Wo war denn bloß der Währungsrechner…?
Es kommt immer wieder einmal vor. Meistens Samstag abends. Gerade an den Samstagen, an denen die Zeitung mit den Wechselkursen schon am frühen Morgen abhanden gekommen ist…
Gäste wollen mit Schweizer Franken bezahlen.
Seit Einführung des Euros sind die Zeiten vorbei, in denen man immer den aktuellen Kurs parat hatte. Also, ab ins Internet zum nächsten Währungsrechner. Wo war der nochmal? Natürlich bei der Hausbank auf der Homepage. Schließlich ist hier das Ergebniss der Umrechnung hoffentlich am besten mit dem Betrag zu vergleichen, den ich dann am Montag auch für die eingenommenen Scheine bekommt. Und da beginnt die Odysee:
Die Bank, die ich von meiner Eingangstür sehen kann: Sparkasse Markgräflerland
Wo war nochmal der Währungsrechner? Bei den Privatkunden…nein. Bei den Grenzgängern natürlich…oder doch nicht? Also gut, zu den Firmenkunden. Dort gibt es tatsächlich einen Eintrag “Auslandsgeschäfte”. Dort finden sich auch “Deviseninformationen” und weiter ein Link zum gesuchten Devisenrechner! Ein Klick darauf fördert folgende, höchst Vertrauenserweckende Seite zu Tage:

Die URL mit abgeänderter “Instituts-ID” bringt den Rechner zum Vorschein. Es funktioniert auch die ursprünglich URL, wenn man diese in einem neu gestarteten Browser eingibt (d.h. ohne Referer). Nur der Klick von der Sparkassen-Homepage zum Währungsrechner mißlingt. Schade auch. Für 100 SFr. gibt es hier pseudo-genaue 63,87000 €.
Da ich aber keine Zeit hatte, all dies herauszufinden während mein Gast auf die Rechnung wartete, habe ich nach kurzer Suche auf der Seite von GCI ein Resultat bekommen (100 SFr. -> 63.9325 €). Wie dieses nun mit dem Ergebniss am Schalter übereinstimmt, werde ich dann Montagmorgen sehen…
Dann eben 100 Meter weiter zur Volksbank Müllheim eG:
Auch hier sind die Devisenkurse bei den Firmenkunden im Außenhandel versteckt. Wow, das ist aber nichts für eine Restaurantrechnung über 36,98 €! Fonts, Charts und Analysen…hier wird richtig Geld verdient! Aber nicht gewechselt. Auch die Suchfunktion findet keinen Kurs, mit dem man im Samstagabend-Geschäft etwas anfangen könnte. Schade auch.
Bei der Deutschen Bank
finde ich den Devisenrechner gar nicht über Links. Vielleicht habe ich es auch nicht ausdauernd genug gesucht. Aber als Kunde im Internet ist es ja auch nicht meine Aufgabe zu suchen. Ich lasse die Webseite durchsuchen. Der Rechner findet sich auch prompt. 100 Sfr. -> 63,87 EUR.
Die Dresdner Bank
hat auch nur Kurse für Großinvestoren parat. Auch die Site-Suche liefert keine Resultate für Währungsrechner oder Devisenrechner. Na ja. Dresden liegt ja auch fern jeglicher europäischen Außengrenze…
Andere Währungsrechner:
Also dann: ComDirekt braucht Java (versuche ich ein anderes Mal); Finance.Yahoo.com bietet eine schöne Tabelle, das könnte mein Bookmark werden; FXtop bietet sogar Umrechnungen in historische Währungen wie 1 Euro -> 1,95583 DM; auch der Rechner der Süddeutschen Zeitung ist très chique. So - und nun habe ich auch genügend Links für das nächste Mal, wenn Samstag abend, ein Gast aus der so nahen, und Währungstechnisch so weit entfernten Schweiz in seiner eigenen Währung bezahlen will :)
Fazit:
Währungsrechner sind eigentlich nicht schwer zu programmieren. In Diversen Anleitungen zum Programmieren werden sie als Beispiel für Anfänger benutzt. Das wirklich schwere dabei ist es, aktuelle Kurse zu haben. Und hier vertraut man nun einmal der “Bank an der Ecke” am ehesten. Deshalb werde ich wohl den Rechner der Sparkasse mit modifizierter Filialkennung in meinen Bookmarks speichern…


Am folgenden Montagmorgen habe ich am Schalter der Sparkasse Markgräflerland 63,29 € für die 100,00 CHF erhalten.
Gut genug :)