen lasse? Diese Server sollten auch unterschiedliche Möglichkeiten anbieten können. So wie es jetzt schon in SL Regionen mit “Restricted llPush” und die Aufteilung in M und PG gibt, sollte es den Servern frei stehen, gewisse Merkmale zu implementieren oder nicht.
  • Integration des “Web 1.x/2.x”:
    Kann ich meine E-Mails, Webseiten, RSS-Feeds, usw. in der virtuellen Realität lesen? Bearbeiten? Nur wenn ich in SL die Möglichkeiten habe, die ich auch auf meinem PC habe, kann ich den ganzen Arbeitstag im SL (produktiv) gestalten.
  • Integration in das “Web 1.x/2.x”:
    Sämtliche Daten sollten von “normalen” URLs geladen und dorthin gespeichert werden können. Inventarlisten, Texturen, Kleidung, was auch immer sollten auf Servern im alten Web gehostet sein können. Mit HTTP und WebDAV stehen entsprechende Techniken schon zur Verfügung.
    Hierdurch würde auch ein Performanceproblem entschärft werden, wenn die “SL-Sim-Server” die Referenzen bereit halten, die eigentlichen Daten aber von Webservern geliefert werden. Hier könnten sämtliche bekannten, getesteten, bewährten Optimierungsmethoden für Webserver zum tragen kommen (Load-Balancing, High-Availability, etc.). Dies erleichtert auch den “extenen Zugriffs” (s.o.).
    SL-Shop und Web-Shop und RL-Lagerverwaltung können auf die gleiche Datenbank zugreifen. SL-Verkäufe werden direkt (wie Verkäufe aus dem Web-Shop) im regulären Buchhaltungssystem gebucht.
    Wenn ich mein Inventar, meine Gebäude und meinen Avatar auf meinem Firmenserver hoste, dann hat sich auch das Problem mit dem Backup erledigt.
  • Integration ins “echte Leben”:
    SL muss so mit RL verschmelzen wie es das “alte Internet” getan hat. Der Schritt in die virtualität darf nicht bewusst wahrnembar sein. Zumindest nicht mehr wie das Einsteigen in ein Auto, oder das Starten eines Webbrowsers. SL, Web und RL werden sich immer mehr ineinander vermischen. Erst wenn der Unterschied nicht mehr wahrgenommen wird, hat die virtuelle Realität Ihr Ziel erreicht.

Klar ist es nicht leicht, ein Monopol wie es die LindenLabs haben zu lockern und langfristig aufzugeben. Es ist meines Erachtens jedoch die einzige Möglichkeit, am Markt zu bestehen. Ein offenes System wird zwar Konkurrenten auf den Marktplatz bringen. Jedoch wird es verhindern, dass es zu viele Marktplätze gibt.

Die LindenLabs werden als Spezialisten mit Know-How Geld verdienen können. Als Virtual-Reality Hosting Company, sozusagen. Als Alleinanbieter von SL wird Ihnen jedoch das bevorstehen, was auch BTX/T-Online, CompuServe, AOL und MSN erleben mussten: Als geschlossene Platform hatten alle keine Chance sich nachhaltig gegen die anderen durchzusetzen. Als dann der freie Konkurrent “Internet” kam, hatte keines der ursprünglichen Konzepte genügend Kick, um zu bestehen.

Alle sind heute nur noch normale Anbieter, die sich mehr oder weniger gut in das offene System integriert haben.

Auch die Hersteller von geschlossenen Computersystemen (Comodore, Atari, Apple, Sinclair,…) mussten leidvoll erfahrem, dass Ihr Abstieg begann sobald ein Hersteller ein offener System, das auch Konkurrenten integriert angeboten hat. Außer Apple spielt hier keiner mehr bei den großen mit.

Widerstand ist zwecklos,…

Webmontag im Corecon Convention Center

Der Webmontag traf sich heute nicht nur in Stuttgart, sondern auch in SecondLife. Corecon stellte hierfür sein neu errichtetes Corecon Convention Center zu Verfügung. Ich war ungefähr eine Stunde vor Begin der Veranstaltung dort und habe mir meinen Platz gesichert.

Anfangs lief das ganze sehr geordnet und reibungslos ab. Sebastian Otaared (aka Pixelsebi) erzählte (richtig, mit Ton) wie er dazu kam, das Convention Center zu bauen. Nach und nach kamen dann aber immer mehr Teilnehmer, so das die maximal möglich Anzahl der Anwesenden (40) erreicht wurde.

Die Live-Videoschaltung zur Real-Life Versammlung in Stuttgart kam dann auch nicht zu Stande, da die Menge an Avataare den entsprechenden Streamingserver anscheinend in die Knie zwang.

Eine Präsentation von Pham Neutra (aka. Markus Breuer) wurde dann trotz schnell gebauter Leinwand nicht wirklich gehalten. Es gab einige Probleme, da die Tagungstechnik nicht gegen Eingriffe der Teilnehmer gesichert war. Frei nach Sebastian: “Ich stelle mir einen RL-Votrag vor, bei dem jeder Teilnehmer vorgeht, den Laptop nimmt, an den Folien rummacht und sich dann wieder hinsetzt”.
Zum Abschluss dieses einstündigen Treffens haben sich die meisten Teilnehmer noch auf der Dachterrasse des Centers zum Gruppenphoto versammelt. Der Nach-Hause-Weg wurde durch einen netten Chat im Vorgarten verzögert, bei dem auch corecon-Geschäftsführerin Kalexica Pearse (aka. Katja Schwab) anwesend war und offen auf Fragen einging.

Für corecon ist das Convention Center ein Test, in dem die Möglichkeiten der Virtuellen Realität ausprobiert und eingeübt werden soll. Dese Übung hat allen Anwesenden heute noch gefehlt. Jedoch war dieses Treffen äußerst wichtig, und die Erfahrungen die sowohl von den Veranstaltern als auch von den Teilnehmern gemacht wurden werden die gesellschaftliche Interaktion in Online-Welten voranbringen. Die Grenzen, die uns heute abend eingeschränkt haben, wurden im deutschsprachigen Raum zum ersten Mal öffentlich erlebt und z.T. auch analysiert. Und nur so kann man dann nächstes Mal die Grenzen dehnen und eventuell überwinden.

Stargate, powered by SecondLife-Prims

Robert hat auf BasicThinking einen Stargatenachbau aus Lego abgebildet. In den Kommentaren wurde gefragt, ob die Ziele auch wählbar seien…

In SecondLife würde das sogar Sinn machen: Teleportieren mit Stil. Reisen mit dem SecondStargate. Doch bevor ich meinen ersten Prim erschaffen habe, finde ich im New Citicens Plaza auf…das SecondLife Stargate. Mit wählbaren Zielen und riesengroß…schon wieder zu spät.

Ach übrigens: Der “Stipendienautomat” ist direkt gegenüber, also “hinter dem Photografen”.

PS: Gewisse Ähnlichkeiten zwischen SL und Lego sind nicht zu leugnen, oder? (SL…SecondLego?)

Werbung mit der Unterschicht

Ich mochte sie noch nie, aber jetzt weiß ich warum mir die Fernsehspots dieser Bank nicht gefallen:

Während die Nation noch diskutiert, ob es eine Unterschicht gibt, und ob man diese so nennen darf, macht diese Bank Werbung mit genau dieser Bevölkerungsgruppe.

Dabei tut Sie das so subtil, dass man es erst gar nicht so richtig merkt. Da sitzt das Mädchen in der Wohnwagensiedlung und erzählt von den Errungenschaften seiner “bürgerlichen” Klassenkameraden. Dass Haus, Auto und Urlaub wahrscheinlich zu den unerreichbaren Zielen dieses Mädchen gehören dürften (weil sie sich wahrscheinlich nie einen Bausparvertrag leisten können wird), das übersieht man nur zu schnell: Man lacht ja schließlich noch über die Punchline: “Papa, wenn ich groß bin, will ich auch Spießer werden!”.

Auch das Schicksal des Mannes, der von seiner Ex an der Wohnungstür ein Baby in den Arm gedrückt bekommt, um daraufhin Verlobte und Wohnung zu verlieren und verprügelt zu werden wird einem bei Anschauen des pointiert gedrehten Spots erst langsam bewusst. Aber vielleicht ist das ja auch nur die Vorgeschichte zum “Spießerspot”…

Wieder online…

Mann! Es ist ja schon über zwei Monate seit dem letzten Artikel…

Es ist viel passiert, was mich vom Bloggen abgehalten hat. Aber jetzt geht’s wieder :)

New Citicens Plaza – Informationen für Neue

Heute war ich im Kuula, auf dem New Citicens Plaza (NCP). Im Gegensatz zum Freebie Warehouse kann man hier sehr viel besser zwischen den Geschenken auswählen. In meiner kurzen Zeit in SecondLife habe ich schon erkannt, dass nicht die Größe des Inventars zählt, sondern die Qualität. Im NCP bekommt man auch “Vending machines”, also Verkaufsautomaten geschenkt. Sehr nützlich für alle, die in SecondLife Geld verdienen möchten.
Aber das wirklich Gute hier sind die Informationen, die man bekommt. Es gibt regelmäßige Schulungen (leider zu US-Zeiten und auf englisch). Die Highlights, die ich bei Gelegenheit besuchen möchte sind: Skript-Programmierung, Bauen und die Frage-und-Antwort Stunde.
Ein “Newsstand” an dem man die neuesten Zeitungen lesen kann runden das Angebot ab. Hier am Newsstand ist auch ein Schwarzes Brett und ein “Stipendienautomat” zu finden. Bis zu Tag 45 gibt dieser L$10 täglich an neue Bewohner. Das Geld liegt sozusagen auf der Straße…

Geschenke – ganz umsonst

Da ist man nun in der anderen Welt, und hat nichts anzuziehen, nichts zu wohnen und auch kein Auto… also, gehen wir einkaufen.

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Wenn da nur das Problem mit dem Geld nicht wäre. Zumindest am Anfang will man ja den Überblick behalten (bzw. erst einmal bekommen), und nicht gleich das Geld in den erstbesten Laden tragen. Erst mal ein Gefühl für Preise in SecondLife entwickeln.

Also ist es doch gar nicht so schlecht, wenn man etwas Geschenkt bekommt. Also hin, zum Freebie Warehouse! Hier findest du kistenweise Geschenke: Kleider, Häuser, Einrichtung, Fahr- und Flugzeuge, einfach alles.

Die meisten Kisten muss man für L$0 (also umsonst bzw. gratis) kaufen. Anschließend zieht man sie vom Inventar auf einen freien Platz in SecondLife, klickt mit der rechten Taste auf die Kiste, und anschließend auf “open”, um die Geschenke zu erhalten.

Höfliche Bürger von SecondLife löschen die Kiste anschließend, um die Umweltverschmutzung einzudämmen.

Ich bin drin!

So, das Tutorial zu Beginn hätten wir hinter uns gebracht. Schon witzig, so viele neue Bewohner zu sehen. Alle laufen noch recht planlos durch die Gegend und kämpfen mit der Steuerung und mit dem “Lag”.

Lag ist die Verzögerung zwischen einem Ereignis und dessen Darstellung auf dem eigenen Bildschirm. Ziemlich nervend! Es kommt auch immer darauf an, wie viel gerade in der Region los ist in der man sich befindet.

Auch wenn die Grafik mich eher noch an die Sims erinnert, so ist SecondLife schon beeindruckend. Die Möglichkeiten, auf die eigene Spielfigur (Avatar) und auf die Umgebung Einfluss zu nehmen sind beachtlich. Die Tatsache, dass hinter den anderen Figuren auch “echte Menschen” stehen, die echt (und somit unberechenbar) reagieren macht die Sache interessant.

SecondLife…nun bin ich aber Neugierig!

Nachdem in nunmehr einigen Blogs von SecondLife zu lesen war, habe ich beschlossen, mich aufzumachen, und diese “Web 3.0″ genauer zu erkunden. Abenteuerlich, was da anscheinend möglich ist. Es soll sogar Leute geben, die von Ihren virtuellen Einnahmen leben können.

So weit wird es bei wohl nicht kommen. Da mich jedoch an William Gibsons Vision der “Matrix” erinnert, bin ich neugierig geworden. Obwohl ich gar nicht von “Die Sims” begeistert bin, werde ich SecondLife erkunden, und meine Erlebnisse hier notieren.

Also, nichts wie hin zur Website von SecondLife, anmelden und schauen, was geht…