Archive | May, 2006

Kooperativ vs. Kompetetiv

Kristian Köhntopp beschreibt in seinem Artikel “Ein paar ideologische Steine ins Rollen bringen” die Schnittstelle zwischen der kompetetiven und der kooperativen Wertschöpfung.

Er erklärt die beiden Begriffe, die meiner Meinung nach den Sachverhalt sehr gut wiedergeben. Sehr viel besser als die Begriffe “frei”, “kostenlos” oder “Open-Source” im Spannungsfeld zu “kommerziell”.

Es gibt viele Beispiele für Firmen, die mit freier (RedHat, Novell), kostenloser (Microsoft) oder quelloffener Software (Sun (?)) sehr kommerziell Geschäfte machen.

Kristians Begriffe spiegeln sehr gut die “Fronten” wieder. Sie zeigen, dass auch in der “kooperativen Sphäre” Geld verdient werden kann. Und sie zeigen, dass das Sprichwort recht hat: “So wie man in den Wald hineinruft, schallte es auch wieder zurück!
http://blog.koehntopp.de/…:

“Probleme gibt es immer nur dann, wenn Mitglieder der kompetetiven Sphäre meinen, sie könnten die Regeln der kooperativen Sphäre ignorieren, weil die kooperativen Wertschöpfer untereinander das tun. Die Kompetetiven bekommen dann nach den Regeln, die sie selbst geschaffen haben, auf die Finger.

[...]

Das neue, kompetetive Urheberrecht ist dazu blendend geeignet.Denn offensichtlich gilt es auch dann, wenn die Urheber keine Megakonzerne sind, sondern Tausende von verstreut agierenden Autoren. Wenn das neue Dienste behindert, dann ist das Recht entweder zu restriktiv, und muß gelockert werden (und zwar generell gelockert und nicht selektiv – so haben auch die kooperativen Wertschöpfer was davon), oder die Dienste müssen ihr technisches Konzept so überarbeiten, daß sie mit der juristischen Seite ihrer Dienstleistung von vorneherein korrekt klarkommen (also kompetetiv wasserdicht agieren).”

(via Basic Thinking)

Meine erste XPI-Erweiterung für Firefox (?)

(English Version below)
In ihrem Artikel Speed-Blogging mit Copy as HTML schwärmem Evy & Stefan Evertz:

Ein einfacheres und schnelleres Bloggen ermöglicht nun die Firefox-Erweiterung “Copy as HTML Linkâ€?, die über den Beitrag des Autors unter justinsomnia.org installiert werden kann. Während ich bisher den zu zitierenden Text markieren und kopieren musste, ihn dann in meinen Beitrag kopieren musste, um dann wieder zum zitierten Beitrag zu wechseln, um dort die Adresse in die Zwischenablage zu kopieren, reicht nun ein Klick, um den Text inklusive Link in die Zwischenablage zu bekommen

Einzig, die fehlenden Konfigurationsmöglichkeiten werden noch bemängelt. Gewünscht wurde die Möglichkeit, einen Link mit einem folgenden Zitat in BLOCKQUOTE-Tags erzeugen zu können, was speziell für längere Zitate sinnvoll ist. Na, wenn das kein klassischer Fall für Open Source Software ist.

Praktischerweise ist die “Copy as HTML Linkâ€? Erwiterung unter der GPL. Daher kann jeder (auch ich) die Programmquellen einsehen und verändern. Auch darf (muss nicht) man die geänderten Versionen (unter einhaltung der GPL) weitergeben, was ich hiermit tue (obwohl ich es nicht muss :)

Copy As BQ Link

Gut, viel habe ich nicht gemacht. Eigentlich nur eine Zeile Code verändert, und dann noch die Datei- und Funktionsnamen sowie den Menüeintrag und die “UGID” so geändert, dass man “Copy as HTML Linkâ€? und “Copy as BQ Linkâ€? gleichzeitig installieren kann.

Ich hoffe es gefällt Euch,

Stefan

English Version: My first XPI-Extension for Firefox (?)

While they praised “Copy as HTML Link� in their article Speed-Blogging mit Copy as HTML, Evy & Stefan Evertz have one feature-request: The possibility to configure the extension, so it generates a link to the page, followed with a BLOCKQUOTE of the copied text. Enter Open Source Software:

Since “Copy as HTML Linkâ€? is under the GPL, anybody (even myself) can read and change the program’s sources. I am even allowed (but not required) to distribute my changed version. I am doing this :)

Copy As BQ Link

I did not change much. I only changed one line of real code. I also changed the file- and functionnames, the text for the menu-item, and the “UGID”. Now my “Copy as BQ Linkâ€? and “Copy as HTML Linkâ€? can be installed at the same time.

I hope you like it,

Stefan

Integrated audio-apps vs. components

In “Open source audio applications need to learn from listeners“, Nathan Willis complained:

“Only in software applications is this distinction made, and consequently we have to use separate apps to play music from different sources. And the problem is by no means limited to FM broadcasts and MP3 playback. How many of the mature open source audio players support basic CD playback? There are a few that support ripping CD audio directly within the app, but cannot play that audio directly off of the disc. Would anyone in their right mind buy a hardware device with that kind of limitation?”

Many do. And they do so on purpose. Back in the days when I was a Hifi-fetichist, I did buy one piece of hardware that would play CDs well. And another one that would record CDs to casette-tapes. And another one to receive FM radio. And another one to amplify the signals from all of these devices and send it to the speakers.
It was called ‘components’ and each component did its job well. A CD-player that receives FM-radio? Ridiculous. Even (or better: especially) in hardware.
A combination of these functions is only acceptable if it has to be mobile (What we used to call “Ghettoblasters” or car-stereos), or if it has to be cheap.
If you have components to do different tasks, they can be optimized for that task (handling and sound) and do their job well. If one breaks (or lacks performance), you can replace it.
I want to have the same situation in software. I love my combination of amarok/xmms, xine and grip!

Keiner, Niemand, Jemand, Anderes

Ich habe diese Geschichte lange Zeit unter den falschen Stichworten gesucht. Mein BWL-Lehrer, Herr Rudolf Groß, hat sie uns damals beim Theme “Teamarbeit” erzählt. Jetzt habe ich sie gefunden:

Das ist eine kleine Geschichte über vier Kollegen namens JEDER, JEMAND, IRGENDJEMAND und NIEMAND.

Es ging darum, eine wichtige Arbeit zu erledigen und JEDER war sicher, dass sich JEMAND darum kümmert. IRGENDJEMAND hätte es tun können, aber NIEMAND tat es. JEMAND wurde wütend, weil es JEDER’S Arbeit war. JEDER dachte, IRGENDJEMAND könnte es machen, aber NIEMAND wusste, dass JEDER es nicht tun würde. Schließlich beschuldigte JEDER JEMAND, weil NIEMAND tat, was IRGENDJEMAND hätte tun können.

(über Sandra Tamms)

Familie Kulando

Ich habe soeben herausgefunden, dass Ute gar nicht mit Sonja verwand ist! Hat mich gewundert, dass die beiden per Blog & E-Mail kommunizieren.

Ich dachte echt, die beiden heißen Ute Kulando bzw. Sonja Kulando

Das badische Küchenwunder…

Robert Lücke schreibt in seinem Artikel “Das badische Küchenwunder“:

“Das “medium” bestellte Rumpsteak ist tatsächlich im Kern rot, außen rosa, es ist zart, saftig und mürbe. Die dazu bereitete Pfeffersauce schmeckt nach Sahne und Pfeffer, und die Röstkartoffeln sind weich, aber knusprig. So schön und frei von Billigzutaten, Fertigprodukten und Nachlässigkeiten kann gutbürgerliche Küche sein. Was in der “Krone” im badischen Neuenburg serviert wird, ist typisch deutsch – und trotzdem hervorragend.”

und

“Denn im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Regionen existiert im Südwesten häufig eine Nähe zum guten Produkt. Etwa im “Gasthaus zum Ochsen” in Eichstetten oder in der “Krone” in Neuenburg. Dort sitzt der Gast in einer einfachen Gaststube, und gleich nebenan ist die zum Hotel gehörige Metzgerei.”

Das zu hören freut einen doch sehr. Nun heisst es aber: Nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern mindestens weiter so :)

Für manche ist es einfach Spyware…

…für andere ist es das coolste Web 2.0 der Welt!

(Aus dem LBo-chat von heute :)

Freie Lizenzen – Einwände und Feedback

Auf meinen letzten Artikel Kreatives Schaffen durch Teilen gab es einiges an Rückmeldung. Die folgenden Punkte wurden erwähnt:

  • Creative Commons: Was will der Richter damit? (Robert Basic)
    Hierbei ist zu beachten, dass Freie Lizenzen kein “Sonderrecht” neben dem Urheberrecht darstellen, sondern Verträge innerhalb des Urheberrechts sind. So wie Sony bestimmen darf, wie ihre CDs kopiert und gesampled werden dürfen (nämlich nur “mit freundlicher Genehmigung” aka $$$), dürfen das freie Künstler auch. Es handelt sich hier nicht um “Sonderrecht” sondern um ein Vertragsangebot, das durch das Kopieren angenommen wird.Da laut Urhebergesetz das Kopieren ja gar nicht erlaubt ist, steht der “Kopierer” vor der Wahl: Entweder hat er den Lizenzvertrag (CC/GPL/MS-Eula/…) gebrochen (also ist er schuldig) oder er hat das Urheberrecht gebrochen (also schuldig. Und die Filmindustrie zeigt ja sehr eindrücklich, welche Konsequenzen das haben kann…)Die GPL ist übrigens in Deutschland vor Gericht bestätigt worden.
    Die CC hatte in den Niederlanden ihren ersten erfolgreichen Test vor Gericht.
  • Gauner und Betrüger (Robert Basic)
    Also solche, die Content zunächst unter eine Freie Lizenz stellen, und dann später diese Lizenz “entfernen” um rechtliche Schritte gegen Kopierer einzuleiten.Hier hilft wahrscheinlich nur die Öffentlichkeit. Also Zeugen oder die Wayback-machine, die belegen, dass man die Kopie unter der erteilten Lizenz erworben hat.
  • Wie Falk Merten hervorhob, kann eine Freie Lizenz auch nicht wirksam widerrufen werden. Auch wenn man den Content nicht mehr selbst verbreitet, können die, die Ihre Kopien unter der CC oder GPL gefertigt haben diese auch weiterhin unter dieser veröffentlichen.Dies wird jedoch speziell in Entwicklerkreisen als gewünschte Eigenschaft betrachtet. Wer an einem Programm unter der GPL Änderungen vornimmt, kann sicher sein, dass er die Früchte seines Schaffens auch weiterhin ernten kann. Das Programm bleibt auf jeden Fall frei verfügbar, zumindest in der Version die schon benutzt wird.Aktuelles Beispiel ist das CMS Mambo. Die freien Entwickler (die inzwischen einen Hauptteil der Arbeit erledigten) fühlten sich von einigen (neuen) Restriktionen der Eigentümer der Marke Mambo zu sehr beengt. Die Entwickler nahmen, was sie bereits unter der GPL hatten, und programmieren das System jetzt unter dem Namen Joomla weiter. Es ist kaum möglich, ein GPL bzw. CC-SA Projekt wieder “einzusperren”.
  • Technische Frage: Wie kann ich einzelne Artikel meines Blogs CC-lizenzieren?
    Einfache Antwort: Beim Copyright-Hinweis für das ganze Blog darauf Hinweisen, dass einzelne Artikel eventuell unter anderen Bedingungen vertrieben werden dürfen, und die Bedingungen, die im Artikel genannt werden vorrang haben.Auf diese Art kann man auch einzelne Artikel restriktiver Lizenzieren, wenn das ganze Blog sonst unter CC läuft.
  • Kommerzielle Nutzung erlauben?
    Klar, GPL ist mehr für Software, CC ist für alle möglichen Arten von “Geschaffenem”. Im Gegensatz zur CC kenn die GPL keine Möglichkeit, die kommerzielle Verbreitung zu untersagen.Dies kann für manchen Grund genug sein, die CC-nc (non-commercial) zu wählen. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass dies die “schnelle, unbürokratische Nutzung” (die ja positiv ist) für viele kleine Blogbetreiber fast unmöglich macht. Bevor ich die Frage erörtere ob meine Google-Anzeigen als kommerzielle Ausbeutung gelten, oder ob mein werbefreies Freizeitprojekt LinuxBasics.org kommerziell gilt, weil es auf dem Geschäftsserver läuft, lasse ich lieber die Finger vom entsprechenden Content. Und schon hat der Urheber einen Backlink, Ruhm und Ehre verschenkt :)

Kreatives Schaffen durch Teilen

Robert Basic hat anscheinend erst im Nachhinein erkannt, welche weitreichenden Folgen es haben kann, wenn man seine “Werke” unter eine freie Lizenz wie zum Beispiel die Creative Commons (CC) oder die General Public License (GPL) stellt.

Auch wenn diese Folgen meines Erachtens in der Summe positiv sind, sollte man die Lizenzfrage bewusst angehen.

Update: Im Artikel Freie Lizenzen – Einwände und Feedback habe ich zum erhaltenen Feedback Stellung genommen.

Nochmal Update: Dass das Thema auch 2011 noch aktuell ist zeigt der Artikel “Should you give away your work away for free online?” in The Next Web.

Programme oder Schriftstücke sind durch das Urheberrecht geschützt. Das bedeutet, dass ohne die Einwilligung des Autors zunächst keine Kopien angefertigt werden dürfen. Mit Ausnahme von Privatkopien und Zitaten im geringen Umfang. Auf jeden Fall darf aber niemand diese Werke öffentlich verteilen (“Vertrieb”). Bei Software sind nicht einmal Privatkopien und Zizate erlaubt.
Also: Keine Bücher mit meinen Artikeln und auch kein Vertrieb im Internet. Nicht ohne meine Erlaubniss. Wenn mich jemand fragt, dann kann ich die Erlaubniss erteilen. Ich kann auch Bedingungen stellen: Ein Freiexemplar für mich, einen sechstelligen Euro-Betrag auf mein Konto, Abdruck nur in blauem Einband, Verkauf nur an Donnerstagen, und so weiter.

Welche Auswirkungen hat es, wenn ich meine Programme unter der GPL oder meine Blogbeiträge unter der ungefähr entsprechenden CC-Attribution-ShareAlike (CC-by-SA) Lizenz veröffentliche?

Die Situation bleibt die gleiche. Ohne Erlaubnis kein Vertrieb meiner Werke. Allerdings habe ich bereits vorab der Allgemeinheit diese Erlaubniss unter bestimmten Bedingungen erteilt. Die Bedingungen sind:

  • Attribution: Kopien meiner Werke und das andere daraus machen dürfen nur weitergegeben werden, wenn der Author bzw. Copyrightinhaber genannt wird.
  • ShareAlike: Kopien meiner Werke und das andere daraus machen müssen (wenn sie weitergegeben werden) unter der gleichen Lizenz stehen.
  • NonCommercial: Diese Option steht unter CC noch zusätzlich zur Verfügung. Sie untersagt kommerzielle Nutzung der Werke. Die GPL kennt keine entsprechende Einschränkung.

Wenn jemand diese Werke nutzt, sich aber nicht an die Bedingungen hält, so hat er keine Erlaubniss und verstößt damit gegen das Urheberrecht. Er kann mich jedoch vorher fragen, ob ich bereit bin eine Erllauniss mit weniger oder anderen Beschränkungen zu geben. Dann wären wir wieder bei der klassischen Lösung mit dem blauen Einband oder auch der Überweisung auf mein Konto.

Und welchen Sinn hat dann die GPL bzw. CC-by-SA?

Freie Lizenzen erleichtern “abgeleitete Werke” erheblich. Ich kann Podcasts mit CC-lizenzierter Musik untermalen, ich kann CC-lizenzierte Anleitungen in andere Sprachen übersetzten und verbreiten, ich kann GPL-lizenzierte Programme verbessern, und vieles mehr.

Solange ich mit den gestellten Bedingungen einverstanden bin, kann ich das einfach so tun, ohne nochmal um Erlaubnis fragen zu müssen. Es heißt zwar: “Fragen kostet nichts”, aber die Hemmschwelle ist oft doch sehr groß. Bis ich einen Komponisten um Erlaubnis gefragt habe und die Antwort erhalte ist das Thema des Podcasts vielleicht schon nicht mehr aktuell. Vielleicht bin ich mir ja auch nicht sicher, ob ich die Übersetzung der Anleitung so ohne weiteres schaffe. Dann hätte ich den Autor umsonst belästigt.

Auch eine eventuelle Bezahlung bringt eine Hemmschwelle mit sich: Soll man Geld anbieten? Was ist genug? Was ist zuviel? Was ist lächerlich wenig?
Wenn ein Autor also sein Werk unter CC oder GPL veröffentlicht, dann ist damit klar, dass einer Weiterverwendung nichts im Wege steht.

Wie profitiert der Einzelne davon?

Ruhm und Ehre und das Gefühl, dass man das Richtige tut.
Im Prinzip sind die Anreize die gleichen, die es auch für das Bloggen allgemein gibt. Duch die Weiterverbreitung erhält der Ursprünglich Autor Bekanntheit. Die Anerkennung von Kollegen zählt viel in kreativen Kreisen.

Klar haben einige Entwickler von freier Software dadurch bezahlte Anstellungen gefunden. Dies ist jedoch die Ausnahme, und es ist zugegebenermaßen sehr wahrscheinlich, dass Linus Torvalds als begabter Programierer so oder so eine gute Stelle bekommen hätte.

Der wirkliche Nutzen von freier Software, freier Musik, freien Artikeln, Filmen, Bildern oder ganz generell freiem Content ist der, dass viele Leute daran arbeiten können. Hierdurch werden Perspektiven eröffnet, die für geschlossene Gruppen nicht möglich sind.

Wenn jeder die Funktionen ins Programm einfügt, die er selbst braucht, dann entstehen in kurzer Zeit leistungsfähige Programme für alle.
Wenn jeder das erklärt was er gut versteht (oder auch das, was ihm besonders Probelem bereitet hat), dann entstehen gute Handbücher.
Wenn jeder seine Meinung bloggt, dann entstehen Bilder der Gesellschaft, so genau und so “basisdemokratisch” wie sich Historiker dies für keine andere Epoche wünschen können.

Wenn ein Schulungszentrum aus verschiedenen Blogs Statistiken, Meinungen, Erklärungen und anderes zusammensucht und damit ein Seminar erstellt, das dann wiederum unter der CC-SA veröffentlicht wird, dann enstehen Schulungsunterlagen von einer Qualität, die ein Einzelner nur schwer hätte erreichen können. Durch die “ShareAlike” Klausel kommt dieses hochwertige Resultat allen zu gute.

Sind freie Lizenzen anmaßend bzw. bevormundend?

“Aber es kann mir doch niemand vorschreiben, wie ich meine Werke weiterzugeben habe!” – Stimmt. Aber wer für seine Schöpfung andere Werke verändert, muss dafür bezahlen. Und bei der GPL oder CC ist der Preis, dass die nderungen auch frei lizenziert werden.
Wem dieser Preis zu hoch ist, der kann entweder auf die Vorarbeit der anderen verzichten, oder versuchen die Vorleistungen mit Geld einzukaufen.

Also: Bewusst lizensieren ist wichtig!

Wer Inhalte schafft, muss sich bewusst machen, wie wichtig die Lizenz ist die er dafür auswählt. Vor allem sind die Fragen zu klären:

  • Sollen andere mein Werk weiterverwenden dürfen?
  • Sollen andere mit meinem Werk Geld verdienen dürfen?
  • Ist mein Werk so bedeutend, dass andere damit viel Geld verdienen können (und warum ‘vergolde’ ich es dann nicht selbst)?
  • Oder sehe ich mein Werk als Beitrag für die Allgemeinheit, den ich als Dank für das was ich aus dem GPL/CC-Pool erhalten habe bereit stelle?
  • Kann ich selbst durch die Erweiterungen anderer an meinem Werk gewinnen?

Für mich persönlich habe ich die Fragen beantwortet und bin zu dem bewussten Entschluss gekommen, meine “Schöpfungen” unter freie Lizenzen zu stellen.
Und um John Lenon zu zitieren: “You might say, I am a dreamer, but I am not the only one!”

Update: Im Artikel Freie Lizenzen – Einwände und Feedback habe ich zum erhaltenen Feedback Stellung genommen.

Popetown – Ich hab’s nicht gesehen!

Ich habe wiederstanden! :)

Nein, ich will mich nicht als Christ in die Reihe derer einfügen, die über die “Serie” von MTV schimpfen und die Stöhrung der öffentlichen Ordnung (oder des allgemeinen deutschen Papstseins) befürchten.

Ich gehöre aber auch nicht zu denen, die der Sendung neutral oder positiv gegenüberstehen. Eigentlich geht es mir gar nicht um die “Serie” Popetown, von der ja im Moment nur eine Folge existiert.

Ich finde es aber bezeichnend, wie die Maschinerie der Öffentlichkeitsarbeit immer wieder funktioniert: Ein Buch, Film, Comic, Filmchen oder was auch immer wird produziert. Darin werden einige “Glaubenssätze” des Christentums (oder einer speziellen Konfession, meist der katholischen) nicht nur in Frage gestellt, sondern ins Gegenteil verkehrt oder veralbert. Die Kirche protestiert, und mit ihr alle die sich das große ‘C’ auf die Fahnen geschrieben haben.

Erst durch diesen Protest, der von den Medien mehr oder weniger scheinheillig aufgegriffen wird bekommen diese Produkte die öffentliche Aufmerksamkeit, die sie wollen. Ohne die lautstarken Proteste hätte kein Mensch über 25 gewusst, wann Popetown ausgestrahlt wird. Es wäre eine Sendung unter vielen gewesen, und vielleicht wäre sie, aber nur mit viel Glück, zu einem “Klassiker” wie “Life of Brian” geworden, den Religionslehrer Ihren Klassen zeigen, um dann die tatsächlichen Lerninhalte anhand der Satire behandeln zu können. Viele Christen hätten sich dann im Nachhinein darüber geärgert, aber der Film hätte nicht die Beachtung gefunden, die er jetzt genießt.

Das oft gehörte Argument “Man muß Popetown anschauen, um ein Urteil zu fällen” teile ich nicht. Genau hierrauf zielt nämlich das ganze Spektakel: Einschaltquoten. Und deshalb bin ich stolz darauf, der Neugierde, die sich auch bei mir eingestellt hatte, nicht nachgegeben habe:

Ich habe Popetown nicht gesehen!

PS: Welche Werte im Nachmittags- und Vorabendprogramm (auch im öffentlich-rechtlichen) vermittelt werden, das entgeht der oh-so-sensiblen Öffentlichkeit anscheinend regelmäßig. Aber das ist eine andere Geschichte…