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18  03 2006

Corrupt Disk - inferior Audio

Bei Telepolis ist ein interesanter Artikel erschienen, der die Möglichkeiten und Gefahren von modernen Kopieschutzmechanismen bei Unterhaltungselektronik aufzeigt:

“Bei DVD-Spielern fürs Wohnzimmer, die gar keinen Internetanschluss haben, werden diese Listen über die eingelegten Medien nachgeladen: wer sich eine neue Scheibe kauft und in sein Gerät schiebt, füttert dieses, bevor auch nur das erste Pixel des Filmbilds erscheint, mit einem Update. Wenn er Pech hat, stellt er anschließend fest, dass seine älteren Scheiben nicht mehr laufen oder gar das ganze Gerät scheinbar den Geist aufgegeben hat.”

“Sicher wird es früher oder später auch Scheiben geben, die man seinem ärgsten Feind schenkt und die nach dem Einlegen ins Gerät dieses mit einem Update der Liste verbotener Geräte abschalten, die schlichtweg alle bislang gebauten Geräte und Schlüssel enthält.”

Und wenn das dann soweit ist, dann ist die Situation so, wie unter Windows bei den E-Mails schon heute: Keine Anhänge mehr aufmachen (von niemandem), nur E-Mails von vertrauenswürdigen lesen und ständig Angst vor Phishing-Attacken. Übersetzt auf das Wohnzimmer im Jahre 2010: Nur DVDs (oder was immer dann aktuell ist) aus vertrauenswürdigen Quellen. Keine geschenkten Scheiben, und immer die Angst, das Angebot könnte sich als vireninfizierte Kopie herausstellen.

Und eines ist sicher: Professionelle Raubkopierer werden von den neuen Techniken nicht abgehalten. Im Gegenteil. Raubkopierer, deren Kopien ohne elektronische Fußfesseln benutzbar sind könnten Hochkonjungtur bekommen. Je mehr die Unterhaltungsindustrie die ehrliche Kundschaft gängelt, und je mehr sie das Recht zur Privatkopie durch Kopierschutz einschränkt, desto weniger wird der Verbraucher dieser Industrie vertrauen. Von Rootkits brauchen wir da noch gar nicht zu sprechen…


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